Union Berlin: Dramatik gegen Real Madrid – Eiserne verpassen knapp das Wunder
Der 1. FC Union Berlin hat in der Champions League das Fußballwunder gegen Real Madrid knapp verpasst. Am Dienstagabend verloren die Köpenicker vor 73420 Zuschauern im ausverkauften Berliner Olympiastadion mit 2:3 (1:0) gegen den Rekordsieger der Königsklasse. Dadurch blieb Union auf Rang vier der Gruppe C – die Europapokal-Saison ist damit beendet.
Immerhin: Die Union-Fans erlebten zum Abschied noch einen bemerkenswerten Abend. Kevin Volland hatte die Berliner in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit mit 1:0 in Führung (45.+2) gebracht. Kurz zuvor hatte Union-Torhüter Frederik Rönnow einen Handelfmeter des ehemaligen Weltfußballers Luka Modric (45.) pariert.
Nach der Pause drehte Joselu (61./72.) mit seinen Toren das Spiel. Mit einem fulminanten Schuss sorgte Alex Kral für das 2:2 (85.). Reals Dani Ceballos setzte mit seinem Siegtreffer (89.) den Schlusspunkt an diesem denkwürdigen Abend.
Bjelica ändert Taktik gegen Real Madrid
Union-Trainer Nenad Bjelica hatte im Vergleich zum Sieg gegen Gladbach in der Startelf nur auf Benedict Hollerbach verzichtet – der Offensivspieler ist nicht für die Königsklasse gemeldet. Für ihn spielte Verteidiger Paul Jaeckel. Aus Bjelicas Viererkette wurde eine Fünferkette gegen den großen Favoriten.
Bereits nach 52 Sekunden hatte Kevin Behrens die Großchance zur Führung für Union, er scheiterte nach einem Modric-Querschläger aus Nahdistanz. Spätestens dann war Real Madrid auch wach.
Top-Star Bellingham in der Startelf
Die Spanier, bei denen die deutschen Profis Antonio Rüdiger und Toni Kroos, nicht aber Top-Star Jude Bellingham geschont wurde, ließen den Ball bemerkenswert laufen. Erst rettete Union-Keeper Rönnow gegen Bellingham (10.), dann köpfte Joselu auf die Latten-Oberkante (16.).
Zeitweise konnte sich Union konnte kaum befreien. Kurz vor der Pause schien der Berliner Abwehrriegel dann geknackt: Nach einer Flanke landete der abgefälschte Ball am Arm von Union-Verteidiger Diogo Leite – Elfmeter. Weil aber Rönnow mit dem linken Fuß gegen Modric parierte (45.), wurde es unglaublich laut im rot-erleuchteten Olympiastadion.
Im Gegenzug entstand daraus sogar ein regelrechter Jubelsturm: Nach einem Fehler von David Alaba setze sich Kevin Volland vehement durch und traf zum 1:0 (45.+2). Es war 21.49 Uhr am Dienstagabend, die Zeit schien kurz stillzustehen. Wahnsinn: Union Berlin führte in der Champions League tatsächlich gegen Real Madrid – ein historischer Augenblick für die Eisernen.
Kral trifft und sorgt für späte Hoffnung
Das daraus in der zweiten Halbzeit kein historischer Sieg wurde, lag an der Übermacht der Spanier. Rönnow rettete zunächst mit einer unfassbaren Parade gegen Rodrygo (55.). Doch dann nutzte Joselu eine der vielen Flanken zum 1:1 (61.). Bitter für Union: Der Angreifer gewann dabei einen regelrechten Ringkampf gegen Paul Jaeckel – das Tor wurde nach Video-Check trotzdem gegeben. Beim zweiten Kopfballtreffer (72.) des gebürtigen Stuttgarters war dann alles sauber.
Weil der eingewechselte Kral von der Strafraumgrenze zum 2:2 (85.) traf, gab es noch eine packende Schlussphase. Erst nach dem Siegtreffer durch Ceballos (89.) war der Berliner Fußballtraum endgültig ausgeträumt.
Der märchenhafte Ausflug der Berliner in die Königsklasse des europäischen Fußballs ist damit vorbei – spätestens jetzt geht es nur noch um den Klassenerhalt in der Fußball-Bundesliga. Das Spiel am Samstag beim VfL Bochum ist realer Abstiegskampf.




