Union Berlin: Krise – Trainer Urs Fischer schottet Team in der Bundesliga-Pause ab

Urs Fischer (links, neben Co-Trainer Sebastian Bönig) ist mit Union Berlin als Tabellenletzter der Fußball-Bundesliga in die Länderspielpause gegangen.
Andreas Gora/dpaEines steht fest: Das wird keine gemütliche Länderspielpause für den 1. FC Union Berlin. Die Eisernen aus Köpenick sind in der Fußball-Bundesliga auf den letzten Tabellenplatz gestützt und stecken tief in der Krise.
Auch Trainer Urs Fischer steht nach neun Niederlagen in Folge unter Druck. Der FCU-Trainer schottet sein Team in der Pause erst einmal ab und verspricht harte Arbeit für die Wende im Kampf um den Klassenerhalt. Ruhe und den Fokus auf das Wesentliche lautet die Devise – Köpenick ist im Krisen-Modus angekommen.
Wie verläuft die Länderspielpause bei Union Berlin?
Der Verein hat mit dem Trainingsplan für diese Woche ein klares Zeichen gesetzt. Alle Übungseinheiten finden nicht-öffentlich statt, also ohne Fans. Bis Donnerstag wird trainiert. Am Freitag, Samstag und Sonntag ist frei. Ein Testspiel ist nach Angaben von Urs Fischer in der Bundesliga-Pause nicht geplant.
Wie sieht der Plan von Urs Fischer aus?
Neben den taktischen Einheiten will Urs Fischer vor allem auch die Köpfe der Spieler erreichen. „Es geht um Körpersprache und Mentalität. Wenn du um den Klassenerhalt spielst, gilt es zu kämpfen. Wir werden versuchen, die 14 Tage bestmöglich zu nutzen, um an den Abläufen zu arbeiten und wieder stabiler zu sein“, sagte er nach der 0:4-Niederlage in Leverkusen 0:4-Niederlage in Leverkusen.
Die psychologische Komponente ist auch aus Sicht von Christopher Trimmel ganz wichtig. „Bei uns war noch fast kein Spieler in einer solchen Situation. Wenn man die Erfahrung hätte, wie man da herauskommt, würde man auch intern was verändern. Am Ende sitzen wir da und sind fast schon ratlos. Jeder will natürlich und wir reden auch viel miteinander, aber am Ende müssen wir punkten“, erklärte Trimmel. Der Kapitän stellte sich am Sonntag in Leverkusen als einziger Union-Spieler den Fragen der Presse.
Welche Spieler von Union Berlin sind beim Nationalteam?
In die DFB-Auswahl hat es diesmal kein Profi von Union Berlin geschafft. Robin Gosens hat wegen der bevorstehenden Geburt seines zweiten Kindes von sich aus abgesagt. Kevin Behrens war zuletzt nicht mehr in der Topform des Saisonstarts. Behrens wurde nach seinem Debüt auf der USA-Reise diesmal von Bundestrainer Julian Nagelsmann nicht berücksichtigt. Das Heimspiel gegen die Türkei am 18. November im Berliner Olympiastadion findet also ohne Union-Beteiligung statt.
Zu ihren jeweiligen Nationalmannschaften reisen insgesamt sieben Union-Profis. Auf Reisen sind Brenden Aaronson (USA), Aissa Laidouni (Tunesien), Jerome Roussillon (Guadeloupe), Alex Kral (Tschechien), Frederik Rönnow (Dänemark) sowie Josip Juranovic (Kroatien), obwohl der Verteidiger in Leverkusen wegen einer Blessur ausgewechselt wurde. Aljoscha Kemlein erhielt eine Einladung für die deutsche U20-Auswahl.
Kommt die Länderspielpause zur richtigen Zeit?
Jein. Einerseits können diverse Spieler die Pause sehr gut gebrauchen, um wieder fit zu werden. Neben Josip Juranovic musste auch Leonardo Bonucci in Leverkusen vorzeitig vom Rasen. Robin Gosens und Sheraldo Becker machte zuletzt die große Belastung ebenfalls zu schaffen. „Wir haben viele Spieler, die müde und angeschlagen sind. Wir brauchen in einer solchen Phase absolut fitte Spieler“, erklärt Kapitän Christopher Trimmel.
Andererseits ist die Länderspielpause oftmals auch der Zeitpunkt für eine Kurskorrektur. Bei Union Berlin setzt man dagegen die Hoffnungen auf das nächste Heimspiel gegen den FC Augsburg – es findet aber eben nach der Länderspielpause statt. Danach geht es bis Weihnachten Schlag auf Schlag.

