Union Berlin: Politik statt Fußball – Ex-Sportchef Ruhnert lässt Aufgaben ruhen

Oliver Ruhnert lässt seine Tätigkeit als Chefscout von Union Berlin ruhen und widmet sich seiner politischen Karriere.
Soeren Stache/dpa- Oliver Ruhnert verlässt Union Berlin für Politik, wird Chefscout-Posten ab Januar 2025 ruhen lassen.
- Ruhnert kandidiert für "Bündnis Sahra Wagenknecht" bei der Bundestagswahl 2025.
- Seit 2018 als Geschäftsführer Profifußball bei Union Berlin tätig; führte den Verein in die Bundesliga.
- Ruhnert wird sich voll dem Wahlkampf widmen; Schalke 04 Gerüchte bestehen.
- Sahra Wagenknecht lobt Ruhnert als "Topmann".
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Oliver Ruhnert wird sich künftig der Politik widmen und seine Aufgaben bei Fußball-Bundesligist Union Berlin ab Januar 2025 ruhen lassen. Das gab der Verein am Dienstag bekannt. Der Chefscout der Köpenicker, Mitglied des „Bündnis Sahra Wagenknecht“ (BSW), habe demnach das Präsidium des Klubs darüber informiert, „dass er bei der kommenden Bundestagswahl als Spitzenkandidat auf der Berliner Landesliste seiner Partei kandidiert“.
Seit Mai 2018 war der heute 53-jährige Geschäftsführer Profifußball und Leiter der Lizenspielerabteilung beim 1. FC Union. In dieser Position konnte er Urs Fischer als Trainer für den damaligen Zweitligisten gewinnen. Gemeinsam stiegen sie nicht nur in die Bundesliga auf, sondern schafften in den folgenden Jahren auch den Sprung ins internationale Geschäft, der mit der Teilnahme an der Champions League 2023/24 endete.
Abstiegskampf mit Union Berlin kostete Kraft
Doch was dann folgte, hinterließ Spuren in Köpenick: Dem Aus in der Fußball-Königsklasse folgte ein langer Kampf gegen den Abstieg, dem erst Trainer-Legende Fischer und später auch dessen Nachfolger Nenad Bjelica zum Opfer fiel. Erst am letzten Spieltag der vorigen Saison konnte der Klassenerhalt gesichert werden.
Nach der schwierigen Saison kehrte Oliver Ruhnert auf eigenen Wunsch in seine alte Position als Chefscout der Eisernen zurück. Horst Heldt übernahm im Sommer 2024 Ruhnerts Posten als Geschäftsführer Profifußball. „Ich blicke mit großem Stolz auf die letzten sieben Jahre zurück. Wir haben hier bei Union mit vereinten Kräften ungeahnte Erfolge errungen und stehen jetzt vor der 6. Bundesligasaison. All das hat sehr viel Kraft gekostet“, wurde Ruhnert Ende Mai in einer Vereinsmitteilung zitiert.
Sahra Wagenknecht nennt Oliver Ruhnert einen "Topmann"
Bereits im Frühjahr war bekannt geworden, dass Ruhnert, der zuvor bei der Partei „Die Linke“ aktiv gewesen war, dem BSW beigetreten ist. Ab Januar werde sich der Manager nun laut Union-Mitteilung „vollumfänglich den Wahlkampfaktivitäten für die voraussichtlich am 23. Februar 2025 stattfindende Bundestagswahl widmen“.
Mit Ruhnert habe die Partei „einen Topmann gewonnen“, hatte BSW-Chefin Wagenknecht dem Nachrichtenmagazin Spiegel bereits im Mai gesagt: „Er weiß, wie man in die Bundesliga aufsteigt, sich dort durchsetzt und mit den großen, vermeintlich übermächtigen Gegnern anlegt.“
Gerüchte über neuen Job bei Fußball-Zweitligist Schalke 04
Zuletzt berichtete die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ), dass Ruhnert ein Kandidat für den zu Jahresbeginn abgeschafften Posten des Sportvorstands bei Schalke 04 sein könnte. Der Traditionsclub kämpft in der 2. Fußball-Bundesliga um den Abstieg und will sich neu strukturieren.
Doch auch dieser Job dürfte nicht zu den „vollumfänglichen Wahlkampfaktivitäten“ passen, denen sich der 53-Jährige widmen will. (mit dpa)



