Union Berlin
: Rot und Niederlage in Leipzig – Zingler spricht Machtwort zu Bjelica

Union Berlin verliert in der Fußball-Bundesliga bei RB Leipzig. Vor dem Anpfiff äußert sich Präsident Dirk Zingler zur Zukunft des weiterhin gesperrten und vor allem umstrittenen Cheftrainers Nenad Bjelica.
Von
Frank Noack
Leipzig
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  • Lois Openda (links) trifft hier zum 1:0 für RB Leipzig gegen Union Berlin.

    Lois Openda (links) trifft hier zum 1:0 für RB Leipzig gegen Union Berlin.

    Jan Woitas/dpa
  • Der gesperrte Union-Cheftrainer Nenad Bjelica (links oben) verfolgte das Spiel neben Präsident Dirk Zingler von der Tribüne aus.

    Der gesperrte Union-Cheftrainer Nenad Bjelica (links oben) verfolgte das Spiel neben Präsident Dirk Zingler von der Tribüne aus.

    Jan Wojtas/dpa
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Es war ein Bild mit Symbolcharakter. Der weiterhin gesperrte Cheftrainer Nenad Bjelica verfolgte die 0:2 (0:1)-Niederlage des 1. FC Union Berlin bei RB Leipzig von der Tribüne aus – er saß direkt neben Präsident Dirk Zingler. Der Clubchef gilt trotz des Ausrasters von Bjelica in München, als er Leroy Sané gleich zweimal ins Gesicht griff, weiterhin als größter Unterstützer des Kroaten.

Während Bjelica bei Teilen der Union-Fans und selbst innerhalb der Mannschaft umstritten ist, sprach sich Zingler am Sonntagabend in Leipzig sehr deutlich für eine Fortsetzung der Zusammenarbeit aus. „Wir haben Nenad Bjelica verpflichtet, damit er den Klassenerhalt schafft. Ich gehe davon aus, dass die Entscheidung darüber erst im Mai fällt und er also selbst dann noch auf der Bank sitzt. Es wird ein harter Gang, das ist ganz klar“, erklärte Zingler am DAZN-Mikrofon. Sportchef Oliver Ruhnert hatte sich eine Woche zuvor beim Heimspiel gegen Darmstadt 98 nicht zu einem solchen Bekenntnis zum Trainer durchringen können.

In der Tat droht Union Berlin ein harter Ganz in Richtung Klassenerhalt. Der FCU liegt nach dem 20. Spieltag zwar auf Rang 15. Der Abstand zum Tabellenkeller ist mit zwei Punkten allerdings überschaubar. Und am Mittwoch folgt das wichtige Nachholspiel beim FSV Mainz 05 (18.30 Uhr) – übrigens erneut ohne Bjelica, der erst am Samstag in der Heimpartie gegen den VfL Wolfsburg wieder an die Seitenlinie darf.

Nenad Bjelica musste von der Tribüne der Red-Bull-Arena aus mit ansehen, wie seine Mannschaft bereits nach elf Minuten durch den frühen Treffer von Lois Openda in Rückstand geriet. Openda knallte den Ball aus spitzem Winkel unter die Latte. In der 48. Minute erhöhte der völlig frei stehende Benjamin Sesko vor 44 032 Zuschauern auf 2:0 für die spielbestimmenden Gastgeber. Nach 73 Minuten war die Partie für Christopher Trimmel beendet. Der Kapitän sah nach einem harten Einsteigen gegen David Raum die Rote Karte.

Debüt für Neuzugang Yorbe Vertessen

Bei den Eisernen feierte Neuzugang Yorbe Vertessen nach nur drei Tagen in Köpenick gleich sein Startelf-Debüt – es fiel ordentlich aus. Der Wechsel des Stürmers vom PSV Eindhoven war nach tagelanger Ungewissheit erst am Donnerstag endgültig über die Bühne gegangen. Vertessen soll einen Vertrag bis 2028 unterschrieben haben und rund 4,5 Millionen Euro kosten.

Gerade in diesen Tagen, wo es vor allem um Stabilität im Kampf um den Klassenerhalt geht, gab es am Sonntag in Leipzig jedoch auch personelle Rückschläge. Denn mit Torhüter Frederik Rönnow, Diogo Leite und Alex Kral mussten gleich drei Stammspieler der vergangenen Wochen aufgrund von Erkrankungen pausieren. Im Gegenzug durfte Danilho Doekhi erstmals nach seiner Verletzungspause von Beginn an ran.

Union Berlin versuchte immer wieder über die schnellen Stürmer Benedict Hollerbach und eben Yorbe Vertessen umzuschalten. In der 31. Minute meldete sich Vertessen mit einer Chance per Kopf in der Bundesliga an. Auch sonst war der Belgier schon recht gut in die offensiven Abläufe eingebunden.

Diese Ansätze reichten jedoch nicht aus, um die zuletzt schwächelnden Gastgeber ernsthaft in Gefahr zu bringen. Vor dem gegnerischen Tor waren die Aktionen der Eisernen zu harmlos und zu kompliziert. Während Leipzig den ersten Sieg nach zuletzt drei Niederlagen bejubeln durfte, warten auf den 1. FC Union und seinen umstrittenen Cheftrainer Nenad Bjelica weiterhin unruhige Wochen im Kampf um den Klassenerhalt.