Union Berlin: Warum das Remis gegen Borussia Dortmund ein kleiner Sieg ist

Felix Uduokhai (rechts, am Boden) von Union Berlin lieferte sich rassige Zweikämpfe mit Dortmunds Serhou Guirassy.
Imago/Eibner-Pressefoto- Union Berlin holt ein 0:0 gegen Borussia Dortmund – ein kleiner Schritt nach vorn.
- Nach 17 Gegentoren in drei Spielen steht die Defensive nun stabiler und disziplinierter.
- Trainer Mauro Lustrinelli setzte auf einen kompakten Defensivplan, der konsequent aufging.
- Zwei Zu-null-Spiele in Serie gab es zuletzt im April 2025, nun erneut ohne Gegentor.
- Offensive bleibt schwach, Mittelstürmer Andrej Ilic fehlt; Team arbeitet weiter Schritt für Schritt.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Für Felix Uduokhai fühlte sich das 0:0 des 1. FC Union Berlin gegen Borussia Dortmund zumindest ein wenig wie ein Sieg an. Zwar nicht wie ein Sieg über den BVB und damit den Tabellenzweiten der Fußball-Bundesliga. Dafür aber ein Sieg über die Anlaufschwierigkeiten der Eisernen unter dem neuen Trainer Mauro Lustrinelli.
Gegen den Champions-League-Teilnehmer aus Dortmund setzte Union den Defensivplan des Schweizers nahezu perfekt um. „Es tut gut, wenn man nach dem Spiel sagen kann: Hey, der Plan ist heute aufgegangen. So wollten wir spielen – und so haben wir es dann auch gemacht“, lobte Felix Uduokhai. „Ich freue mich riesig, dass wir wieder zu null gespielt haben.“
Der BVB biss sich vor 22.012 Zuschauern im ausverkauften Stadion An der Alten Försterei am Köpenicker Abwehrbollwerk die Zähne aus. Eine Woche nach dem ersten Saisonsieg gegen Elversberg (1:0) blieb Union auch in der zweiten Partie nach der Länderspielpause ohne Gegentor. Zwei Zu-null-Spiele in Folge hatte es zuletzt im April 2025 gegeben.
Union Berlin bleibt erneut ohne Gegentor
Abwehr gut, alles gut? Zumindest für den Moment. „Wir haben die Länderspielpause gut genutzt. Wir spielen mit mehr Intensität und mehr Energie“, lobte Lustrinelli nach der Abwehrschlacht gegen den in der Bundesliga noch ungeschlagenen BVB. „Die Ordnung in der Verteidigung ist viel besser geworden. Wir zeigen ein anderes Gesicht.“
Dabei war der 50-jährige Schweizer ursprünglich verpflichtet worden, um das seit Jahren überschaubare Offensivspiel der Eisernen zu verbessern. Dafür hat Lustrinelli beim System vieles auf links gedreht. Doch nach sechs Spieltagen zeichnet sich immer klarer ab: Es wird ein Weg der vielen kleinen Schritte. Statt die Offensive zu beleben, muss der Trainer zunächst die Abwehr wieder dicht bekommen. In den ersten drei Spielen hagelte es 17 Gegentore.
„Natürlich waren es in den ersten Spielen zu viele Gegentore. Deshalb haben wir die Länderspielpause genutzt, um an unserer Stabilität zu arbeiten“, sagte Torhüter Frederik Rönnow. „Wir hatten gegen Dortmund wieder eine gefestigte Mannschaftsleistung auf dem Platz.“
Union machte die Räume eng, ließ Dortmund kaum Platz zur Entfaltung und konzentrierte sich vor allem aufs Verteidigen. Weil auch dem BVB nur wenig einfiel, entwickelte sich eine insgesamt chancenarme Partie. Während die Union-Defensive ihre Aufgabe nahezu perfekt erfüllte, ist in der Offensive noch viel Luft nach oben. Der verletzte Mittelstürmer Andrej Ilic wird schmerzlich vermisst.
„Ja, es war ein Schritt nach vorn. Aber zu groß war er nun auch wieder nicht“, bilanzierte Vize-Kapitän Rani Khedira das Remis mit dem Hauch eines gefühlten Sieges. Angesichts von Tabellenplatz 16 blieb Khedira realistisch: „Uns muss klar sein, dass wir noch an vielen Dingen arbeiten und uns Schritt für Schritt weiterentwickeln müssen.“
Womöglich noch wertvoller als der Punktgewinn ist jedoch die Erkenntnis, dass Lustrinellis Spielidee zumindest in der Defensive jetzt funktioniert – und damit das Vertrauen der Mannschaft in den neuen Kurs in Köpenick wächst.
