Union Berlin
: Trainer Steffen Baumgart entlassen, Marie-Louise Eta übernimmt

Den Rauswurf von Trainer Steffen Baumgart hatten in den letzten Wochen einige Anhänger von Union Berlin gefordert. Nach der Niederlage in Heidenheim handelte die Vereinsführung jetzt kurzfristig.
Von
Matthias Koch
Berlin
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1. FC Heidenheim - 1. FC Union Berlin: 11.04.2026, Baden-Württemberg, Heidenheim: Fußball, Männer: Bundesliga, 1. FC Heidenheim - 1. FC Union Berlin, 29. Spieltag, Voith-Arena. Trainer Steffen Baumgart (1. FC Union Berlin) beobachtet das Spiel. (zu dpa: «Union Berlin trennt sich von Trainer Baumgart») Foto: Harry Langer/dpa - WICHTIGER HINWEIS: Gemäß den Vorgaben der DFL Deutsche Fußball Liga bzw. des DFB Deutscher Fußball-Bund ist es untersagt, in dem Stadion und/oder vom Spiel angefertigte Fotoaufnahmen in Form von Sequenzbildern und/oder videoähnlichen Fotostrecken zu verwerten bzw. verwerten zu lassen. +++ dpa-Bildfunk +++

Hier noch an der Seitenlinie gegen Heidenheim: Union-Trainer Steffen Baumgart wurde nach der Niederlage gegen den Konkurrenten im Abstiegskampf entlassen.

Harry Langer/dpa
  • Union Berlin trennt sich nach dem 1:3 in Heidenheim von Trainer Steffen Baumgart.
  • Marie-Louise Eta übernimmt sofort interimistisch – erste Trainerin der Männer-Bundesliga.
  • Auch Assistenten Danilo de Souza und Kevin McKenna wurden freigestellt.
  • Horst Heldt begründet den Schritt: zwei Siege aus vierzehn Spielen seit der Winterpause.
  • Eta war bereits Co-Trainerin bei den Männern und leitet seit Sommer 2025 die U19.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

„Aufwachen, Aufwachen“ und „Mit aller Gewalt Klassenerhalt“ schallte es mehrfach aus dem Block der 2000 Anhänger des 1. FC Union nach der 1:3-Niederlage beim Tabellenletzten 1. FC Heidenheim. „Das ist eine absolute Frechheit. Ihr fliegt jetzt schön nach Hause und wir können alle acht Stunden nach Hause fahren. Das war Arbeitsverweigerung. Ihr wisst, ihr könnt verlieren, aber nicht so. Ihr sollt kämpfen“, rief einer der Vorsänger via Lautsprecher am frühen Samstagabend den auf dem Rasen aufgereihten Profis zu.

Auf der langen Rückreise schreckte eine Meldung des Vereins die Fans 13 Minuten vor Mitternacht auf. Versehen mit dem Anstrich „Neue Kraft für den Endspurt“ wurden die Trennung von Trainer Steffen Baumgart und die sofortige Amtsübernahme durch die bisherige U19-Trainerin Marie-Louise Eta verkündet. Neben Baumgart wurden auch seine mitgebrachten Assistenten Danilo de Souza und Kevin McKenna freigestellt.

Die 34 Jahre alte Eta, die als Aktive für Turbine Potsdam, den Hamburger SV, BV Cloppenburg und Werder Bremen 112 Mal in der Bundesliga auflief, wird somit die historisch erste Trainerin der Männer-Bundesliga.

Steffen Baumgart bei Union Berlin: erst Spieler, dann Trainer

Baumgart war im Januar 2025 als Trainer zu dem Verein zurückgekehrt, wo er zwischen 2002 und 2004 sein Herz als Spieler verloren hatte. Den Klassenerhalt in der Saison 2024/25 konnte er realisieren. Mit 21 Punkten aus 15 Spielen bis Weihnachten 2025 schien dies auch in der derzeitigen Saison kein Problem zu sein – trotz immer wieder auftretender spielerischer Defizite.

Am 14. Januar 2026 wurde der Vertrag von Baumgart sogar vorzeitig bis 2027 verlängert. Keine drei Monate später ist nun aber Schichtende für ihn. „Wir spielen eine absolut enttäuschende Rückrunde. Zwei Siege aus vierzehn Spielen seit der Winterpause und die Leistungen in den letzten Wochen geben uns nicht die Überzeugung, dass eine Trendumkehr in der bisherigen Konstellation noch gelingt“, sagte Profifußball-Geschäftsführer Horst Heldt.

Der Vorsprung auf Relegationsplatz 16 beträgt fünf Runden vor Ultimo weiterhin sieben Zähler. Union hätte sich längst retten können. Das scheiterte jedoch daran, dass ständig gegen tabellarisch schlechtere Mitkonkurrenten geschwächelt wurde.

Niederlage in Heidenheim: Nächster Tiefpunkt für Union Berlin

Das 1:3 beim zuvor 15 Spiele in Folge sieglosen Schlusslicht Heidenheim ist ein ähnlicher Tiefpunkt wie die 1:4-Heimpleite gegen Werder Bremen. Am kommenden Sonnabend (15.30 Uhr) empfängt Union den nunmehr seit zwölf Begegnungen auf einen dreifachen Punktgewinn wartenden Vorletzten Wolfsburg.

Dass erneut ein strauchelnder Gegner aufgebaut wird, soll Eta verhindern. Sie übernehme interimistisch, bevor sie im Sommer wie geplant Cheftrainerin der Profimannschaft der Union-Frauen wird, so Heldt.

Marie-Louise Eta und ihr Werdegang bei Union Berlin

Als Co-Trainerin von Nenad Bjelica beziehungsweise Marco Grote war Eta bereits in der Saison 2023/24 bei den Union-Männern in der Bundesliga und Champions League aktiv. Beides hatte vor ihr noch keine Frau realisiert.

Davor und danach wirkte Eta zunächst als Assistentin von Grote bei der männlichen U19 der Eisernen. Ab November 2024 war sie bis zum Ende 2024/25 als Individualtrainerin am Bundesliga-Aufstieg der Union-Frauen beteiligt. Seit Sommer 2025 agierte sie als Cheftrainerin der U19. Jetzt steigt sie zur Bossin der Männer auf.

Dann wird Eta auch Linus Güther wiedertreffen. Der 16-Jährige, der unter Eta in der U19-Bundesliga auflief, hatte in Heidenheim wenige Stunden vor dem Rauswurf von Baumgart noch sein Bundesliga-Debüt erlebt.