Union Berlin
: Später Mut, große Moral - die Eisernen wiederholen ihr Muster

Erneut Rückstand, wieder Comeback: Beim 1:1 gegen Eintracht Frankfurt bestätigt sich ein Trend beim 1. FC Union Berlin. Im Jahr 2026 bleibt der FCU sieglos.
Von
Brian Schmidt
Berlin
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1.BL 1. FC Union - Eintracht Frankfurt 2025/26: Fußball, Herren, Saison 2025/2026, 1. Bundesliga (21. Spieltag), 1. FC Union Berlin - Eintracht Frankfurt (1:1), v. l. Rani Khedira (1. FC Union Berlin), Derrick Köhn (1. FC Union Berlin), Leopold Querfeld (1. FC Union Berlin) vor dem Freistoß, den Livan Burcu (1. FC Union Berlin) ausführt,  06.02.2026, Foto: Matthias Koch

Diese Szene sorgte nach dem Spiel für Gesprächsstoff. Livan Burcu, Derrick Köhn und Leopold Querfeld (von links nach rechts) diskutieren über die Ausführung eines vielversprechenden Freistoßes. Trainer Steffen Baumgart mischte sich von draußen ein.

Matthias Koch
  • Union Berlin spielt 1:1 gegen Eintracht Frankfurt – weiter sieglos im Jahr 2026.
  • Spätes 0:1 (84.), sofortiger Ausgleich per Elfmeter durch Leopold Querfeld.
  • Sechs Spiele ohne Sieg, sechsmal Rückstand – dennoch Moral und Comebacks.
  • Baumgart: Defensiv stabil, aber „Punch nach vorne“ fehlt; Elfmeter „glücklich“.
  • Streitpunkt Freistoß: Baumgart ruft Burcu, der schießt vorbei; Februar mit HSV, Gladbach, Leverkusen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Es war wieder einer dieser Abende, die man bei Union Berlin inzwischen kennt. Wenig Ertrag, lange Geduld, ein Rückschlag – und doch kein Einbruch. Beim 1:1 gegen Eintracht Frankfurt blieb der erste Bundesliga-Sieg des Jahres 2026 zwar erneut aus, doch die Art und Weise, wie sich die Köpenicker nach dem späten Gegentor zurückkämpften, sagt viel über den aktuellen Zustand der Mannschaft aus.

Sportlich war es über weite Strecken ein zähes Bundesligaspiel. Frankfurt kontrollierte den Ball, Union verteidigte diszipliniert, Chancen blieben rar. Als Nathaniel Brown die Gäste in der 84. Minute mit der ersten echten Möglichkeit in Führung brachte, drohte dem Abend ein bitteres Ende. Doch Union antwortete sofort: Khedira holte den Elfmeter heraus, Leopold Querfeld verwandelte – wenn auch glücklich – zum 1:1. Mehr war nicht mehr drin.

Livan Burcu sah in der Schlussphase Siegchancen

Was blieb, war das vertraute Muster. Sechs Spiele ohne Sieg, sechs Mal Rückstand. Und doch kein Resignieren. „Natürlich tut ein 1:0 gegen sich weh“, sagte Livan Burcu, der in der Schlussphase eingewechselt wurde. „Aber ich finde, wir sind stark zurückgekommen. Mit dem Ausgleich hatten wir das Gefühl, dass es auch 2:1 für uns ausgehen kann.“

Gerade in den letzten Minuten wurde sichtbar, was Union derzeit auszeichnet. In Überzahl, trotz verpasster Chancen, trotz der langen Phase ohne Erfolg drängte das Team auf den Sieg. „Am Ende hat man gesehen, dass wir ihn unbedingt wollten“, so Burcu. Szenen wie der Frankfurter Torwart, der bei jedem Halten wertvolle Sekunden liegen ließ, interpretierten die Unioner als Zeichen: Jetzt kippt das Spiel – zumindest emotional.

Trainer Steffen Baumgart fehlt der „Punch nach vorne“

Trainer Steffen Baumgart ordnete die Partie nüchtern ein. Den Frankfurter Ballbesitz hatte Union bewusst in Kauf genommen. „Wir wussten, dass wir gegen eine sehr ballsichere Mannschaft spielen“, erklärte er. Dass Frankfurt am Ende nur drei oder vier Abschlüsse hatte, wertete er als Erfolg der eigenen Defensivarbeit. „Trotzdem fehlte mir in der einen oder anderen Situation der Punch nach vorne.“

Genau dort liegt aktuell die entscheidende Grenze. Union kann Spiele stabil halten, Rückschläge verarbeiten, Moral zeigen. Aber der erste Treffer fehlt – nicht nur im Spiel, sondern oft auch im Kopf. „Klar wollen wir daran arbeiten, auch mal in Führung zu gehen“, sagte Burcu. „Da müssen wir dranbleiben.“

Auch Verteidiger Stanley Nsoki sprach von einem Gefühl, das über das reine Ergebnis hinausging. Frankfurt habe versucht, den Block ständig zu verschieben, doch Union habe gewusst, wann hochgeschoben und wann tief verteidigt werden müsse. „Wir haben es gut gemacht.“

Dass dieses „gut gemacht“ derzeit nur zu Punkten, aber nicht zu Siegen reicht, ist die andere Seite der Medaille. Union wartet weiter auf den ersten Dreier im neuen Jahr. Doch anders als noch in manchen Phasen der Hinrunde fehlt diesmal nicht der Glaube, sondern eher der letzte Schritt. Oder wie Baumgart es formulierte, nachdem der Elfmeter zum Ausgleich eher unter die Kategorie „glücklich“ fiel: „Irgendwie war er drin.“ Torhüter Kaua Santos erreichte den Ball, doch er rutschte unter seinen Armen durch ins Netz.

1. FC Union Berlin vor richtungsweisenden Aufgaben

Für Gesprächsstoff sorgte in der Schlussphase zudem eine Freistoßszene nahe des Frankfurter Strafraums. Trainer Steffen Baumgart hatte von der Seitenlinie aus energisch angezeigt, dass Burcu den Ball treten solle. Auf dem Platz wurde die Situation jedoch ruhig geklärt. „Wenn wir den Ball haben, reden wir, wer sich gut fühlt“, erklärte Burcu. „Es war jetzt nicht so, dass einer gesagt hat: Ich will schießen.“ Am Ende übernahm Burcu die Verantwortung – jagte den Ball aber am Tor vorbei.

In der Tabelle bleibt Union Berlin damit im gesicherten Mittelfeld, der Abstand nach unten ist weiterhin klein, nach oben jedoch fehlen die Siege, um entscheidend Boden gutzumachen. Die Serie von sechs Spielen ohne Dreier bremst den Blick nach vorne. In den kommenden Wochen warten mehrere richtungsweisende Aufgaben. Im Februar kommt es zu Auswärtsspielen gegen den Hamburger SV und Borussia Mönchengladbach, sowie zu einem Heimspiel gegen Bayer Leverkusen.

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