Union Berlin: Gosens entschuldigt sich nach Rot gegen Leverkusen – EM in Gefahr?

Foulspiel mit Folgen: Robin Gosens (Union Berlin) foult den Leverkusener Nathan Tella und sieht Gelb-Rot.
Sebastian Räppold/Matthias KochEs war ein Foulspiel mit katastrophalen Folgen. Als Robin Gosens in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit mit einer Grätsche den flinken Leverkusener Nathan Tella von den Beinen holte, nahm das Unheil für den 1. FC Union Berlin seinen Lauf.
Robin Gosens sah Gelb-Rot wegen wiederholten Foulspiels und dezimierte damit die Eisernen im Duell mit dem designierten, neuen Titelträger der Fußball-Bundesliga. Aus dem Freistoß für Bayer Leverkusen entstand letztlich der Handelfmeter für die Gäste, den Florian Wirtz zum 1:0-Siegtreffer (45.+8) verwandelte.
Für Robin Gosens war das Spiel nach nur einer Halbzeit beendet – und für den 1. FC Union irgendwie auch. Noch am Samstagabend entschuldigte sich Gosens via Instagram für seine folgenschwere Aktion. „Sorry Unioner, Niederlage geht auf meine Kappe!!!“, schrieb der Linksverteidiger unter ein Bild, das den Moment seines Abgangs nach der Roten Karte zeigt.
War der Platzverweis der Knackpunkt in der bis dahin erfolgreichen Abwehrschlacht des 1. FC Union? Auch wenn die Antwort auf diese Frage natürlich hypothetisch ist – es gibt nicht viele Argumente, die dagegensprechen. Denn in Unterzahl wurde die ohnehin schwere Aufgabe gegen die mittlerweile seit 41 Pflichtspielen ungeschlagenen Gäste aus dem Rheinland zu einer unlösbaren Aufgabe.
Robin Gosens fehlt Union Berlin in Augsburg
Rot-Sünder Gosens habe „angeschlagen in der Kabine gesessen“, berichtete Union-Trainer Nenad Bjelica. Aus Sicht des Kroaten war es eine „verdiente Rote Karte und eine unglückliche Rote Karte.“ Im Auswärtsspiel beim FC Augsburg am Freitag (20.30 Uhr) ist Gosens gesperrt. Der erfahrene Abwehrspieler hat also ein paar Tage Zeit, um den Platzverweis zu verarbeiten. „Was soll ich zu meinem Spieler sagen, der 29 Jahre alt ist und vor einem Jahr das Finale der Champions League gespielt hat?“, fragte Bjelica bei der Pressekonferenz in die Runde und gab die Antwort gleich selbst: „Wir müssen ihn unterstützen. Er weiß ganz genau, dass er einen Fehler gemacht hat. Er bekommt diese Unterstützung von mir.“
In jedem Fall kommt diese Rote Karte zu einem denkbaren schlechten Zeitpunkt – für Robin Gosens, aber auch für Union Berlin. Denn eigentlich wollte Gosens jedes einzelne, noch verbleibende Spiel in dieser Saison nutzen, um sich für eine Rückkehr in die Nationalmannschaft zu empfehlen. Nach der jüngsten Nicht-Berücksichtigung durch Bundestrainer Julian Nagelsmann hatte sich Gosens mit einer Kampfansage zu Wort gemeldet. „Es gibt noch einige Spiele, wo ich hoffentlich noch viel beweisen darf. Solange die Tür nicht zu ist, kann man noch durchgehen“, hatte Gosens betont. Er fühle sich „nicht meilenweit von der Nationalmannschaft entfernt“.
Diese Ambitionen auf eine Rückkehr ins Nationalteam für die Heim-Europameisterschaft im Sommer haben durch den Platzverweis gegen Leverkusen und die daraus resultierende Sperre einen vorübergehenden Dämpfer erhalten. Aber auch für die Eisernen kommt die Gosens-Sperre zur Unzeit. Weil mit Jerome Roussillon der Backup auf der Position des Linksverteidigers gegen Leverkusen wegen einer Verletzung fehlte. Am Samstag stellte Trainer Nenad Bjelica nach der Dezimierung auf eine Viererkette um. Diogo Leite übernahm aushilfsweise den Job des Linksverteidigers. Es war eine ungewohnte Rolle für den Portugiesen. Am Freitag in Augsburg wird Bjelica vermutlich eine andere Lösung finden müssen.


