Union Berlin: Keine Lust auf Relegation – so schwören sich Fans und Mannschaft ein

Enttäuschung nach der 2:3-Niederlage beim 1. FC Köln: Fans und Spieler des 1. FC Union Berlin schwörten sich direkt nach dem Spiel schon für die entscheidende Partie gegen den SC Freiburg ein.
Matthias KochHängende Schultern, verschränkte Arme, gesenkte Köpfe: Da standen die Profis des 1. FC Union Berlin nun vor der Nordkurve im Rhein-Energie-Stadion vor den 5000 mitgereisten Fans und mussten diesen Schock erst einmal verdauen. Bis zur 87. Minute hatten die Köpenicker im Duell beim 1. FC Köln, dem direkten Konkurrenten um den Klassenerhalt, mit 2:1 geführt. Dieser Spielstand war zumindest der gefühlte vorzeitige Klassenerhalt – doch dann verspielten die Unioner fast alles.
Die beiden späten Tore zum 3:2-Sieg der Kölner sorgten dafür, dass die Rheinländer plötzlich doch noch eine Chance auf den Klassenerhalt haben. Union hingegen muss am letzten Spieltag sogar noch den direkten Absturz fürchten. Ein Horrorszenario für Spieler und Fans, die eigentlich diese komplizierte Saison mit dem Auswärtssieg und einer fröhlichen Sonderzugfahrt versöhnlich ausklingen lassen wollten.
Emotionale Wortwechsel am Fanblock
Die Union-Seele wird also nach einer Spielzeit mit Real-Madrid-Höhepunkt und zwei Trainer-Entlassungen noch weiter strapaziert. Am Samstag steht an der Alten Försterei ein Nervenspiel bevor – und zumindest die Relegation gegen Fortuna Düsseldorf, den aktuellen Drittplatzierten der 2. Bundesliga, schwebt als drohendes Szenario über Köpenick. Dass die Fans darauf keine Lust haben, machten sie bereits am Samstag in Köln deutlich. Mit markanten Worten wurden die Spieler nach der zerstörenden Last-Minute-Niederlage wiederaufgerichtet.
Kapitän Christopher Trimmel gab danach Einblicke in die emotionalen Wortwechsel am Spielfeldrand: „Wir haben uns mit der Fanszene richtig gut ausgetauscht und uns gesagt, dass es nur gemeinsam geht, egal was passiert.“ Dabei nahm er die Mannschaft in die Pflicht: „Es bringt ja nichts. Der Verein hat alles getan, jetzt liegt es an uns.“ Trimmel betonte: „Wir sind froh, dass wir solche Fans haben. Ich glaube, da gibt es Spieler bei uns, die kennen das auch anders.“
Um direkt die Klasse zu halten, benötigen die Berliner allerdings Schützenhilfe. Klar ist, dass Union einen Sieg gegen den SC Freiburg benötigt. Außerdem dürfte Mainz nicht beim VfL Wolfsburg punkten. Womöglich gerät der VfL Bochum auch noch einmal in Reichweite. Das hängt vom Ausgang des Sonntagsspiels gegen Bayer Leverkusen ab.

