1. Mai: Volksfest statt Wahlkampf in Beeskow

Stimmungsvoller Auftakt: Der EKO-Traditionsspielmannszug hat die Maifeier auf der Spreeinsel eröffnet.
Olaf GardtTarifflucht sei ein großes Problem in dieser Zeit, dagegen sollten sich Beschäftigte immer wehren. Betriebsräte zu bilden sei ein wichtiges demokratisches Recht, das man wahrnehmen sollte, mahnte er. Starke Betriebsräte und starke Gewerkschaften könnten für die Beschäftigten viel erreichen. Das vergangene Jahr, das durchschnittlich 3,3 Prozent mehr Lohn gebracht habe, sei ein gutes Beispiel.
Es würden aber gerade im Osten noch viele Aufgaben bleiben. Ganz weit oben stehe die Lohnangleichung. Auch das müsse man mit starken Gewerkschaften erkämpfen. Das West-Ost-Lohngefälle sei ein Grund für Frust und Angst, der viele Menschen in die Arme rechtspopulistischer Parteien wie der AfD treibe, sagte er. Wer deren Programm lese, werde aber feststellen, dass sie nichts für Arbeiter tun.
Die AfD war dann auch nicht auf dem großen DGB-Maifest, das unter dem Motto "Europa. Jetzt aber richtig!“ stand, zu finden. Der Gewerkschaftsbund arbeitet grundsätzlich nicht mit der AfD zusammen. Viele andere Parteien, Vereine und soziale Initiativen waren dabei. Linke, SPD, CDU und Bündnis 90/Die Grünen hatten Infostände aufgebaut, verteilten Wahl-Werbematerialien, sammelten Unterschriften für die Volksinitiative Artenvielfalt retten.
Polit-Talk fand wenig Interesse
An der Politik zeigten sich die im Laufe des Tages immer zahlreicher werdenden Besucher aber nur mäßig interessiert. Sie ließen sich Kaffee und Kuchen schmecken, saßen ganz einfach mit einem Bier in der Sonne. Viel Zuspruch gab es für das Rahmenprogramm. Das hatte wie im vergangenen Jahr mit einem Auftritt des Eisenhüttenstädter Traditionsspielmannszuges begonnen. Nach dem Spielmannszug folgten eine Zaubershow und Vorführungen der Rettungshundestaffel des Deutschen Roten Kreuzes.
Beim anschließenden Polittalk zur Kommunalwahl bekam nur der CDU-Landtagsabgeordnete Andreas Gliese einmal Beifall, als er sich gegen Inklusion um jeden Preis und für die Erhaltung von Förderschulen aussprach. Die meisten der Gäste im Festzelt wollten statt der Kandidaten lieber die Storkower Singgemeinschaft hören. Zum Abschluss war auch noch das Mixdorfer Schlaubegetümmel angekündigt.
Für Irritationen sorgte bei dem großen Volksfest nur der Stand der DKP. Die Kommunisten, die sich gleich neben dem großen Kuchenbasar aufgebaut hatten, durften ihre offene EU-Ablehnung auf ihren Plakaten zeigen. Es sei ein Mehrheitsbeschluss gewesen, die Partei teilnehmen zu lassen. Sie sei dagegen gewesen, so die DGB-Kreisvorsitzende Ingrid Freninez. Doch ihre Stimme habe nicht gereicht.
Infotitel
Hier beginnt der Infotext fett danach wieder normal⇥Autor XXX
