Nationalmannschaft
: Kevin Behrens von Union Berlin – so plant Nagelsmann mit dem Stürmer

Mit der Nominierung von Kevin Behrens von Union Berlin sowie dem Ex-Unioner Robert Andrich hat Julian Nagelsmann überrascht. Vor den Länderspielen in den USA erklärt der Bundestrainer ihre Rolle.
Von
Jan Lehmann
Foxborough
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  • Bundestrainer Julian Nagelsmann setzt bei der deutschen Nationalmannschaft auf die Wucht und die Kopfballstärke von Kevin Behrens vom 1. FC Union Berlin.

    Bundestrainer Julian Nagelsmann setzt bei der deutschen Nationalmannschaft auf die Wucht und die Kopfballstärke von Kevin Behrens vom 1. FC Union Berlin.

    Swen Pförtner/dpa
  • Robert Andrich von Bayer Leverkusen, der aus dem Nachwuchs von Hertha BSC stammt und von 2019 bis 2021 beim 1. FC Union Berlin gespielt hat, ist ebenfalls erstmal bei der deutschen Nationalelf mit dabei.

    Robert Andrich von Bayer Leverkusen, der aus dem Nachwuchs von Hertha BSC stammt und von 2019 bis 2021 beim 1. FC Union Berlin gespielt hat, ist ebenfalls erstmal bei der deutschen Nationalelf mit dabei.

    Federico Gambarini/dpa
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Die Nominierung von Kevin Behrens vom 1. FC Union Berlin für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft vom neuen Bundestrainer Julian Nagelsmann für die Länderspiel-Reise in die USA hatte bei den Fans der Eisernen für Überraschung und Freude gleichermaßen gesorgt. Mit Behrens und Robin Gosens sind die Köpenicker gleich doppelt beim DFB-Team vertreten.

Dazu wurde auch erstmals Robert Andrich zur Nationalelf berufen. Der 29-Jährige, dessen Onkel Frieder Andrich in Frankfurt (Oder), Cottbus, Eisenhüttenstadt, Luckenwalde, Eberswalde und Lübben als Spieler und Trainer fußballerische Spuren hinterlassen hat, spielte von 2019 bis 2021 beim 1. FC Union. Aktuell steht er mit Bayer Leverkusen an der Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga.

Chris Führich vom VfB Stuttgart ist der dritte neue Spieler, der das DFB-Trikot tragen soll. Beim ersten Training der Fußball-Nationalmannschaft in den USA stand neben dem neuen Bundestrainer Julian Nagelsmann somit auch ein Trio im Fokus und unter aufmerksamer Bobachtung: Chris Führich, Robert Andrich und Kevin Behrens, die drei Neulinge im DFB-Kader. Wer drängt sich für ein Länderspiel-Debüt am Samstag (21 Uhr) in Hartford gegen die USA oder am kommenden Mittwoch (2 Uhr/ARD) in Philadelphia gegen Mexiko besonders auf? Erste Antwort: Chris Führich, der Offensivspieler vom so erstaunlich gut in die Saison gestarteten Bundesliga-Tabellenzweiten VfB Stuttgart.

Chris Führich ist der Mann mit dem „Momentum“

Nagelsmann hat Führich nominiert, weil der 25-Jährige „gerade ein sehr gutes Momentum“ habe, also einen Lauf. In Zahlen heißt das: Fünf Tore hat der blonde Flügelspieler beim VfB schon vorbereitet, dazu zwei selbst erzielt. Als Nagelsmanns Anruf ihn erreichte, war Führich „natürlich total überrascht“. Aber er war auch „sofort hellwach“.

Hellwach präsentierte er sich auch beim Training. Mit seinen schnellen Wendungen und Dribblings fiel Führich positiv auf, erhielt Lob der neuen Kollegen. „Er ist ein exzellenter Eins-gegen-eins-Spieler“, hatte Nagelsmann zu Führichs Qualitäten bemerkt. Die Einsatzchancen sind auf Anhieb gut.

Der neue Bundestrainer Julian Nagelsmann steht vor seinen ersten Spielen mit der DFB-Elf. Sein Länderspiel-Debüt erlebt er am Samstag (21.00 Uhr) in Hartford gegen die USA. Danach geht es am kommenden Mittwoch (2.00 Uhr/ARD) in Philadelphia gegen Mexiko.

Federico Gambarini/dpa

Kevin Behrens ist der etwas andere Neuner

Mit 32 Jahren ist Kevin Behrens ein Spätberufener. Der Mittelstürmer von Union Berlin, der mit vier Toren in den ersten beiden Ligaspielen einen Turbostart hinlegte, bezeichnete seine Nominierung als „Wahnsinn“. Er geht diesen „Traum“ bescheiden an. Die Heim-EM 2024 ernannte er nicht gleich zu seinem Ziel. Er will zunächst in den USA sehen, „zu was es reicht“. Das hohe Tempo und die Qualität auf dem Platz bekam er gleich zu spüren.

Nagelsmann wollte „noch einen Stürmer haben, der kopfballstark ist“. Dazu einen, „der unglaublich viel defensiv marschiert“. Und einen, der zur Brechstange taugen könnte. „Wenn wir am Ende noch ein Tor brauchen mit vielen Flanken, haben wir mit ihm einen zusätzlichen Spieler, der in der Box präsent ist“, bemerkte Nagelsmann.

Robert Andrich ist der Zerstörer mit der defensiven Denke

Robert Andrich wurde schon häufiger als DFB-Kandidat gehandelt. Aber erst Nagelsmann gibt dem Mittelfeldspieler im reiferen Alter von 29 Jahren eine Chance. Und das zu einem Zeitpunkt, an dem Andrich beim Tabellenführer Bayer Leverkusen kein Startelf-Spieler ist. Von seiner „schwierigsten Phase“ als Bundesliga-Profi sprach Andrich darum. Beim ersten DFB-Training ging er mit vollem Körpereinsatz zur Sache, wie es Nagelsmann von ihm erwartet.

„Wir wollten auf der Sechs noch ein anderes Profil, einen Spieler, der eine Art Zerstörer sein kann“, erklärte der Bundestrainer. Auch für Andrich hat er einen klaren Verwendungsplan: „Wenn wir am Ende mal ein Ergebnis halten müssen“, sei es gut, einen Spieler zu haben, „der einfach auch das Verantwortungsbewusstsein für das Defensive hat“.