Probefahrt: Der Mazda6e im Autotest

Lust auf Limousine: Mazda6e
Hajo Zenker- Mazda bringt die vollelektrische Limousine Mazda6e, gebaut in Kooperation mit Changan.
- Zwei Batterien: 68,8 kWh (479 km, 258 PS) und 80 kWh (552 km, 245 PS).
- Große Batterie lädt von 10–80 % doppelt so lange wie die kleinere.
- Fahrwerk ausgewogen; 0–100 km/h in 7,6 s (kleine Batterie), Spitze 175 km/h.
- Preis ab 44.900 €; Wintertest: 350 km Reichweite; sechs Jahre Garantie.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Musste die japanische Marke im vergangenen Jahr in Deutschland noch ein Minus von zehn Prozent verbuchen, konnte Mazda 2026 hierzulande bisher um 14,1 Prozent zulegen – und dieses Plus geht auf das Konto sämtlicher Modelle. Mit dem Mazda6e hat der Hersteller aus Hiroshima nun auch eine rein elektrische Limousine im Angebot.
Motor
Eine überraschende Besonderheit der Motorisierung des Mazda6e ist, dass die Variante mit der größeren Batterie (80 kWh) zwar mehr Reichweite verspricht, nämlich 552 Kilometer statt 479 Kilometer im Einstiegsmodell (68,8 kWh), aber doppelt so lange wie der kleine Bruder an der Schnellladesäule braucht, um von zehn auf 80 Prozent zu kommen. Zudem erhält man mit der kleineren Batterie 258 PS, während die große Batterie mit 245 PS kombiniert ist. Eine etwas kuriose Motorisierungsgestaltung. Der Wagen geht nicht ab wie eine Rakete, wie das bei anderen Elektroautos der Fall ist. Flott kommt man trotzdem vom Fleck und mit der kleineren Batterie in 7,6 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Bei 175 km/h wird abgeregelt, aber solche Autobahngeschwindigkeiten sollte man im Interesse der Reichweite ja sowieso möglichst vermeiden.
Karosserie/Ausstattung
So ein schönes neues Automodell gab es schon lange nicht mehr. Ob Front, Seitenlinie oder Heck: Der Mazda6e sieht einfach großartig aus. Was in Zeiten, wo gefühlt nur noch SUV verkauft werden, eine große Freude ist: Die Limousine lebt. Und die Freude setzt sich im Innenraum fort, der nicht einfach nur schön, sondern auch edel zu nennen ist. Hochwertige Materialien, sehr gut verarbeitet. Und das, auch wenn Mazda gern auf japanische Handwerkskunst verweist, produziert in China. Denn der Wagen ist eine Kooperation mit Changan, einem Autohersteller, der in China Mazda-Modelle für China herstellt und nun den Mazda6e auch für Europa baut. Dass hier einiges aus China drinsteckt, merkt man allerdings an der Bedienung. Über den Touchscreen ist sehr viel zu steuern, leider etwa auch die Außenspiegel. In einer 4,92 Meter langen Limousine gibt es entsprechend Platz im Innenraum, etwa auch viel Beinfreiheit in der zweiten Reihe (für große Menschen kann es hier aber an der Kopffreiheit mangeln). Der Kofferraum fällt dagegen mit 336 Litern vergleichsweise bescheiden aus. Allerdings kann man unter der Motorhaube zusätzliche 75 Liter im sogenannten Frunk nutzen. Schließlich wird dort ja kein Platz für einen Verbrennermotor benötigt. Ab Werk ist der Mazda6e bereits üppig bestückt, etwa mit neun Airbags, LED-Scheinwerfern, elektrischer Heckklappe, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Lenkradheizung, beheizbaren Außenspiegeln, Assistenten für Spur, Notbremsung und Verkehrszeichenerkennung, Head-Up-Display, Tempomat, Navigation und Soundsystem.
Fahrverhalten
Das Fahrwerk ist eine ausgewogene Mischung aus Dynamik und Komfort. Was heißt: Man kann gut durch Kurven kommen und wird trotzdem von Straßenunebenheiten nicht weiter behelligt.
Wirtschaftlichkeit
Den Einstieg in den Mazda6e gibt es ab 44.900 Euro, das darf man getrost verträglich nennen, schließlich bekommt man dafür eine große, schöne Limousine mit viel Ausstattung. Die 1600 Euro Aufpreis für die größere Batterie sollte man sich angesichts der Ladeproblematik allerdings sparen. Wie üblich hängt die reale Reichweite sehr an Wetter und Fahrverhalten. Bei winterlichen Verhältnissen und daher intensiver Nutzung von Klimaanlage und Sitzheizung kamen wir auf 350 Kilometer. Mazda gewährt erfreuliche sechs Jahre Garantie.
Fazit
Der Mazda6e macht Lust auf Limousine. Für die größere Batterie gibt es eigentlich keine Argumente, sonst aber ist dieser Mazda eine echte Bereicherung des E-Auto-Angebots. Und das angesichts des Gebotenen zu einem guten Preis.


