Tanken und Einkaufen in Polen
: So erweitert sich der Polenmarkt Hohenwutzen

Shoppen, Essen, Entertainment – das ist die Devise des Polenmarkt Hohenwutzen in Osinow Dolny (Polen) für die Zukunft. Wie das gelingt.
Von
Steffen Göttmann
Osinow Dolny
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Spielplatz mit Bäumen; Nicolas Gesch, Geschäftsführer des Polenmarkt Hohenwutzen, wie die Kundschaft animieren, länger zu verweilen.

Mehr als nur einkaufen und tanken: Spielplatz mit Bäumen; Nicolas Gesch, Geschäftsführer des Polenmarkt Hohenwutzen (Polen), wie die Kundschaft animieren, länger zu verweilen.

Steffen Göttmann
  • Polenmarkt Hohenwutzen plant Erweiterungen: 700 Händler, neue Markthallen und Spielplatz.
  • Ziel: Längere Verweildauer der Kunden durch bessere Infrastruktur und Entertainment.
  • Kostenlose Parkplätze, Waschboxen und Autowerkstatt für Besucher.
  • Ausbau des Campingplatzes mit neuen Sanitäranlagen und Freizeiteinrichtungen.
  • Wichtig: Einhalten der deutschen Einfuhrbestimmungen bei Einkäufen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der „Polenmarkt Hohenwutzen“ ist von Berlin bis Bad Freienwalde das Sinnbild für preiswertes Einkaufen jenseits der Oder. Das Unternehmen will aber nicht mehr darauf reduziert werden, dass die Kundschaft dort billig Kraftstoffe tankt und sich mit Zigaretten eindeckt, die weniger kosten als in Deutschland.

„Shoppen, Essen, Entertainment“, definiert Geschäftsführer Nicolas Gesch das Ziel des Unternehmens, das auch 2025 mit noch mehr Vielfalt punkten will. Wo der Polenmarkt investiert.

„Polenmarkt Hohenwutzen“ ist ein Markenzeichen

Dass auf dem „Polenmarkt“ nicht mit Polen gehandelt wird, ist hinlänglich bekannt. Spitzfindige Polen und Deutsche nehmen immer mal wieder Anstoß an dem Namen. „Polenmarkt Hohenwutzen“ ist jedoch ein Markenzeichen: „Jeder weiß eben sofort, was damit gemeint ist“, sagt Nicolas Gesch, Geschäftsführer des Polenmarkt Hohenwutzen.

Das Unternehmen baut die etwa15 Gebäude der ehemaligen Zellstofffabrik weiter zu Markthallen um und vermietet Standplätze. 700 Händler und Dienstleister konzentrieren sich auf dem Areal. Der Polenmarkt baut Gebäude und Infrastruktur aus und lebt von der Vermietung.

Neue Fenster: Der Eigentümer baut die alten Fabrikgebäude nach und nach zu Markthallen aus.

Neue Fenster: Der Polenmarkt Hohenwutzen als Eigentümer baut die alten Fabrikgebäude nach und nach zu Markthallen aus.

Steffen Göttmann

Weil viele von ihnen aufgrund guten Umsatzes expandieren wollen, bauen die Vermieter nach und nach feste Verkaufsgebäude. „Ab einer bestimmten Größe geht das nicht mehr mit Containern“, erklärt der Geschäftsführer. Ziel des Unternehmens und seiner Mieter sei es, dass die Besucher länger bleiben. Bei Regenwetter oder im Winter ist der Indoor-Spielplatz, der sich auf 1100 Quadratmeter im obersten Stockwerk des Hauptgebäudes ausdehnt, die Alternative.

Dessen Fläche werde 2025 um 700 Quadratmeter im Nachbargebäude erweitert. Eine Brücke werde beide Gebäude miteinander verbinden. „Wir stellen die alten Verbinder wieder her“, sagt Gesch. Alle Gebäude seien früher durch Brücken miteinander verbunden gewesen.

Kunden sollen länger auf dem „Polenmarkt Hohenwutzen“ bleiben

„Wir arbeiten daran, die Aufenthaltsqualität zu verbessern“, sagt Gesch. Deshalb sei zwischen Marktständen ein Spielplatz angelegt worden, Bäume wurden gepflanzt, um im Sommer die Besucher nicht der prallen Sonne auszusetzen. Insgesamt seien in diesem Jahr 100 Bäume auf dem Gelände gepflanzt worden, die im Sommer Feuchtigkeit und Schatten spenden sollen. Er habe auch dazulernen müssen, bekennt der Geschäftsführer. Denn früher habe er alles nur pflastern wollen, um es besser pflegen zu können.

Derzeit wird der Parkplatz in Richtung Osten ausgebaut, gepflastert und mit neuen festen Verkaufsbuden gesäumt. „98 Prozent unserer Kunden kommen mit dem Auto, weshalb es uns wichtig ist, die Parkplätze kostenlos anzubieten“, so der Chef des Polenmarktes.

Deshalb gibt es neben den beiden Tankstellen auf dem Parkplatz seit diesem Jahr zwei knallrote Waschboxen für die Selbstwäsche. Alles rund ums Auto komme bei der Kundschaft gut an. „Wir haben eine Autowerkstatt und zwei Handwäschen auf dem Gelände“, fügt er hinzu. Zudem gibt es viele Händler, die Zubehör anbieten.

Wo der Kunde beim Einkaufen auf dem Markt in Polen am besten spart

In diesem Jahr ist zwischen den Gebäuden des hinteren Teils ein polnischer Baumarkt eingezogen, dessen Sortiment sich kaum von deutschen Baumärkten unterscheidet. „Styropor und Baustoffe sind hier in Polen billiger als in Deutschland“, sagt Gesch.

Im hinteren Bereich zur Oder werden an einem der Fabrikgebäude gerade die Fenster eingebaut. Danach werden Betondecken eingezogen und das Gebäude komplett ausgebaut. „Ins Erdgeschoss ziehen ein Friseur und eine Gaststätte ein, fürs Obergeschoss haben wir noch keine Plane“, so der Polenmarkt-Chef.

Camping in Polen: Platz wird erweitert

Erweitert werde auch der Campingplatz, der im Sommer voll belegt und hauptsächlich von Wohnmobilen aus ganz Deutschland angefahren wird. „Wir haben neue Sanitärräume mit Toiletten und Duschen, für Männer und Frauen getrennt, gebaut“, sagt Gesch und schließt die Türe zu den modernen, blitzblanken, in Grau und Weiß gehaltenen Nassräumen auf.

Der Geschäftsführer will überprüfen, ob es möglich ist, die kleine Bucht am Ufer der Oder, wo auch Boote zu Wasser gelassen werden können, noch etwas auszubaggern, um dort eine Badewiese anzulegen. Minigolfplatz und eine neue Tischtennisplatte ermöglichen kurzweilige Tage.

Das Pfund, mit dem Gesch wuchern kann, ist die schöne Landschaft, sind die viele Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten, die den Campern ein Leben wie im Schlaraffenland ermöglichen. „Viele bringen ihre Fahrräder mit und erkunden von uns aus das Oderbruch“, weiß Nicolas Gesch.

Feuerwerk und Waffen: Nicht alle Artikel in Deutschland erlaubt

Nicht alles, was auf dem Markt im Rahmen der polnischen Gesetze verkauft wird, ist in Deutschland erlaubt. Gesch empfiehlt, sich auf der Homepage des Polenmarkts über die Freigrenzen bei Kaffee, Alkohol und Zigaretten zu erkundigen.

Bei Feuerwerkskörpern sei auf die Klassifizierung zu achten, ergänzt er und rät, sich auf der Internetseite des Zolls zu informieren.

Erst vor einer Woche war in einem Shuttlebus des Polenmarktes an der Grenze ein 34-jähriger Deutscher wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Waffengesetz festgenommen worden: Er hatte acht Wurfsterne, einen Teleskopschlagstock, 14 Schlagringe sowie mehr als 20 Messer im Gepäck, die er vermutlich kurz vorher auf dem Markt gekauft hatte.