Union Berlin: Neun Nationalspieler weg – so kämpfen die Eisernen gegen die Krise

Union international: Robin Gosens ist einer von insgesamt neun Profis, die derzeit mit ihren Nationalmannschaften unterwegs sind.
Imago/Kirchner/David InderliedBeim 1. FC Union Berlin ist es derzeit deutlich leerer in der Kabine als sonst. Gleich neun Profis der Eisernen sind mit ihren jeweiligen Nationalmannschaften unterwegs. Trainer Urs Fischer kann den Kampf gegen die aktuelle Krise des FCU also nur mit einem Teil des Kaders angehen. Das 2:4 bei Borussia Dortmund war die siebte Niederlage in Folge.
„Es gilt, die Situationen anzunehmen. Wir haben unsere Themen und unsere Baustellen, an denen wir zwingend arbeiten müssen“, sagt Trainer Urs Fischer mit Blick auf die Länderspielpause.
Robin Gosens und Debütant Kevin Behrens wurden durch den neuen Bundestrainer Julian Nagelsmann für die USA-Reise der deutschen Nationalmannschaft nominiert. Sie treffen am Samstag (14. Oktober) auf die USA und am Mittwoch (18. Oktober) auf Mexiko. Josip Juranovic mit Kroatien und Frederik Rönnow mit Dänemark spielen um die Teilnahme an der Europameisterschaft 2024 in Deutschland.
Außerdem sind unterwegs: Aissa Laidouni (Tunesien), Brenden Aaronson (USA), Sheraldo Becker (Surinam) und Jerome Roussillon (Guadeloupe). Dazu kommt Youngster Aljoscha Kemlein, der erneut in die deutsche U20-Auswahl berufen worden ist.
Alex Kral wurde trotz seiner in Dortmund erneut aufgebrochenen Verletzung zunächst in den Kader Tschechiens für die EM-Qualifikation berufen. Am Montagnachmittag teilte der 1. FC Union dann aber mit, dass der Mittelfeldspieler entgegen der ursprünglichen Planung doch nicht zur Nationalmannschaft reist, sondern stattdessen in Berlin an einem baldigen Comeback arbeitet. Weitere Untersuchungen hätten „einen vorläufigen Ausfall des 25-Jährigen“ ergeben, teilte der Verein mit.
Die anderen Union-Profis kämpfen gemeinsam mit Fischer in Köpenick gegen die Krise. Am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag wird trainiert. Danach hat Trainer Urs Fischer dem Team ein langes Wochenende in Aussicht gestellt.
„Die Länderspielpause kann jetzt goldrichtig sein, um mal den Kopf leerzumachen. Die Jungs, die zur Nationalmannschaft dürfen, können mal andere Luft schnuppern. Die anderen Jungs haben ein paar Tage frei und können was mit ihren Familien machen“, erklärt Robin Gosens. Sein Tipp an die Mitspieler: „Einfach mal den Kopf leer machen, die Hirse reseten. Danach müssen wir alle dann wieder voll da sein.“
Union Berlin spielt gegen VfB Stuttgart
Positiv an der Länderspielpause: Alle Beteiligten können nach der jüngsten Negativserie mal abschalten. Negativ an der Länderspielpause: An der zuletzt fehlenden Kompaktheit kann nur bedingt gearbeitet werden. Schlüsselspieler wie Gosens und Kral sind nicht dabei. Dazu kommt der Reisestress. Gosens und Behrens beispielsweise kehren erst zwei Tage vor dem nächsten Bundesliga-Spiel nach Köpenick zurück.
Am 21. Oktober geht es für den 1. FC Union mit dem Heimspiel gegen den VfB Stuttgart weiter. Die Schwaben kommen als Überraschungs-Zweiter ins Stadion An der Alten Försterei. Dann brauchen die Eisernen endlich wieder Punkte und vor allem mehr Überzeugung als zuletzt.
Nach der Niederlage in Dortmund gab Trainer Urs Fischer das Motto für die Länderspielpause aus: „Es braucht eine positive Haltung. Ohne positive Haltung – dann sollte man es lieber lassen.“ Gegen Stuttgart wird sich zeigen, ob die Länderspielpause ein Vorteil oder ein Nachteil für die Eisernen war.
