Probefahrt
: Der Hyundai Inster im Autotest

Dass Elektroautos viel zu groß und viel zu teuer seien, wird gern beklagt. Die koreanische Marke Hyundai zeigt mit dem Inster, dass es auch anders geht. Und das ist auch gut so.
Von
Hajo Zenker
Berlin
Jetzt in der App anhören
Hyundai Inster

Wendiger Stadt-Stromer: Hyundai Inster

Hajo Zenker
  • Hyundai stellt mit dem kompakten Elektroauto Inster eine günstige und stadtfreundliche Alternative vor.
  • Der Inster ist 3,83 Meter lang, bietet Platz für vier Personen und kostet ab 23.900 Euro.
  • Zwei Motorvarianten mit 97 PS und 115 PS, Reichweite bis 370 km, Schnellladung in 30 Minuten.
  • Ausstattung: Touchscreen, viele Tasten, Rückfahrkamera, Klimaautomatik, diverse Assistenzsysteme.
  • Flexible Rückbank und innovative Details wie Klapptische und Regenschirmhalter machen ihn vielseitig.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Hyundai hat hierzulande in diesem Jahr bisher ein Minus von 3,1 Prozent eingefahren (Gesamtmarkt: minus 0,3 Prozent). So verkauften sich i20, i30 sowie Ioniq 5 und 6 schlechter als im Vorjahr, während etwa i10, Kona und Santa Fe zulegen konnten. Der Inster soll nun helfen, die Statistik der Koreaner aufzupolieren.

Motor

Den Inster gibt es in zwei Leistungsstufen: mit 97 PS und 115 PS. Mit dem von uns gefahrenen stärkeren Inster hat man zwar keinen Turbo-Stromer, aber man kommt flott vom Fleck und in 10,6 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Auf der Autobahn ist bei 150 km/h Schluss, aber solche Geschwindigkeiten sollte man ja grundsätzlich mit einem Elektroauto eher vermeiden. Der Inster jedoch ist ja sowieso eher für die Stadt. Und dafür ist die Motorisierung nun wirklich mehr als ausreichend.

Karosserie/Ausstattung

Dass Elektroautos häufig groß und teuer sind und es an bezahlbaren Modellen fehlt, ist immer wieder beklagt worden. Hyundai zeigt, dass es auch anders geht. Der Inster ist gerade 3,83 Meter lang. Und fällt mit seinem fröhlich-knuffigen Kistendesign positiv auf. Innen geht es ebenfalls durchaus bemerkenswert zu, auch wenn der Platz des gerade 1,61 Meter breiten und damit schmalen Wagens nur für vier Leute reicht. Denn für einen Kleinwagen geht es gar nicht so klein zu. Und, wenn man zusätzlich zur Basisausstattung noch 2000 Euro investiert, flexibel. Denn dann lässt sich die Rückbank nicht nur um 16 Zentimeter verschieben, sondern auch die Lehnen in der Neigung verstellen und letztlich so viel Raum schaffen, dass man notfalls im Auto schlafen kann.

Zudem kann man die Sitze mit Klapptischen wie im Flugzeug oder einem Regenschirmhalter versehen. Wie heute üblich, gibt es natürlich einen Touchscreen, aber zum Glück setzt Hyundai noch auf viele Tasten, etwa bei der Klimaautomatik, was die Bedienung eindeutig erleichtert. Ab Werk gibt es etwa Radio, Navigation, Klimaautomatik, beheizbare Außenspiegel, Tempomat, Rückfahrkamera sowie Assistenten für Müdigkeit, Fernlicht, Verkehrszeichenerkennung und das Halten der Spur.

Fahrverhalten

Für einen so kurzen Wagen mit Frontantrieb ist das Fahrwerk erstaunlich souverän. Unebenheiten werden gut weggebügelt. Die direkte Lenkung passt gut. Die Bremsen könnten aber bissiger sein.

Wirtschaftlichkeit

Den Einstieg in einen Inster gibt es ab 23.900 Euro. Erfreulich für ein E-Auto. Mit dem größeren Motor und mehr Ausstattung kam unser Testwagen bereits auf 31.450 Euro. Hyundai gibt immerhin fünf Jahre Garantie. Die Reichweite liegt offiziell bei 370 Kilometern, wir kamen auf 330. Eine halbe Stunde braucht man, um die Batterie per Schnellader von zehn auf 80 Prozent zu laden, das dürfte ruhig schneller gehen.

Fazit

Elektromobilität geht auch bezahlbar. Der Inster ist zudem nicht nur witzig geformt, sondern bietet auch mehr Raum, als man erwarten könnte. Eine echte Bereicherung des E-Auto-Angebots.