Probefahrt: Der Subaru Outback im Autotest

Allrad selbstverständlich: Subaru Outback
Roberto WenkAus zwei macht eins – so haben es sich die Leute von Subaru offensichtlich gedacht und aus zwei Ausstattungsvarianten eine Sonderedition für das größte Modell der Marke, den Subaru Outback, erschaffen. Dabei wurde „Platinum“ mit der „Cross Edition“ vermählt und das Ganze mit einer exklusiven Lackierung bedacht, die es ausschließlich für diese Edition gibt.
Motor
Unangetastet bliebt derweil der Antriebsstrang, zu dem selbstredend der Allradantrieb „Symmetrical AWD“ gehört. Der Saugbenziner mit 2,5 Litern Hubraum liefert 169 PS und das maximale Drehmoment von 252 Newtonmetern liegt ab 3.800 Umdrehungen pro Minute an. Als Boxermotor läuft dieser auch als Vierzylinder bauartbedingt sehr vibrationsarm, wobei er akustisch vor allem in höheren Drehzahlbereichen nicht unbedingt ein Leisetreter ist. Übersetzt wird die Kraft durch ein CVT-Getriebe – eine stufenlose Automatik.
Karosserie/Ausstattung
Als Edition Platinum Cross „leuchtet“ der Outback in einem tiefsinnigen und sehr intensiven „Geyser Blue“ – ein Uni-Lack, den nur ebendiese Edition erhält. Das steht dem SUV-Kombi – so wird er von Subaru selbst benannt – ausgesprochen gut. Kombiniert wurde dies mit grünen Designelementen in der schwarzen Dachreling und einem ebenfalls grünen Outback-Schriftzug in der seitlichen Schweller-Beplankung. Diese beiden Details stammen gemeinsam mit den schwarzen 18-Zöllern aus der Ausstattungsvariante „Cross Edition“. Am Heck wurde der Raum zwischen den Rückleuchten schwarz verblendet und ein Emblem mit Hinweis auf ebendieses Sondermodell rundet den Auftritt des 4,87 Meter langen Allradlers ab.
Beim Interieur setzte Subaru indes auf Elemente der „Platinum“-Ausstattung, zu der neben der Lederausstattung und dem Infotainment mit dem vertikal positionierten 11.6-Zoll-Zentralbildschirm auch eine sehr voluminös aufspielende Harman/Kardon-Soundanlage gehört. Fußraumteppiche mit grünem „Outback“-Schriftzug nehmen die Designelemente des Exterieurs wieder auf. Das Platzangebot bleibt unverändert gewaltig und dieses herrscht auch auf der zweiten Sitzreihe in fast verschwenderischer Art. Bein- und Kopffreiheit ist überall mit viel Reserven vorhanden, sodass auch große Menschen mit einem Gardemaß, welches eine Zwei vor dem Komma trägt, problemlos Platz finden.
Ansonsten bleibt alles gewohnt Subaru-Like. Eine LED-Reihe vor dem Fahrer projiziert farblich sowohl das unangekündigte Verlassen der Spur, das Erkennen von Fahrzeugen bei aktivem Abstandstempomat und etwaige Kollisionsgefahren in den Farben gelb, grün und rot. Das wirkt sicherlich pragmatisch, ist aber vollkommen ausreichend. Ein Fahrererkennungssystem erfasst per Kamera den Piloten und wenn vorab dieser im System gespeichert wurde, stellt dieses den Fahrersitz und die Außenspiegel in die damit verbundenen Positionen. Die Lenkrad- und die Sitzheizungen machen ihren Job und erwärmen trotz dickem Nappaleder die Flächen erstaunlich fix.
Fahrverhalten
Dass der Outback ein Großer ist, fühlt sich auch beim Fahren so an. Bleibt der Fahrer entspannt, so ist das auch antriebstechnisch der Fall. Gemach in Bewegung gehalten, kann der Motor durchaus entschleunigt wirken. Doch der Benziner hat insgesamt mit dem Allradler recht gut zu tun und das CVT zwingt den Benziner bei jedem größeren Pedallupf in höhere Drehzahlen, wodurch dieser im Innenraum teilweise auch gut vernehmbar wird. Nur eine Portion Zurückhaltung belässt die Drehzahlen in angenehm niedrigen Bereichen. Doch nicht immer ist dies möglich; beispielsweise beim Überholen oder auf der Autobahn, wenn eine Steigung ansteht. Dann wird akustisch schnell klar, dass der Boxer ordentlich zu tun hat und dies nur durch Drehzahlen sichergestellt werden kann. Typisch Saugmotor eben.
Das Fahrwerk zeigt derweil eine neutrale Abstimmung und dank Allradantrieb ist Traktion eine permanent sichergestellte Angelegenheit. Dies bildet bei entsprechend widrigen Bedingungen wie losem oder glattem Untergrund entscheidende Vorteile, die im Zusammenspiel mit der opulenten Bodenfreiheit ideale Voraussetzungen schaffen, um mit dem Outback auch im „Outback“ oder ähnlichen Gefilden sicher unterwegs zu sein. Seine Offroad-Tauglichkeit ist ausgeprägt und prädestiniert ihn daher auch für bergige und schneesichere Regionen sowie alle Wege abseits der befestigten Straßen. Entsprechende Fahrprogramme wie Schnee, Schotter und Matsch sprechen da eine eindeutige Sprache. Darüber hinaus eignet sich der Outback auch für den Anhängerbetrieb. Er kann mittlerweile bis zu 2.200 Kilogramm an den Haken nehmen.
Wirtschaftlichkeit
Dass der 2.5-Liter-Boxer eine ziemlich hehre Aufgabe im Antrieb des großen Allradlers hat, spiegelt sich teilweise auch im Verbrauch wider. Die Werksangabe von 8,6 Litern auf 100 Kilometer als kombinierter Verbrauch konnten wir im Test nicht ganz erreichen. Wir lagen mit 9,1 Litern einen halben Liter darüber, was aus unserer Sicht noch in Ordnung ist. Hierin eingeschlossen sind auch Fahrten im Gelände und auf der Autobahn mit Tempi jenseits der Richtgeschwindigkeit. Auf der Sparrunde reduzierten wir den Spritkonsum auf gute 5,8 Liter, was aber eine disziplinierte, vorausschauende und defensive Fahrweise voraussetzt.
Beim Preis hat Subaru diese Sonderedition nicht zum Schnäppchen im Angebot. Denn mit einem Kaufpreis ab 48.840 Euro ist dieser etwas teurer als alle anderen Ausstattungsvarianten. Der Einstiegspreis für den Outback liegt übrigens bei 43.440 Euro als Basisvariante „Trend“. Das Beste gibt’s hier also auch zum höchsten Preis. Dennoch ist der Outback in seinem Segment (obere Mittelklasse) weiterhin quasi ein Sonderangebot.
Fazit
So einfach und behutsam ist eine Sonderedition kreiert – oder auch so clever. Subaru nimmt das Beste aus zwei Ausstattungsvarianten und lässt den Allradler in ein exklusives blaues Außenkleid schlüpfen – fertig ist die Edition Platinum Cross. Damit adressiert sich dieses Sondermodell nicht nur an eine individualitätshungrige Klientel, sondern auch an alle, die an beiden Editionen Gefallen finden und sich bisher nicht entscheiden konnten. Dass es in dieser Fahrzeugklasse auch stärkere und sparsamere Konkurrenten à la E-Klasse All-Terrain oder A6 Allroad quattro gibt, lässt eingefleischte Fans der Allradpioniere kalt, denn allein bei der Anschaffung ist so viel Geld gespart, dass nicht nur der Mehrverbrauch über viele Jahre gedeckelt sein dürfte.

