Union Berlin Champions League
: Tolle Stimmung gegen SSC Neapel – aber nächste Niederlage

Union Berlin verliert in der Champions League auch gegen den italienischen Meister SSC Neapel. Die Negativserie geht also weiter. Dazu kommt das verletzungsbedingte Ausscheiden eines Stammspielers.
Von
Frank Noack,
Jan Lehmann
Berlin
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  • Union-Stürmer Sheraldo Becker (rechts) wurde bereits in der Startphase von Amir Rrahmani (SSC Neapel) schmerzhaft am Knöchel getroffen.

    Union-Stürmer Sheraldo Becker (rechts) wurde bereits in der Startphase von Amir Rrahmani (SSC Neapel) schmerzhaft am Knöchel getroffen.

    Andreas Gora/dpa
  • Union-Kapitän Christopher Trimmel (rechts, gegen Mario Rui) holte sich frühzeitig die Gelbe Karte ab.

    Union-Kapitän Christopher Trimmel (rechts, gegen Mario Rui) holte sich frühzeitig die Gelbe Karte ab.

    Uwe Koch/Eibner-Pressefoto
  • Die Fans von Union Berlin sorgten auch am Dienstagabend gegen den SSC Neapel wieder für tolle Stimmung im Olympiastadion.

    Die Fans von Union Berlin sorgten auch am Dienstagabend gegen den SSC Neapel wieder für tolle Stimmung im Olympiastadion.

    Matthias Koch
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Es bleibt dabei: Die Fans des 1. FC Union Berlin feiern die Champions League und sorgen für tolle Stimmung. Auf dem Rasen laufen die Eisernen aus Köpenick aber auch in der Fußball-Königsklasse weiterhin dem so wichtigen Erfolgserlebnis hinterher. Im Heimspiel gegen den italienischen Meister SSC Neapel kassierten die Gastgeber am Dienstagabend eine 0:1 (0:0)-Niederlage.

Giacomo Raspadori sorgte mit seinem Treffer in der 65. Minute dafür, dass die Negativserie der Mannschaft von Trainer Urs Fischer ungebremst weitergeht. Union Berlin verlässt trotz einer kämpferisch aufopferungsvollen Leistung auch im neunten Pflichtspiel in Folge als Verlierer den Rasen des ausverkauften Olympiastadions.

Nach der dritten Niederlage im dritten Champions-League-Spiel sind die Chancen auf das Überwintern im internationalen Geschäft weiter gesunken, auch wenn Sporting Braga nur drei Punkte entfernt ist.

Trainer Urs Fischer setzt auf Tempo

Dabei gab es kurz vor dem Anpfiff gleich zwei gute Nachrichten für den 1. FC Union: Der Dauerregen über dem Olympiastadion nahm ein Ende und Linksverteidiger Robin Gosens stand auf dem Spielberichtsbogen in der Startelf. Der Nationalspieler war am Montag noch angeschlagen und hatte deshalb seine Teilnahme an der Pressekonferenz absagen müssen. Für den zweiten etatmäßigen Linksverteidiger im Kader, Jerome Roussillon, kam die Partie nach einer Verletzungspause noch zu früh. Mit Josip Juranovic ist eine weitere Alternative nicht einsatzbereit.

Im Angriff setzt Trainer Urs Fischer – dessen Zukunft zumindest außerhalb von Köpenick diskutiert wird – im Vergleich zum 0:3 gegen den VfB Stuttgart am Samstag auf mehr Tempo. Sheraldo Becker und David Fofana kamen für Kevin Behrens und Kevin Volland in die erste Mannschaft.

Danach war erst einmal Schluss mit den guten Nachrichten, obwohl die Gastgeber gut ins Spiel hereinkamen. Kapitän Christopher Trimmel holte sich bereits nach zehn Minuten die Gelbe Karte ab. In der 17. Minute wurde Sheraldo Becker von Amir Rrahmani im Zweikampf am Knöchel getroffen und spielte fortan mit Schmerzen. Kurz danach fand ein Treffer von Janik Haberer keine Anerkennung, weil Passgeber David Fofana knapp im Abseits stand (24.). Genau wie beim 2:3 gegen Sporting Braga brandete der Jubel im Olympiastadion also zu früh auf. Im ersten Champions-League-Spiel der Eisernen wurde ein Treffer von Robin Gosens aberkannt.

Die Gäste aus Italien hatten zwar wie erwartet die größeren Spielanteile, aber die von den Rückkehrern Robin Knoche und Rani Khedira ließ nur wenige gefährliche Szenen in der Defensive zu. Zuletzt hatten die Köpenicker für ihre Verhältnisse ziemlich viele Gegentreffer kassiert. Das torlose Remis zur Pause war also ein kleiner Zwischenerfolg. Vorn lauerten die schnellen Sheraldo Becker und David Fofana immer wieder auf Konter.

Raspadori trifft für den SSC Neapel

Mit zunehmender Spielzeit wurde die Partie dann immer verbissener. Es gab auf beiden kaum Torabschlüsse – bis zur 65. Minute. Auf der linken Seite wurde Christopher Trimmel von Khvicha Kvaratskhelia überlaufen, dessen Eingabe donnerte Giacomo Raspadori unhaltbar für Torhüter Frederik Rönnow ins kurze Eck zur Führung für den italienischen Meister.

Die nächste Negativ-Nachricht gab es in 79. Minute. Innenverteidiger Danilho Doekhi musste verletzt den Rasen verlassen. Sein schleppender Gang ließ nichts Gutes für die nächsten Wochen erahnen. In der Schlussphase spielte Neapel die Partie routiniert herunter. Der 1. FC Union mühte sich zwar, kam aber nicht wirklich in Reichweite des Ausgleichstreffers. Am Ende war es am Dienstagabend dann wie immer in den vergangenen Wochen: Die Eisernen verlieren und werden trotzdem von den Fans gefeiert. Für Missklänge sorgte indes David Fofana bei der Auswechslung: Der Stürmer verweigerte Trainer Urs Fischer den Handschlag und kassierte dafür einen Rüffel von Manager Oliver Ruhnert.

In der Fußball-Bundesliga geht es für Union Berlin am Samstag mit dem Auswärtsspiel bei Werder Bremen (15.30 Uhr) weiter.