Probefahrt
: Der Volvo ES90 im Autotest

Der rein elektrische ES90 hat bei der schwedischen Marke den S90, also eine Verbrenner-Limousine, abgelöst. Wobei der ES90 nicht mehr ganz eine klassische Limousine darstellt, sondern auch etwas von einem SUV hat. Der Wagen ist modern, elegant, geräumig.
Von
Hajo Zenker
Berlin
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Volvo ES90

Rein elektrische Fünf-Meter-Klasse: Volvo ES90

Hajo Zenker
  • Volvos neuer ES90 ersetzt den S90 und mischt Limousine mit SUV-Elementen.
  • Drei Antriebe: 333, 449 und 680 PS, Basis mit Hinterrad-, stärkere mit Allradantrieb.
  • 0–100 km/h in 6,6 s beim Basismodell, abgeregelt auf 180 km/h – sehr leise, 800-Volt-Technik.
  • Hochwertiger, sachlicher Innenraum, viele Funktionen im Hochkant-Touchscreen, viel Platz.
  • Offiziell 16 kWh/100 km und ca. 600 km Reichweite, im Test 420 km; Preis ab 71.490 Euro.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Volvo hat in Deutschland in diesem Jahr bisher ein Minus von 22,4 Prozent verbuchen müssen, während der Gesamtmarkt um 5,2 Prozent zulegte. Insbesondere die lange Zeit so erfolgreichen XC-Modelle schwächeln gerade. Der neue ES90 soll helfen, wieder zuzulegen.

Motor

Den rein elektrischen ES90 gibt es in drei Motorisierungen: 333 PS, 449 PS und 680 PS. Los geht es dabei mit Hinterradantrieb, die stärkeren Versionen sind mit Allrad unterwegs. Allerdings ist man bereits mit dem Einstiegsmotor bereits gut motorisiert, schließlich beträgt das maximale Drehmoment 480 Newtonmeter, und da kommt man trotz des Gewichts des Wagens von 2,4 Tonnen in 6,6 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Bei 180 km/h ist bei Volvo seit längerem bei jedem Modell Schluss. Aber für ein Elektroauto ist das ja sowieso keine empfehlenswerte Geschwindigkeit, wenn man nicht seine Reichweite stark verkürzen will. Allerdings gilt auch bei hohen Geschwindigkeiten: Der ES90 ist stets ein wirklich leiser Wagen. Dank der hier verbauten 800-Volt-Technik geht das Laden an der Schnellladesäule besonders gut voran.

Karosserie/Ausstattung

Der elektrische ES90 hat den S90, also eine Verbrenner-Limousine, abgelöst. Wobei der ES90 nicht mehr ganz die klassische Limousine darstellt, sondern auch etwas von einem SUV hat, etwa beim höheren Einstieg. Die Linie des Wagens jedenfalls ist definitiv elegant und deutlich unterscheidbar von der Konkurrenz in diesem Premium-Bereich. Dass der ES90 in China gefertigt wird, merkt man dem skandinavisch-sachlichen Innenraum nicht an. Alles ist hochwertig und sehr gut verarbeitet. China, Volvo ist ja eine Tochter des chinesischen Autokonzerns Geely, spricht eher aus der Bedienung: Da wird möglichst viel an Bedienung in den zentralen Hochkant-Touchscreen gepackt, leider auch die von Außenspiegeln und Handschuhfach, das muss nicht sein.

Immerhin darf man die Lautstärke noch mit einem gläsernen Lautstärkeregler verstellen. Wobei grundsätzlich gilt, dass man sich in die Menüführung des Touchscreens nicht lange einarbeiten muss. Wie es sich für ein Fünf-Meter-Auto gehört, gibt es für die Insassen viel Platz, sogar etwas mehr, als man anderswo in diesem Größenbereich geboten bekommt. Einziger Nachteil: Wegen der Batterie fällt der Fußraum in Reihe 2 eher flach aus, was für Großgewachsene auf Dauer weniger schön ist.

Die 424 Liter Kofferraum klingen für ein so großes Fahrzeug nicht gerade gewaltig, dank der großen Heckklappe lässt sich der Raum aber wunderbar nutzen. Der Wagen ist bereits ab Werk sehr gut bestückt, etwa mit 20-Zoll-Leichtmetallfelgen, einem verdunkelbaren Panoramadach, Vier-Zonen-Klimaautomatik, Sitzheizung vorn und hinten, Audioanlage, LED-Scheinwerfern im Design „Thors Hammer“, beheizte Wischerblätter, induktives Smartphone-Laden, elektrisch anklappbare Außenspiegeln sowie Assistenten etwa für Verkehrszeichenerkennung, Müdigkeit, den toten Winkel, Querverkehr und das Halten der Spur.

Fahrverhalten

Der ES90 ist keine Sänfte, sondern zeigt sich für ein Auto dieser Größe erstaunlich agil. Fahrmodi lassen sich einstellen und wenn man wie bei unserem Testwagen ein Luftfahrwerk an Bord hat (2530 Euro Aufpreis), kann man sowieso alles ganz wunderbar individualisieren. Das passt. Genauso wie die direkte Lenkung.

Wirtschaftlichkeit

Den Einstieg in einen ES90 gibt es ab 71.490 Euro. Obwohl das Modell grundsätzlich bereits gut ausgestattet ist und wir mit dem Einstiegsmotor unterwegs waren, kam der Testwagen mit allerlei Extras bereits auf 92.980 Euro. Immerhin darf man sich heute über günstige Strompreise beim „Betanken“ eines Elektroautos freuen. Wobei der Verbrauch gerade bei E-Autos stark an Fahrverhalten und auch Wetter hängt, die offiziellen 16 kWh pro 100 Kilometer würden eine Reichweite von etwa 600 Kilometern bedeuten. Wir kamen auf 420 Kilometer.

Fazit

Premium für die, die sich von den vorherrschenden Marken abheben wollen: Der ES90 ist modern, elegant, geräumig. Und als reiner Stromer natürlich auch ein Statement.