Urs Fischer muss gehen
: Aus für Trainer von Union Berlin – Präsident Zingler erklärt Trennung

Urs Fischer ist nicht mehr Trainer des 1. FC Union Berlin. Die Köpenicker haben die Trennung verkündet. Präsident Dirk Zingler erklärt die Hintergründe.
Von
Jan Lehmann
Berlin
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Urs Fischer ist nicht mehr Trainer des 1. FC Union Berlin in der Fußball-Bundesliga. Am Dienstag vermeldeten die Eisernen die Trennung vom „erfolgreichsten Trainer der Union-Geschichte“.

Tom Weller/dpa

Der 1. FC Union Berlin hat die Zusammenarbeit mit Cheftrainer Urs Fischer mit sofortiger Wirkung beendet. Das teilte der Fußball-Bundesligist am Mittwoch mit.

In der Pressemitteilung heißt es, dass Union-Präsident Dirk Zingler und Urs Fischer diese gemeinsame Entscheidung in einem persönlichen Gespräch am Montagnachmittag (13. November 2023) getroffen hätten.

Update: Bei einer Pressekonferenz am Nachmittag nahm Zingler noch einmal tiefergehend Stellung und berichtete von zwei geheimen Abmachungen mit Urs Fischer, die bei der Trennung nun eine wichtige Rolle gespielt hätten. Hier gibt es einen aktuellen Text zur Pressekonferenz von Dirk Zingler.

Präsident Zingler erklärte in der am Morgen versendeten Pressemitteilung: „Ich habe erst vor Kurzem deutlich zum Ausdruck gebracht, dass Urs Fischer ein hervorragender Trainer ist, und davon bin ich auch weiterhin absolut überzeugt. Seine Persönlichkeit und seine erfolgreiche Arbeit haben unseren Klub in den vergangenen Jahren geprägt und uns viele neue Möglichkeiten eröffnet.“

Zingler betont: „In diesen fünfeinhalb Jahren unserer Zusammenarbeit haben sich Respekt und Vertrauen zwischen uns entwickelt, auf deren Basis wir uns jederzeit offen und ehrlich austauschen konnten. Gemeinsam sind wir nun zu der Überzeugung gelangt, dass jetzt der Zeitpunkt gekommen ist, einen anderen Weg einzuschlagen.“

Dirk Zingler: „Urs Fischer geht als Freund“

Der Union-Präsident bedauert: „Für mich persönlich und sicherlich für die gesamte Union-Familie ist das ein sehr trauriger Moment. Es tut weh, dass es uns nicht gelungen ist, den Negativlauf der letzten Wochen zu durchbrechen. Mit Blick auf die gemeinsame Zeit und die Erfolge, die wir zusammen gefeiert haben, bin ich dankbar und stolz. So schmerzhaft diese Trennung ist – Urs Fischer geht als Freund, der jederzeit mit offenen Armen von uns empfangen werden wird.“

Urs Fischer hatte am 1. Juli 2018 die Position des Cheftrainers bei Union Berlin übernommen. Gemeinsam mit seinem langjährigen Co-Trainer Markus Hoffmann, dem Trainer-und Betreuer-Team, der Mannschaft sowie dem gesamten Verein schrieb der Schweizer Fußballlehrer bei Union eine Erfolgsgeschichte. Nachdem in der ersten gemeinsamen Saison der Aufstieg in die Bundesliga gelungen war, folgte der Klassenerhalt im Fußballoberhaus. In den folgenden drei Spielzeiten erreichte die Bundesliga-Mannschaft unter der Regie von Urs Fischer die Tabellenplätze sieben, fünf und vier und qualifizierte sich damit erstmals in der Vereinsgeschichte für die UEFA Wettbewerbe Conference League, Europa League und Champions League.

Urs Fischer war Trainer des Jahres

Die Köpenicker schreiben dazu: „Damit geht Urs Fischer als bislang erfolgreichster Trainer in die Union-Geschichte ein. Für seine Arbeit in Berlin wurde er wiederholt ausgezeichnet und im Sommer 2023 von verschiedenen Fußball-Fachmagazinen sowie von Fußballprofis und Trainerkollegen zum „Trainer des Jahres“ gewählt. Urs Fischer zeichnete in insgesamt 224 Pflichtspielen als Cheftrainer für die sportliche Leistung der Profimannschaft der Männer des 1. FC Union Berlin verantwortlich.

Für Trainer Urs Fischer geht eine harte Zeit zu Ende. Seit 14 Spielen hatte er mit dem 1. FC Union auf einen Sieg gewartet – zuletzt gab es ein 0:4-Debakel bei Bayer Leverkusen. Er gibt in der Pressemitteilung zu: „Die letzten Wochen haben sehr viel Kraft gekostet. Wir haben viel versucht, die Mannschaft hat viel aufgewendet, aber es hat sich nicht in Ergebnissen ausgezahlt. Für das Vertrauen, das ich hier jederzeit gespürt habe, bin ich sehr dankbar.“

Fischer bedankt sich bei seinem Team

Fischer verdeutlichte: „Trotzdem fühlt es sich richtig an, wenn jetzt eine Veränderung passiert: Manchmal hilft einer Mannschaft eben doch ein anderes Gesicht, eine andere Art der Ansprache, um eine Entwicklung auszulösen“, so Urs Fischer. „Ich habe mit Union einen außergewöhnlichen Verein kennen- und schätzen gelernt. Mein Dank gilt den Spielern, mit denen ich in dieser Zeit arbeiten durfte, Markus Hoffmann und meinem Team, den Verantwortlichen und den Mitarbeitern des Vereins sowie den Fans. Es ist ein großes Glück, diese extrem positive Art der Unterstützung erlebt haben zu dürfen. Ich wünsche Union nur das Beste und bin überzeugt, dass der Klassenerhalt gelingen wird.“

Geschäftsführer Oliver Ruhnert verliert damit einen engen Partner an seiner Seite. Er erklärte: „Urs Fischer hat bei Union Außergewöhnliches geleistet und den Verein auf ein ganz neues sportliches Niveau geführt. Ich bedanke mich bei Urs für den Einsatz und die stets respekt- und vertrauensvolle Zusammenarbeit, die uns über eine im Fußballgeschäft lange Zeit verbunden hat.

Gemeinsam mit Urs Fischer verlässt auch Co-Trainer Markus Hoffmann den 1. FC Union Berlin. Als Interimstrainer betreut bis auf weiteres Unions U19-Trainer Marco Grote die Mannschaft. Der 51-jährige Fußballlehrer wird dabei von Co-Trainerin Marie-Louise Eta unterstützt.

1. FC Union Berlin – die Fußball-Bundesliga

1. FC Union Berlin – der DFB-Pokal

1. FC Union Berlin – die Champions League

Neuzugänge beim 1. FC Union Berlin

Abgänge beim 1. FC Union Berlin

Sven Michel (32, FC Augsburg)

Paul Seguin (28, FC Schalke 04)

Jamie Leweling (22, VfB Stuttgart, Leihe)

Rick van Drongelen (24, Samsunspor, Türkei)

Levin Öztunali (27, Hamburger SV)

Kevin Möhwald (29, KAS Eupen, Belgien)

Tim Maciejewski (22, SV Sandhausen)

Morten Thorsby (27, Genua CFC, Italien, Leihe)

Tymoteusz Puchacz (24, 1. FC Kaiserslautern, Leihe)

Lennart Grill (24, VfL Osnabrück, Leihe)

Niko Gießelmann (31, Greuther Fürth)

Timo Baumgartl (27, FC Schalke 04)

Milos Pantovic (27, KAS Eupen, Belgien)

Dominique Heintz (30, 1. FC Köln)

Tim Skarke (26, SV Darmstadt, Leihe)

Jordan Siebatcheu (27, Borussia Mönchengladbach, Leihe)

Malick Sanogo (19, 1. FC Nürnberg)