Fußball Bundesliga
: Union Berlin verliert dramatisch in Köln – direkter Abstieg möglich

Zwei ganze späte Tore treffen den 1. FC Union Berlin beim 1. FC Köln ins Mark. Den Eisernen droht nun sogar noch der direkte Abstieg aus der Bundesliga. Die Köpenicker verspielen eine 2:0-Führung.
Von
Jan Lehmann
Köln
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1. FC Köln — 1. FC Union Berlin: 11.05.2024, Nordrhein-Westfalen, Köln: Fußball: Bundesliga, 1. FC Köln - 1. FC Union Berlin, 33. Spieltag, im RheinEnergieStadion. Kölns Benno Schmitz (l) und Berlins Kevin Volland kämpfen um den Ball. Foto: Federico Gambarini/dpa - WICHTIGER HINWEIS: Gemäß den Vorgaben der DFL Deutsche Fußball Liga bzw. des DFB Deutscher Fußball-Bund ist es untersagt, in dem Stadion und/oder vom Spiel angefertigte Fotoaufnahmen in Form von Sequenzbildern und/oder videoähnlichen Fotostrecken zu verwerten bzw. verwerten zu lassen. +++ dpa-Bildfunk +++

Späte Niederlage für den 1. FC Union Berlin: Trotz einer 2:0-Führung beim 1. FC Köln verspielen die Berliner die beste Ausgangsposition für den Klassenerhalt und müssen nun am letzten Spieltag zittern.

Federico Gambarini/dpa

Last-Minute-Drama für den 1. FC Union Berlin in Köln – mit der 2:3-Niederlage beim 1. FC Köln rutschen die Berliner noch tiefer in den Abstiegsstrudel. Die Eisernen verspielten eine 2:0-Führung beim direkten Konkurrenten und stehen nun am letzten Spieltag im Heimspiel gegen den SC Freiburg extrem unter Druck.

Mit den Toren durch Robin Knoche (15.) und Kevin Volland (19./Hand-Elfmeter) bescherten die Berliner den 5000 mitgereisten Fans aus der Hauptstadt dabei anfangs noch einen fröhlichen Nachmittag mit Glücksgefühlen. Nach dem Gegentreffer durch Florian Kainz (45./Foulelfmeter) gab es dann aber doch noch eine Zitterpartie, die für die Eisernen sogar noch zur sportlichen Katastrophe wurde: Steffen Tigges (87.) und Damian Downs (90.+3) verwandelten das mit 50.000 Zuschauern ausverkaufte Rhein-Energie-Stadion in ein Tollhaus. Die scheinbar schon abgeschriebenen Kölner können nun auch wieder auf den Klassenerhalt hoffen.

Union Berlin droht Abstieg – Mainz-Spiel gegen Dortmund entscheidend

Spannend ist nun, wie der FSV Mainz am Abend gegen Borussia Dortmund spielt. Die Partie wird 18.30 Uhr angepfiffen. Sollte Mainz gewinnen, wäre Union vorerst Drittletzter. iele Union-Fans werden im Sonderzug nach Hause mitzittern. So hatten sie sich die letzte Auswärtsfahrt der regulären Saison nicht vorgestellt. Womöglich kommt in der Abstiegsrelegation nun noch eine weitere Reise dazu.

Dabei dürften die Anhänger der Eisernen am Samstag zunächst ziemlich verdutzt auf die Startaufstellung ihrer Mannschaft geschaut haben. So fulminant wie Interimstrainer Marco Grote am Freitag in der Pressekonferenz aufgetreten war, so wuchtig wirbelte er auch jene Mannschaft durcheinander, die zuletzt in der zweiten Halbzeit beim 3:4 gegen den VfL Bochum zumindest in der Offensive Hoffnungszeichen gesendet hatte.

Nach Trainerwechsel – vier Wechsel in der Startelf bei Union Berlin

Mit Chris Bedia, Yorbe Vertessen und Benedict Hollerbach fehlten gleich alle drei Joker-Torschützen der Vorwoche, das war so nicht unbedingt zu erwarten. Die Anfangsformation veränderte Grote im Gegensatz zum Bochum-Spiel auf vier Positionen. Statt des angeschlagenen Kevin Vogt spielte Robin Knoche in der Innenverteidigung. Für Josip Juranovic, Lucas Tousart und Hollerbach begannen Christopher Trimmel, Jerome Roussillon und Brenden Aaronson.

Union startete dann auch nicht so stürmisch, wie man es nach Grotes bemerkenswerter PK am Freitag („Gern attackieren, gern offensiv denken“) hatte erwarten können. „Mit aller Gewalt Klassenerhalt“ hatten die Fans dort mit einem großen Banner von ihrer Mannschaft eine Energie-Leistung gefordert. Interimscoach Grote schien aber mit der Annahme recht zu behalten, die er vor dem Spiel bei „Sky“ formulierte: „Der Kopf spielt eine große Rolle, manchmal mehr als die Beine.“ Als die Anfangsoffensive der Gastgeber vor der krachend lauten Kulisse im Rhein-Energie-Stadion vorüber war, nutzen die Eisernen eiskalt ihre ersten Chancen – und zwar per Kopf.

Guter Start für Union Berlin – frühe 2:0-Führung

Erst köpfte Knoche ziemlich unbedrängt einen Trimmel-Eckball zum 1:0 (15.) ins Tor. Und beim zweiten Berliner Eckstoß wuchtete Rani Khedira per Kopf den Ball aus Nahdistanz an den ausgestreckten Arm des Kölner Angreifers Faride Alidou. Schiedsrichter Deniz Aytekin prüfte die Szene im Video und entschied auf Handelfmeter. Kevin Volland vollstreckte kompromisslos in die Tormitte (19.) und damit begann schon die große Auswärtsparty im Gästeblock.

1. FC Köln — 1. FC Union Berlin: 11.05.2024, Nordrhein-Westfalen, Köln: Fußball: Bundesliga, 1. FC Köln - 1. FC Union Berlin, 33. Spieltag, im RheinEnergieStadion. Berlins Robin Knoche (2.v.l) erzielt das 0:1. Foto: Federico Gambarini/dpa - WICHTIGER HINWEIS: Gemäß den Vorgaben der DFL Deutsche Fußball Liga bzw. des DFB Deutscher Fußball-Bund ist es untersagt, in dem Stadion und/oder vom Spiel angefertigte Fotoaufnahmen in Form von Sequenzbildern und/oder videoähnlichen Fotostrecken zu verwerten bzw. verwerten zu lassen. +++ dpa-Bildfunk +++

Robin Knoche, der für den angeschlagenen Kevin Vogt in die Startelf gerückt war, brachte den 1. FC Union Berlin mit der ersten Chance beim 1. FC Köln in Führung.

Federico Gambarini/dpa

Zu vorzeitig? Union verdiente sich die Führung zwar mit einer sehr abgeklärten Leistung. Möglicherweise profitierte die Mannschaft dabei von den Champions League-Erfahrungen in dieser Saison. Weil die Spieler schon das Bernabeu-Stadion bei Real Madrid oder das Stadio Diego Maradona beim SSC Neapel erlebt haben, mochte man meinen, dass sie die bemerkenswerte Kulisse in Köln offenbar nicht schocken kann.

Rückschlag für Union direkt vor der Pause – Elfmeter-Tor für Köln

Allerdings machten die Berliner das Spiel dann selbst noch einmal heiß: der unnötige Foulelfmeter, den Kölns Kapitän Florian Kainz zum Anschlusstreffer (45.) ins linke Tor-Eck verwandelte, brachte die vermeintlich schon abgestiegenen Gastgeber noch einmal ins Spiel. Rani Khedira hatte im Strafraum Kölns Timo Hübers geklammert, war dann aber auch hart weggeblockt worden. Aytekin pfiff jedoch sofort, der Video-Check bestätigte die Entscheidung. Für Khedira ist es die fünfte Gelbe Karte. Er ist damit am 34. Spieltag im entscheidenden Heimspiel gegen den SC Freiburg gesperrt.

Unfassbare Schlussphase in Köln – Union Berlin rutscht tiefer in den Abstiegskampf

Der Mittelfeldspieler blieb in der Kabine, zur zweiten Halbzeit brachte Trainer Grote Janik Haberer ins Spiel. Kurz darauf kamen dann auch noch Hollerbach und Bedia in die Partie. Köln spielte mutig, aber relativ planlos nach vorn. Union beschränkte sich auf vereinzelte Konter – und Standardsituationen. Als Robin Gosens es wieder nach einem Eckball per Kopf versuchte, verhinderte nur die Querlatte (67.) das dritte Berliner Standardtor.

Weil Köln in der Offensive weiterhin sehr harmlos agierte, hatten die Berliner scheinbar alles im Griff. In der 87. Minute jedoch köpfte Steffen Tigges aus abseitsverdächtiger Position den Ball zum 2:2 ins Netz. Und als die Kölner dann alles nach vorn warfen, fiel tatsächlich noch der Treffer, der die für den 1. FC Union so extrem komplizierte Saison sogar noch mit dem direkten Abstieg enden lassen könnte. Downs köpfte Köln zum Sieg, die Jubelszenen danach zeigten, wie sehr man beim FC auch am letzten Spieltag um den Klassenverbleib kämpfen wird.

Tabelle der Fußball-Bundesliga