Probefahrt
: Der Lexus LBX im Autotest

Premium für Ballungsgebiete: Der Nobel-Japaner ist ein frischer Kandidat im Premium-SUV-Sortiment der Kleinwagen. Das hat Vor-, aber natürlich auch Nachteile.
Von
Roberto Wenk
Berlin
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Lexis LBX

Das kleinste Modell der Marke: Lexus LBX

Roberto Wenk
  • Lexus LBX: Kleinstes Modell der Marke, basiert auf Toyota Yaris Cross, Premium-SUV im Kleinwagensegment.
  • Vollhybrid-Antrieb mit 136 PS, optional Allradvariante "e-Four", Verbrauch ab 3,1 l/100 km möglich.
  • Hochwertige Materialien, gutes Infotainment, begrenzter Platz hinten, Ladevolumen max. 994 l.
  • Fahreigenschaften: Harmonischer Hybrid, komfortable Federung, Verbrauch auf Autobahn bis 8 l/100 km.
  • Preis: Basis ab 32.990 €, Testmodell ab 44.490 €, Allradversion ab 46.690 €.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der Lexus LBX ist das kleinste Modell der Marke. Der LBX basiert auf der gleichen Plattform wie der Toyota Yaris Cross und gehört somit zu den SUVs im Kleinwagensegment. Dieses bietet eine große Vielfalt, die der kleinste Lexus als Premiummodell bereichert.

Motor

Als Antrieb erhält der LBX außerhalb Japans ausschließlich ein Vollhybrid-System, bestehend aus einem Dreizylinder-Benzinmotor, der durch einen im stufenlosen Automatikgetriebe integrierten E-Motor unterstützt wird. Die Systemleistung beträgt 136 PS und ein Systemdrehmoment von 185 Newtonmeter wird an die Vorderachse weitergeleitet. Es gibt optional auch eine Allradvariante genannt „e-Four“, bei der die Hinterachse allein von ebendiesem E-Motor angetrieben wird.

Karosserie/Ausstattung

Diabolo heißt das Zauberwort – so bezeichnet Lexus die markante Front seiner Modelle und auch der LBX bleibt nicht ausgeschlossen. Dazu gehören neben dem massiven Frontgrill sehr ernsthaft wirkende, extrem flache LED-Scheinwerfer, die dem SUV ein wirklich cooles Antlitz verpassen. Dazu bleiben die Überhänge sehr knapp und die Gürtellinie sehr hoch und nach hinten ansteigend. Dadurch erscheint der LBX sportlich austrainiert und etwaige Vergleichsversuche mit dem Yaris Cross scheitern allesamt bereits im Ansatz.

Auch im Innenraum hat der LBX viel zu bieten und man erkennt sogleich, dass Lexus den Premiumanspruch sehr ernst nimmt. Tolle Materialien wie Alcantara und viele Softtouch-Oberflächen wurden gekonnt kombiniert und zudem lückenlos tadellos verarbeitet. Die sehr angenehm gepolsterten Sportsitze gibt es optional auch mit Lederbezügen. Unser Testwagen in der Ausstattung „Cool“ zeigte sich in einem Mix aus Alcantara und Leder mit hübschen Kontrastapplikationen in Orange. Das Platzangebot ist derweil überschaubar und allzu groß dürfen selbst vorne die Insassen nicht sein. Wer in Richtung 1,90 Meter vorweisen kann, kommt hier schnell an die Grenzen der Sitzverstellung. Ist dem so, ist der Platz im Fond nicht mehr für Erwachsene nutzbar, da die Beinfreiheit quasi gen Null gewandert ist. In das Ladeabteil dürfen 332 Liter und bei umgeklappten Rückenlehnen werden 994 Liter daraus – allerdings mit großer Abstufung an der Sitzbankgrenze.

Als „Cool“ ausgestattet, zeigte sich der getestete LBX als Topmodell und hatte eine umfangreiche Armada an Annehmlichkeiten zu bieten. Neben einer Vielzahl an Assistenzsystemen und einem Mark Levinson Soundsystem mit 13 Lautsprechern finden sich auch ein Head-up Display, ein volldigitales Cockpit, ein Multifunktionslenkrad mit individualisierbaren Sensorflächen und ein 9.8-Zoll-Infotainment, mit etwas umständlicher Menüführung. Die Navigationsfunktion mussten wir erst über die Toyota App freischalten. Android Auto funktioniert, aber nur mit Kabelverbindung; Apple CarPlay tuts auch ohne. Weiterhin gibt es sehr gute LED-Scheinwerfer, Keyless-Zugang, eine 360-Grad-Kamera, eine induktive Ladestation und vieles mehr.

Fahrverhalten

Der Dreizylinder ist akustisch als solcher schnell erkannt. Denn wenngleich die Dämmung des Innenraums großzügig ausfiel, hört man den Verbrenner insbesondere beim beherzten Tritt aufs Gaspedal recht gut. Dennoch fühlen sich die 136 PS alles andere als dürftig an und besonders in urbanen Gefilden macht das SUV sogar richtig Spaß. Das Zusammenspiel zwischen E-Antrieb und Verbrenner ist – typisch Toyota eben – absolut vorbildlich, weil konsequent harmonisch zu bezeichnen. Die angenehme, nicht zu stark gestraffte Federung lässt das SUV auch zügig durch Kurven und um Ecken zirkeln, ohne dabei zu viel von marodierten Straßenbelägen an die Insassen zu kommunizieren. Das hat Lexus wirklich toll hinbekommen. Die Lenkung passt komfortable leichtgängig und genügend Feedback vermittelnd gut dazu und das Bremssystem gefiel durch gute Dosierbarkeit und auch durch seine Standfestigkeit.

Wirtschaftlichkeit

Wer mit dem LBX überwiegend in der Stadt und suburban unterwegs ist, kann sich über einen Durchschnitt von knapp über fünf Litern auf 100 Kilometer freuen. Bei besonders zurückhaltender Fahrweise sind auch Werte mit einer Drei vor dem Komma kein Hexenwerk. Auf unserer Sparrunde freuten wir uns über vorbildliche 3,1 Liter. Auf der Autobahn steigt der Verbrauch auf unter acht Liter, sofern die Richtgeschwindigkeit der grobe Fokus darstellt. Wer Vollgasorgien praktiziert, landet bei rund 180 km/h Verbrauchswerte im deutlich zweistelligen Bereich – eindeutig nicht das Metier dieses Autos.

Der LBX startet in Basisausführung bei 32.990 Euro. Unser Testwagen in der höchsten Ausstattung wird ab 44.490 Euro angeboten und hat dann außer einer Sonderfarbe, speziellen Felgen und einer Anhängerkupplung alles an Bord, was es an Sonderausstattung gibt. Für die Allradvariante werden mindestens 46.690 Euro verlangt.

Fazit

Mit dem LBX hat Lexus einen frischen Kandidaten in das Premium-SUV-Sortiment der Kleinwagen gebracht. Dort kann er sich neben Konkurrenten wir einem BMX X1, einem Mini Countryman oder Audi Q2 alles andere als bedrängt fühlen. Insbesondere für den Einsatz in und um Ballungsgebiete ist er eine sehr gute Wahl, denn hier spielt er seine Hybridvorteile gekonnt aus. Der geringe Platz im Fond und sein hoher Verbrauch auf Autobahnen sollte man berücksichtigen, doch wenn das nur sekundär eine Rolle spielt, kann der kleinste Lexus ziemlich schnell die erste Wahl sein – im Vergleich zu manchem seiner Wettbewerber auch preislich.