Probefahrt: Der Skoda Kodiaq im Autotest

Skoda Kodiaq
Roberto Wenk- Skoda Kodiaq 2: Größer, bulliger, moderner als Vorgänger; Debüt vor einem Jahr.
- Test-Kodiaq: 2.0-Liter-Turbodiesel, 150 PS, 360 Nm, 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe.
- Ausstattung: Drei-Zonen-Klimaautomatik, LED-Scheinwerfer, Smart Dial Drehregler.
- Kofferraum: 910 Liter, erweiterbar auf 2105 Liter.
- Preis: Ab 42.990 Euro, TDI ab 46.500 Euro, Sportline +4500 Euro.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Vor rund einem Jahr feierte die zweite Generation des größten SUVs von Skoda sein Debüt und löste damit die sechsjährige Laufbahn seines Vorgängers ab. Inwieweit der Generationswechsel dem Skoda mit dem Namen eines nordamerikanischen Bären gutgetan hat, wollten wir herausfinden.
Motor
Ein guter, bekannter und vor allem bewährter Turbodiesel steht im Test-Kodiaq als Antrieb zur Verfügung. Der 2.0-Liter-Reihenvierzylinder leistet 150 PS und 360 Newtonmeter. Die Kraft wird durch ein 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe an die Vorderachse geleitet.
Karosserie/Ausstattung
Äußerlich wirkt der neue Kodiaq deutlich bulliger als sein Vorgänger. Das ist kein Zufall, denn die zweite Generation überflügelt die erste um satte 60 Millimeter an Fahrzeuglänge. Dazu kommen diverse optische Veränderungen, die dem SUV mehr Präsenz verschaffen. Von vorne scheint der Kodiaq ernster als zuvor und zeigt stolz seine neuen Lichteinheiten, welche auch am Heck komplett erneuert wurden. Dort werden die Rücklichter nun mittels Querleiste verbunden, die allerdings nur Licht reflektieren kann und nicht selbst illuminiert.
Im Innenraum fallen zuallererst die gewachsenen Bildschirme auf; das Zentraldisplay wurde nun aufgesetzt, denn bei seiner Größe wäre eine Integration in die Instrumententafel nicht mehr gelungen. Dazu kommt eine deutlich höhere Wertigkeit der eingesetzten Materialien, welche ausnahmslos akkurat verarbeitet wurden. Das Platzangebot – und das hat womöglich keiner erwartet – ist tatsächlich nochmals gewachsen. Dies bedeutet Platz in Hülle und Fülle auf allen Plätzen. Ausnahme ist nur der mittlere Sitz auf der Rückbank, da eine zusätzliche Ablage mittig im Fußraum verlaufend, diesen Sitzplatz einschränkt. Ebenfalls gewachsen ist der Kofferraum, der nun üppige 910 Liter in Standardkonfiguration bietet. Bei umgeklappten Rückenlehnen werden sogar 2105 Liter freigemacht.
Als „Selection“ – die günstigere Variante neben der „Sportsline“ – verfügt der Skoda Kodiaq 2 bereits über eine Drei-Zonen-Klimaautomatik, Voll-LED-Scheinwerfer und erstmals die „Smart Dial“ genannten Drehregler mit Mehrfachbelegung. Diese erlauben die Bedienung von Fahrprogrammen, der Klimaautomatik, den Sitzheizungen und der Lautstärke. Das Konzept ist bereits seit einigen Jahren auch bei Land Rover und Jaguar erfolgreich im Einsatz. Weiterhin gehören Parksensoren vorn und hinten plus Rückfahrkamera, 18-Zoll-Räder und eine gekühlte Phonebox zum kabellosen Aufladen von zwei Smartphones gleichzeitig zum Ausstattungsumfang. Matrix-Licht kostet 1360 Euro extra und ist sehr empfehlenswert, weil die Ausblendfunktion ein großes Sicherheitsplus mit sich bringt. Das Canton-Musiksystem bescherte einen wohlig warmen und sehr dynamischen Klang. Allerdings muss für dieses System ein Paket für 2420 Euro gebucht werden, worin zwar viele andere Dinge hinzukommen, aber das Ganze eben nur als Konglomerat im Angebot ist. Günstiger ist hingegen die Lenkradheizung, die der geneigte Kunde für 140 Euro erhält. Ein riesiges Panorama-Schiebedach ruft weitere 1.300 Euro auf und eine Akustikverglasung, die zusätzliche Ruhe in den Innenraum bringt, muss für 570 Euro zusätzlich erstanden werden.
Fahrverhalten
Dank des bereits frühzeitig bereitstehenden Drehmoments schiebt der Diesel auch in unteren Drehzahlbereichen ordentlich an. Das DSG schaltet flott und eine Gedenksekunde, wie sonst bei dieser Automatik weit verbreitet, lässt sich nur noch selten erahnen. Geschaltet wird jetzt übrigens mittels Knaufs rechts an der Lenksäule. Der Motor bleibt meist akustisch zurückhaltend und wird nur in hohen Drehzahlen etwas vorlaut. Das Fahrwerk ist komfortabel, aber mit einem guten Rest an Straffheit abgestimmt.
Dadurch verhält sich das SUV sehr neutral und schiebt im Grenzbereich zuerst über die Vorderräder, bevor das ESP die Grenzen setzt. Mit Allrad sieht das sicher noch anders aus, doch dieser ist nur mit den Topmotorisierungen erhältlich. Das DCC erlaubt dank Fahrprogramme eine leichte, aber spürbare Aufspreizung der Fahrcharakteristik, insbesondere durch eine variable Gasannahme und das Ausdrehen der Gänge. Die Lenkung erfordert geschwindigkeitsabhängig mal mehr, mal weniger Kraftaufwand und lässt den Piloten das SUV präzise dirigieren. Mit knapp unter zehn Sekunden von null bis 100 km/h und einem Top Speed von 205 km/h liegt der Kodiaq mit dieser Motorisierung im guten Mittelfeld.
Wirtschaftlichkeit
Eine ständige Optimierung der Selbstzünder aus dem Volkswagen-Konzern zeigt sich auch hier beim Verbrauchstest. Im Drittelmix flossen lediglich 5,9 Liter auf 100 Kilometer durch die Brennräume – für ein Auto dieser Größe ist das bemerkenswert wenig. Nach der Sparrunde wussten wir, dass das noch nicht das Ende der Fahnenstange war. Mit nur 3,5 Litern auf hochgerechnet 100 Kilometer setzten wir hier noch einen drauf.
Diese durchweg positiven Verbesserungen haben allerdings auch ihren Preis. Der Kodiaq startet mittlerweile bei 42.990 Euro als mild hybridisierter 150 PS-Benziner und liegt damit ungefähr 10.000 Euro über dem Faceliftmodell der letzten Generation. Der hier gefahrene TDI schlägt mit 46.500 Euro zu Buche und der große TDI mit seinen 193 PS überschreitet bereits knapp die 50.000 Euro-Grenze. Als besonders gut ausgestattete „Sportline“ werden für alle Motorisierungen 4500 Euro zusätzlich fällig.
Fazit
Größer, edler, bulliger und moderner – der Skoda Kodiaq 2 konnte in allen Belangen nochmals zulegen und zeigte sich im Test als modernes Raumwunder mit einem soliden wie auch effizienten Dieselantrieb. Sein ausgewogenes Fahrverhalten macht ihn zum unkomplizierten Begleiter, der sowohl dem Alltag als auch der Fernstrecke mehr als gewachsen ist. Seine technologischen Upgrades erhöhen zudem die Sicherheit und den Komfort. Dass so ein Gesamtpaket nicht ohne Preiserhöhung einhergeht, ist einleuchtend. Dennoch sind die Preise für den Kodiaq selbstbewusster denn je. Konkurrenzfähig bleibt er aber auch in aktueller Generation zweifellos, in manchen Dingen wie dem Platzangebot und der Summe an den vielen „simply clever“-Details sogar konkurrenzlos.

