Union Berlin Transfer: Erster Abgang steht fest – Rutschpartie zum Sieg gegen Bielefeld
Es war kalt im Stadion und es war rutschig auf dem neuen Rasen – aber es war zumindest vom Ergebnis her erfolgreich. Der 1. FC Union Berlin kam im Testspiel gegen Drittligist Arminia Bielefeld zu einem 2:0 (0:0)-Heimsieg.
Beide Mannschaften hatten am Samstagnachmittag auf dem neu verlegten Rasen im Stadion An der Alten Försterei einen schweren Stand. Die Partie war deshalb immer wieder auch eine Rutschpartie für die Spieler. Die Köpenicker starteten schwach in dieses Testspiel, steigerte sich jedoch in der zweiten Halbzeit. „Die zweite Halbzeit war etwas besser als die erste. Es ist noch weit weg von dem, was ich sehen möchte. Wichtig ist, dass auf dem neuen Platz alle gesund geblieben sind“, bilanzierte Trainer Nenad Bjelica.
Brenden Aaronson traf in der 54. Minute zur Führung für die Gastgeber. Ein abgefälschter Schuss von Janik Haberer brachte das 2:0 (59.). „Die erste Halbzeit war nicht gut. Wir hatten keinen Zugriff und waren auch mit dem Ball nicht gut. Zudem waren auch die Platzverhältnisse sehr schlecht. Man hatte selbst mit langen Stollen wenig Halt“, erklärte Haberer.
Union Berlin baut Kader um
Die spannende Frage über diesem Spiel lautete natürlich: Welche Rückschlüsse über die Umbaupläne von Trainer Nenad Bjelica lassen sich aus dem ersten und gleichzeitig einzigen Test der Winter-Vorbereitung ableiten? Immerhin geht es bereits am nächsten Samstag (13. Januar) beim SC Freiburg in der Bundesliga weiter. Zudem hatte Präsident Dirk Zingler in einem Interview im vereinseigenen TV-Kanal angekündigt: „Wir werden Veränderungen im Kader erleben. Wir werden uns neu aufstellen müssen.“
Einen ersten Vorgeschmack bekamen die 14 107 Fans am Samstag im Stadion An der Alten Försterei. Bjelica setzte zunächst auf ein 4-1-2-3 mit Alex Kral auf der zentralen Position vor der Abwehr. Nach der Halbzeitpause stellte er dann auf eine Dreierkette um – und es wurde spürbar besser. Aissa Laidouni fehlte wegen der Vorbereitungen auf den Afrika-Cup mit Tunesien. Er wird den Eisernen mindestens in den ersten drei Bundesliga-Partien nicht zur Verfügung stehen und dürfte damit auch weiterhin schlechte Karten bei Bjelica haben.
Unterdessen könnte sich David Fofana als erster Spieler endgültig aus Köpenick verabschieden. Gegen Bielefeld fehlte er im Kader – offiziell aufgrund von muskulären Beschwerden. Dem Vernehmen nach will der FC Chelsea die Leihe des Stürmers vorzeitig abbrechen. Fofana wird als Neuzugang beim FC Sevilla gehandelt. Sein einziges Bundesliga-Tor schoss er beim 2:0 gegen den 1. FC Köln am 20. Dezember. Stattdessen fiel der junge Angreifer durch die eine oder andere Undiszipliniertheit auf – zum Beispiel als er Trainer Urs Fischer nach der Auswechslung den Handschlag verweigerte und für zwei Partien suspendiert wurde.
Zu einhundert Prozent besiegelt ist der Absprung von Fofana aber offenbar noch nicht. „Er hat einen Leihvertrag bis zum Sommer mit uns. Wir wollen ihn nicht freigeben“, sagte Bjelica nach dem Spiel gegen Bielefeld.
Sheraldo Becker fehlt gegen Bielefeld
Mit Sheraldo Becker fehlte ein weiterer Abgangskandidat im Test gegen Bielefeld. Der Stürmer hatte auch schon den Trainingsauftakt verpasst, trainiert inzwischen aber wieder individuell. Becker wurde zuletzt mit Eintracht Frankfurt in Verbindung gebracht. Aljoscha Kemlein steht als erster Abgang fest. Das Mittelfeld-Talent wechselt in der Rückrunde auf Leihbasis zum FC St. Pauli in die 2. Liga. Im Zuge der Leihvereinbarung haben die Eisernen den Vertrag mit Kemlein verlängert. Leonardo Bonucci, dessen Wechsel zum AS Rom geplatzt ist, saß gegen Bielefeld zunächst auf der Bank und kam mit Beginn der zweiten Halbzeit ins Spiel.

Mittelfeld-Talent Aljoscha Kemlein wechselt auf Leihbasis vom 1. FC Union Berlin zum FC St. Pauli in die 2. Liga.
Matthias Koch/dpaUmbauen muss Trainer Bjelica beim Bundesliga-Wiederbeginn vermutlich auf zwei Positionen: Rani Khedira fällt in jedem Fall aus, für Robin Gosens wird die Zeit sehr knapp. Das Fazit nach dem Testspielsieg gegen Arminia Bielefeld: Der 1. FC Union kam nach der Systemumstellung in der zweiten Halbzeit mit der Dreierkette deutlich besser zurecht. Vor allem Torschütze Brenden Aaronson fühlte sich wohl in den sich auftuenden Räumen. Anders als bei David Fofana dürfte eine vorzeitige Rückkehr des Leihspielers zu Leeds United eher unwahrscheinlich sein.
Allerdings waren die Gäste aus Ostwestfalen in diesem Testspiel nur bedingt ein Gradmesser für den Kampf um den Klassenerhalt in der Bundesliga. Am kommenden Samstag wird die Gegenwehr für die Eisernen deutlich härter ausfallen. „Wir müssen noch eine Schippe drauflegen, damit wir in Freiburg punkten können“, prophezeite Janik Haberer.


