Probefahrt: Der Jeep Avenger im Autotest

Klar ein Jeep: Jeep Avenger
Roberto Wenk- Jeep Avenger als Mildhybrid kombiniert Benziner und E-Antrieb, bietet 100 PS und 205 Nm Drehmoment.
- Ausstattung überzeugt mit LED-Scheinwerfern, Massagefunktion und digitalem Cockpit.
- Fahrverhalten: Rekuperation aktiv, Verbrauch zwischen 4,0 und 6,8 l/100 km.
- Einstiegspreis für Mildhybrid bei 27.990 €, vollelektrische Version ab 38.500 €.
- Gute Ausstattung und Preis-Leistung, jedoch straffes Fahrwerk und laute Fahrgeräusche.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Seit einiger Zeit wird der kleinere Bruder des Renegade auf dem Markt angeboten und wird entweder vollelektrisch, als reiner Benziner oder auch wie in diesem Test als Mildhybrid durch einen klassischen Benziner plus E-Unterstützung angetrieben.
Motor
Bei diesem Mildhybrid handelt es sich um einen Dreizylinder, der dank Turboaufladung 100 PS und 205 Newtonmeter aus 1,2 Litern Hubraum generiert. Ein 48-Volt-Mildhybridsystem steuert durch einen kleinen im Getriebegehäuse integrierten E-Motor 29 PS bei, die den Jeep beim Anfahren und in niedrigen Geschwindigkeitsbereichen spürbar unterstützen. Eine Doppelkupplungsautomatik mit sechs Gängen überträgt die Kraft an die Vorderachse. Eine Allradversion (4xe) ist ebenfalls erhältlich und leistet 145 PS.
Karosserie/Ausstattung
Optisch ist der Avenger sogleich als Mitglied der Jeep-Familie erkannt. Mit typischem Frontgrill ist er dem größeren Renegade nicht unähnlich. Hinzu kommen auch beim Avenger diverse kleine und liebevolle Details, wie ein stilistischer Frontgrill des Ur-Jeeps in Miniaturform an der Front oder an den Felgen. Kleine Silhouetten an den Rändern der Front- und Heckscheibe lassen sich ebenfalls finden und zeigen vorne einen Entdecker mit Fernrohr und am Heck eine Silhouette einer Bergkette. Eine Beplankung geht derweil rundum und am Heck zeigt sich ein angedeuteter Unterfahrschutz. Das „Stone Grey“ des Testwagens verursacht 890 Euro an Aufpreiskosten. Die 18 Zoll-Räder sind in der Testwagenausstattung „Summit“ derweil inklusive.
Der Innenraum offeriert vorne ordentlich Platz, sodass selbst große Personen angenehme Sitzpositionen auf bequemem Gestühl vorfinden. Für den Fahrer gibt’s sogar eine Massagefunktion, was in dieser Klasse nicht so oft zu finden ist. Im Fond ist das Platzangebot überschaubarer und vor allem in puncto Beinfreiheit ist bei größeren Insassen schnell die Grenze erreicht. Der Kofferraum bietet mit 380 Litern ungefähr Golf-Niveau – nicht schlecht, aber auch nicht überragend für ein SUV der Kleinwagenklasse. Benutzerfreundlich erweisen sich viele physische Bedienelemente, wie beispielsweise für die Klimaautomatik. Ein digitales Cockpit und ein Zentralbildschirm – je 10.25 Zoll groß – zeigen ihre Inhalte in guter Auflösung und sind auch bei ungünstigen Lichtverhältnissen gut ablesbar. Eine 180-Grad-Kamera zeigt die Seiten neben dem Fahrzeug erst, wenn diese passiert wurden, was sich nicht optimal beim Rangieren erweist.
Dank 990 Euro Aufpreis offeriert der Avenger durch das Infotainmentpaket eine bordeigene Navigation, eine Verkehrszeichenerkennung, eine elektrische Heckklappe mit Fußsensor und einen schlüssellosen Zugang sowie eine Sprachsteuerung, die aber aufgrund des abgelaufenen Online-Abonnements (gleiches gilt auch die Echtzeit-Verkehrsinformationen) nicht funktionierte und entsprechend auch nicht getestet werden konnte. Das elektrische Glasschiebedach verlangt weitere 990 Euro, während die ordentlich Licht spendierenden Voll-LED-Scheinwerfer mit Fernlichtassistenten und Dinge wie eine induktive Ladestation, eine mehrfarbige Ambientebeleuchtung oder eine Privacy-Verglasung zur Ausstattungslinie gehören.
Fahrverhalten
Der kleine Dreizylinder ist lauftechnisch gut als solcher erkennbar und wird bei beherztem Leistungsabruf auch im Innenraum gut vernehmbar aktiv. Die Steuerung der Automatik erfolgt ungewohnterweise über Tasten am vorderen Ende der Mittelkonsole. Der Start gelingt dem Avenger grundsätzlich vollelektrisch und auch zwischendurch im Schubbetrieb oder bei Teillast schaltet das Hybridsystem immer mal wieder den Verbrenner ab. Maximal kann der Avenger bis ungefähr 1000 Meter am Stück rein elektrisch fahren, was für einen Mildhybrid ungewöhnlich viel ist. Allerdings darf das SUV dabei nicht schneller als 30 km/h unterwegs sein, sonst ist der Verbrenner wieder mit von der Partie. Ungewohnt ist zudem, dass beim „Fuß vom Gas nehmen“ sofort kräftig rekuperiert wird, was weder einstellbar noch anderweitig irgendwie zu beeinflussen ist. Das mag innerstädtisch durchaus zuträglich sein, weil der kleine 0,9 kWh große Akku dadurch stets gut geladen bleibt. Außerorts wäre eine Segelfunktion dennoch sinnvoller und vor allem auch komfortabler gewesen. Das Zusammenspiel zwischen Benziner und E-Motor ist als gut zu beschreiben, aber nicht so harmonisch ablaufend, wie es beispielsweise Modelle von Honda oder Toyota vorweisen können. Auch die Schaltcharakteristik der Doppelkupplungsautomatik ist nur bei zurückhaltender Fahrweise sanft, wird bei forciertem Gasfuß unentschlossener und ruppiger die Gänge wechselnd, was den Fahrkomfort doch etwas stört. Dazu kommt ein recht straff abgestimmtes Fahrwerk, welches insbesondere bei suboptimal gepflegten Fahrbahnbelägen nicht so kultiviert abrollt, wie man es sich wünschen möchte. Neben drei normalen Fahrmodi „Sport“, „Eco“ und „Normal“ gibt es auch die Modi „Sand“, „Schlamm“ und „Schnee“ für den Einsatz abseits der Strecke und für winterliche Verhältnisse. Die Unterschiede sind fahrtechnisch spürbar.
Wirtschaftlichkeit
Der Durchschnittsverbrauch des Avengers belief sich im Drittelmix auf 6,8 Liter pro 100 Kilometer. Ohne Autobahnanteil sank der Verbrauch auf knapp über sechs Liter und ein defensives Fahren resultierte auf unserer Sparrunde in einem Durchschnitt von 4,0 Liter. Jeep gibt als Durchschnittswert 4,9 Liter an.
Mit dem Mildhybridantrieb startet der Avenger bei 27.990 Euro als „Longitude“ – einer von drei Ausstattungsversionen. „Altitude“ startet ab 29.990 Euro und die Topvariante „Summit“ wechselt ab 31.990 Euro den Besitzer. Als reiner Benziner ist der Avenger bereits ab 25.990 Euro zu haben, während die vollelektrische Version mindestens 38.500 Euro verlangt. Die Allradversion 4xe startet als 145 PS starker Hybrid (ein zweiter E-Motor treibt hier alleinig die Hinterachse an) bei 33.600 Euro.
Fazit
Der Jeep Avenger ist als e-Hybrid eine gute Mischung aus altem und neuem Antriebskonzept und bahnt sich als mildhybridisierter Benziner so den goldenen Mittelweg. Ein etwas geringerer Verbrauch und ein sanfteres sowie kräftigeres Anfahren gegenüber dem „Nur-Benziner“ sowie rund 10.000 Euro weniger als Anschaffungspreis gegenüber dem E-Avenger machen ihn zu einer interessanten Alternative. Seine mitunter burschikose Art deuten viele Jeep-Fans kaum als Kritikpunkt und sehen es wohl eher als typischen Charakterzug. Das Preis-Leistung-Verhältnis ist in jedem Fall als sehr gut zu bezeichnen, zumal sich die gebotene Ausstattung für dieses Preisgefüge mehr als sehen lassen kann.

