Bundesliga Union Berlin
: Ausfall von Trimmel tut doppelt weh – Alternativen für Mainz?

Union Berlin muss im wichtigen Kellerduell der Fußball-Bundesliga beim FSV Mainz am Mittwoch ohne Christopher Trimmel spielen. Die Sperre gegen den Kapitän kommt zur Unzeit – für Union und auch für Trimmel.
Von
Frank Noack
Berlin
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  • Der Kapitän muss zuschauen: Christopher Trimmel wird Union Berlin am Mittwoch beim Spiel in Mainz fehlen.

    Der Kapitän muss zuschauen: Christopher Trimmel wird Union Berlin am Mittwoch beim Spiel in Mainz fehlen.

    Sebastian Räppold/Matthias Koch
  • Christopher Trimmel sah bei der 0:2-Niederlage von UNion Berlin bei RB Leipzig die Rote Karte

    Christopher Trimmel sah bei der 0:2-Niederlage von UNion Berlin bei RB Leipzig die Rote Karte

    Eibner/Bert Harzer
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Mit gesenktem Blick stampfte Christopher Trimmel deutlich früher als geplant vom Rasen der Red-Bull-Arena. Ausgerechnet der Kapitän kassierte bei der 0:2-Niederlage des 1. FC Union Berlin bei RB Leipzig Mitte der zweiten Halbzeit die Rote Karte. Trimmel wird den Eisernen im Kellerduell der Fußball-Bundesliga beim FSV Mainz am Mittwoch (18.30 Uhr) also fehlen.

Die Sperre – deren Dauer noch nicht feststeht – kommt sowohl für den Kapitän als auch für die Mannschaft zur Unzeit. Denn mit dem Fehlen von Christopher Trimmel tut sich bei den Köpenickern in ohnehin schon unruhigen Zeiten eine weitere Baustelle auf – genauer gesagt auf der rechten Abwehrseite. Nun war Trimmel zwar unter dem neuen Cheftrainer Nenad Bjelica alles andere als umstritten auf seiner angestammten Position auf dem rechten Flügel. Da aber Josip Juranovic derzeit verletzungsbedingt nicht zur Verfügung steht, herrscht ohne Juranovic und ohne Trimmel akuter Notstand.

„Es bitter, dass der Kapitän fehlen wird. ,Trimmi‘ hat zuletzt richtig gute Leistungen gebracht. Er übernimmt Verantwortung auf und neben dem Platz. Jetzt ist er vor allem außerhalb des Platzes gefragt“, erklärte Co-Trainerin Marie-Louise Eta mit Blick auf das Spiel in Mainz.

Bitter ist auch, dass durch das Fehlen von Christopher Trimmel die Defensive erneut durcheinander gerüttelt wird. Anders als die auch in Leipzig ziemlich harmlose Offensive konnte sich die Defensive zuletzt stabilisieren. Nur drei Gegentore in den zurückliegenden fünf Spielen sind eine recht passable Bilanz. „Ich finde, dass wir uns in den vergangenen Spielen eine gewisse Stabilität innerhalb der Mannschaft aufgebaut haben“, konstatierte Robin Knoche nach der Partie in Leipzig.

Die Sperre gegen den Kapitän kommt aber nicht nur für den 1. FC Union zur Unzeit, sondern auch für Christopher Trimmel selbst. Der 36 Jahre alte Routinier gilt zwar längst als Vereins-Ikone. Immerhin spielt Trimmel seit 2024 in Berlin-Köpenick und ist damit der dienstälteste Spieler im Kader der Eisernen. Aber die Startelf-Einsätze für den Österreicher sind zuletzt immer seltener geworden. Spätestens mit der Amtsübernahme von Nenad Bjelica avancierte dessen kroatischer Landsmann Josip Juranovic die klare Nummer eins auf der rechten Seite.

Union Berlin am Mittwoch in Mainz

Während der verletzungsbedingten Abwesenheit von Juranovic wollte Trimmel eigentlich Pluspunkte in eigener Sache sammeln. Das hat sich seit Sonntagabend und dem Foul an Leipzigs David Raum erst einmal erledigt. Wie es mit dem Kapitän im Sommer weitergeht, ist ohnehin offen. Zuletzt hatte Rapid Wien vorsorglich schon einmal den roten Teppich für eine Rückkehr des verlorenen Sohnes der Hütteldorfer ausgerollt. 199 Partien hat Trimmel zwischen 2009 und 2024 für den Traditionsverein bestritten.

Viel wird am Mittwoch in Mainz davon abhängen, wie gut es dem 1. FC Union gelingt, die Lücke auf der rechten Abwehrseite zu schließen. Nach dem Platzverweis gegen Trimmel musste Robin Knoche in Leipzig aushilfsweise auf dieser Position einspringen. Es war eine ungewohnte Rolle für den gelernten Innenverteidiger. „Klassischer Rechtsverteidiger steht nicht in meinem Profil. Ich fülle aber die Position aus, die im Moment für die Mannschaft wichtig ist“, sagte Knoche.

Gibt es Alternativen im Kader? Eher nicht. Im Notfall könnte Paul Jaeckel – eigentlich auf der rechten Seite in der Dreierkette zu Hause – nach ganz außen rutschen. Schon jetzt steht fest: Diese Baustelle zu schließen, wird nicht einfach. Das weiß auch Co-Trainerin Marie-Louise Eta: „Wir werden uns bis Mittwoch was überlegen, wer da einspringen wird.“ Denn Christopher Trimmel kann diesmal nur Außerhalb des Spielfeldes Verantwortung übernehmen.