Union Berlin: Schlammschlacht und Tennisbälle – Eiserne spielen remis in Mainz
Viel Regen, viele Tennisbälle, aber kein Sieger im Kellerduell der Fußball-Bundesliga zwischen dem FSV Mainz 05 und Union Berlin. Mit dem 1:1 (1:1)-Remis in diesem Nachholspiel halten die Eisernen den Konkurrenten aus Rheinhessen im Kampf um den Klassenerhalt in der Fußball-Bundesliga zumindest auf Distanz. Der FCU liegt als Tabellen-15. aber nur drei Punkte vor dem Relegationsrang 16.
Die Bedingungen vor 26 200 Zuschauern in der Mewa-Arena waren wie geschaffen für ein Kellerduell, aber auch eine grenzwertige Schlammschlacht. Denn: Im Keller ist es manchmal ganz schön nass. Es hatte den ganzen Tag in Mainz in Strömen gegossen, sodass auch auf dem Rasen viele Pfützen standen, die den Spielfluss immer wieder unterbrachen. Zudem sorgten sie für gefährliche Rutschpartien in der sehr intensiv geführten Partie.
Union-Trainer Nenad Bjelica – er brummte am Mittwochabend das dritte und letzte Spiel seiner Sperre ab – musste vorab eine ganz wichtige Personalfrage klären: Wer schließt die Lücke auf der rechten Abwehrseite? Kapitän Christopher Trimmel ist nach dem Platzverweis am Sonntag beim 0:2 in Leipzig für zwei Partien gesperrt und Josip Juranovic immer noch verletzt. Eigentlich hatte Bjelica keine weitere Option – er entschied sich für Janik Haberer.
In der umkämpften Startphase hatten die Gäste erst Pech und dann Glück. In der 7. Minute traf Kevin Volland die Latte. Kurz danach erwischte Robin Knoche dann im eigenen Strafraum den Mainzer Ludovic Ajorque mit dem Fuß am Kopf. Schiedsrichter Martin Petersen aus Stuttgart ließ großzügig weiterlaufen.
Fans werfen Flummies und Tennisbälle
Als sich die allgemeine Hektik etwas beruhigt hatte, sorgten die Union-Fans für eine minutenlange Unterbrechung. Aus der Gästekurve flogen immer wieder Flummies und Tennisbälle als Protest gegen einen möglichen Investoren-Einstieg auf den Rasen. Die Spieler beider Teams versuchten sich trotz der empfindlichen Kühle während dieser Unterbrechung halbwegs warmzuhalten. Kapitän Rani Khedira ging dann zu den Fans und versuchte zu beschwichtigen. Letztlich gab es eine XXL-Nachspielzeit in der ersten Halbzeit.
Es war eine turbulente Nachspielzeit. Als Jonathan Burkardt angeflogen kam, konnten weder Rani Khedira noch Andras Schäfer den Mainzer am wuchtigen Kopfball zum 1:0 für die Gastgeber hindern (45.+8). Aber Robin Gosens sorgte ebenfalls noch vor der Pause für den Ausgleich (1:1, 45.+13).
Während Union in der ersten Halbzeit oft mutig nach vorn spielte, gab es nach dem Wechsel auf dem immer tiefer werden Rasen kaum noch Entlastung. Nach einem Querschläger von Aissa Laidouni kam Karim Onisiwo im Fünfmeterraum völlig frei zum Abschluss, er setzte den Kopfball aber knapp neben das Tor (73.). In der 88. Minute hatte der eingewechselte Yorbe Vertessen den möglichen Siegtreffer für die Gäste auf dem Fuß.
Das Fazit von Co-Trainer Marie-Louise Eta: „Es war das erwartet umkämpfte Spiel. Es war nicht einfach auf diesem Boden. Die Jungs haben trotzdem versucht, Fußball zu spielen. Die Mannschaft war hellwach. Am Ende hatten wir sogar die Chance durch Yorbe Vertessen, um das Spiel zu gewinnen. Insgesamt geht das Unentschieden in Ordnung.“



