Probefahrt: Der Renault Espace im Autotest

Früher Van, nun SUV: der Renault Espace
Hajo ZenkerRenault schwächelt auf dem deutschen Markt. Das Minus in diesem Jahr beträgt bisher 21,5 Prozent, während der Gesamtmarkt um 5,2 Prozent wuchs. Die einst größte Importmarke in Deutschland wurde längst von diversen anderen ausländischen Herstellern überholt, unter anderem von der eigenen Tochter Dacia. Klassiker wie Twingo, Clio oder Megane sind weniger gefragt. Immerhin ist der neue Espace in seinem Segment gut eingestiegen.
Motor
Beim Motor hat man keine Wahl: Ein Drei-Zylinder-Benziner mit 131 PS treibt den Wagen an, unterstützt von elektrischen 68 PS. Das System funktioniert sehr gut, auch wenn man dem Verbrenner manchmal seine drei Zylinder anhört. Von 0 auf Tempo 100 kann man in 8,8 Sekunden kommen, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 175 km/h. Kurzzeitig kann man auch rein elektrisch fahren. Die Automatik gibt sich zumeist harmonisch, wird nur ab und an etwas hektisch.
Karosserie/Ausstattung
Das waren noch Zeiten, also es Vans gab, diese großen, überaus familienfreundlichen Gefährte – wie ein Chrysler Voyager, VW Sharan oder eben den Renault Espace. Den Espace, 1984 erstmals am Start, allerdings gibt es weiterhin, nämlich in der sechsten Generation. Nur ist er mittlerweile zu einem SUV mutiert. Dazu ist das einstige Raumschiff (Espace heißt ja Raum) geschrumpft – um 13,6 Zentimeter in der Länge (4,72 Meter) und 3,6 Zentimeter (1,65) in der Höhe.
Aber siehe da: Familienfreundlich ist der Wagen noch immer, bei Bedarf gibt es erneut auch sieben Sitze. Die Insassen dürfen sich in Reihe 1 und 2 über viel Platz freuen (die ohne Aufpreis erhältliche dritte Reihe ist eher für Kinder). Sehr schön: Die zweite Sitzreihe lässt sich um 22 Zentimeter verschieben. Für das Gepäck gibt es 247 Liter (Siebensitzer) oder 587 Liter beim Fünfsitzer, wobei natürlich noch die Stellung der zweiten Reihe eine Rolle spielt. Zudem gibt es diverse Ablagen im Innenraum. Die großen Digitalanzeigen wirken sehr modern, generell können Verarbeitung und Materialien überzeugen. Da Google Maps an Bord ist, wird man sehr gut navigiert. Einige richtige Schalter gibt es trotz der Touchscreens zum Glück auch noch.
Ab Werk bekommt man etwa Voll-LED Scheinwerfer, LED-Rückleuchten, 19-Zoll-Leichtmetallfelgen, Fernlichtassistent, Tempomat, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Regen- und Lichtsensor, Notbremsassistent mit Fußgänger-/Fahrrad-/Motorraderkennung, Müdigkeitswarner, Radio, Navigation, beheizbare Außenspiegel, Induktionsladegerät für Mobiltelefone, Verkehrszeichenerkennung, Rückfahrkamera, elektrische Heckklappe mit Fußsensor.
Fahrverhalten
Der Espace ist französisch-harmonisch-komfortabel, gleitet also dahin. Was auch heißt: Hektische Kurvenfahrten sind seine Sache nicht. Die Lenkung jedoch ist präzise, generell wirkt der Espace handlicher, als seine Größe vermuten lassen könnte.
Wirtschaftlichkeit
Den Einstieg in einen Espace gibt es ab 44 760 Euro. Unter fünf Liter Super pro 100 Kilometer zu bleiben, wie es der Hersteller angibt, ist nicht wirklich realistisch, sechs- bis sechseinhalb Liter aber sind es schon.
Fazit
Nur eine einzige Motorisierung anzubieten, ist vielleicht nicht die beste Idee. Aber generell ist der Espace geblieben, wofür sein Name steht: Ein mobiles Raumangebot, für Familien wirklich zu empfehlen. Und dabei in der Bedienung ganz in der Moderne angekommen.


