Union Berlin in der Bundesliga: Diese Punkte sprechen für den Klassenerhalt – Bjelica warnt

Union Berlin gewinnt dank des Tores von Danilho Doekhi (rechts) gegen den VfL Wolfsburg. Die Tendenz der Eisernen zeigt nach oben.
Andreas GoraDer Blick auf die Tabelle der Fußball-Bundesliga war für den 1. FC Union Berlin schon lange nicht mehr so aussagekräftig wie im Moment. Denn: Alle Nachholspiele sind inzwischen absolviert und auch die Winter-Transferperiode ist beendet. Die Karten für den Kampf um den Klassenerhalt bis Mai liegen also auf dem Tisch.
Und dieser Blick auf die Tabelle sieht gar nicht schlecht aus. Dank des 1:0 gegen den VfL Wolfsburg haben die Eisernen den Anschluss an das Mittelfeld geschafft. Vor allem aber haben sie als Tabellen-15. etwas Luft zu den drei letzten Rängen. Neben diesem Blick auf die Tabelle gibt es weitere gute Gründe, dass diese lange Zeit verkorkste Saison zwischen Champions League, Absturz in der Bundesliga und Trainerwechsel doch noch ein halbwegs gutes Ende nehmen könnte.
Union Berlin und die alte Heimstärke
Der Aufwärtstrend basiert in erster Linie auf der neuen, alten Heimstärke. In den vergangenen Jahren war das Stadion An der Alten Försterei eine Festung. Diese Stärke ging zwischenzeitlich verloren. Das 1:0 gegen Wolfsburg war nun bereits der vierte Bundesliga-Heimsieg in Folge. In diesen vier Spielen kassierte die Mannschaft nur ein Gegentor.
„Wenn wir mit Herz und Leidenschaft agieren und auch die Fans mitnehmen, dann sind wir zu Hause schwer zu bespielen. Da sind wir inzwischen wieder auf einem guten Weg“, erklärte Robin Knoche.
Union Berlin und die große Leidenschaft
Man kann Union Berlin in dieser Saison sicher einiges vorwerfen – aber nicht den fehlenden Teamgeist. Trotz der extrem schwierigen Situation brach die Mannschaft nicht auseinander. „Ich habe in der Kabine eine maximal intakte Mannschaft vorgefunden“, berichtete Winter-Neuzugang Kevin Vogt.
Auch gegen Wolfsburg bestand dieser Teamgeist eine wichtige Prüfung. Nur vier Tage nach dem kräftezehrenden Nachholspiel beim FSV Mainz (1:1) auf tiefem Rasen lieferte die Mannschaft eine Energie-Leistung ab. „Der einzige Weg, dieses Spiel zu gewinnen, ging über Standards, Kampf und Zusammenhalt“, lobte Trainer Nenad Bjelica.
Union Berlin und eine wichtige Erkenntnis
Mut macht auch die Tatsache, dass die Mannschaft in den letzten beiden Spielen eine bemerkenswerte Flexibilität aufwies. Mit dem gesperrten Kapitän Christopher Trimmel und dem verletzten Josip Juranovic fehlten beide Rechtsverteidiger. In Mainz erlebte Jannik Haberer sein Debüt auf dieser Position. Weil sich Haberer die fünfte Gelbe Karte einfing, musste gegen Wolfsburg mit Alex Kral ein weiterer Mittelfeldspieler ran.
Auch Kral durfte anschließend ein dickes Lob einstecken. „Er hat genau wie Jannik Haberer seine Sache hervorragend gemacht. Sicher werden die gelernten Außenverteidiger wieder den Platz einnehmen, wenn sie zurückkommen. Dennoch ist es gut für einen Trainer zu wissen, dass die Spieler tolle Leistungen bringen, egal, ob die Position stimmt oder nicht“, sagte Bjelica.
Union Berlin auf dem Weg zum Klassenerhalt?
Gewonnen ist der Kampf um den Klassenerhalt noch lange nicht. Denn es gibt auch Punkte, die Anlass zur Sorge bieten. Auswärts sind die Eisernen das Schlusslicht der Liga. In elf Spielen gab es gerade mal einen Sieg und zwei Remis.
Auch das Thema Tore schießen bleibt ein Thema. Bis auf Benedict Hollerbach hat zuletzt kaum ein Stürmer getroffen haben. Gegen Mainz und Wolfsburg waren mit Robin Gosens und Danilho Doekhi zwei Abwehrspieler erfolgreich. Bester Torschütze des Teams ist übrigens kein Stürmer – sondern Gosens (5).
Aus Sicht von Nenad Bjelica besteht deshalb überhaupt kein Anlass für Entspannung im Abstiegskampf. „Wir werden erst dann entspannter sein, wenn wir es über die Ziellinie geschafft haben und gerettet sind“, kündigte der Coach an: „Der absolute Fokus liegt weiterhin auf der Arbeit. Die Jungs haben jetzt zwei Tage freibekommen. Am Dienstag treffen wir uns wieder und dann bereiten wir das Spiel in Hoffenheim vor.“

