Hund in Fürstenwalde: Savage ist stark und einsam – wer gibt Kangal-Mix Zuneigung?

Kangal-Rüde Savage genießt den ersten Schnee im Dezember.
Susanne HübscherEiner der beiden Hütehunde im Tierheim Fürstenwalde heißt Savage. Er ist ein freundlicher Kangal-Mix, etwa vier bis fünf Jahre alt und kam vor zwei Jahren aus Bad Saarow ins Tierheim nach Fürstenwalde. Die letzten Erinnerungen an den Kurort waren keine guten. Jetzt fehlt die richtige Familie, die den stärksten Hund der Welt aufnimmt.
Der anhängliche und liebe Rüde braucht erfahrene Hundehalter und die Möglichkeit zum Freilauf. Die manchmal unsichere Fellnase benötigt mehr als einen Zwinger. Seine neuen Besitzer würden Savage seinen größten Wunsch erfüllen, wenn er auf einem Grundstück mit Häuschen guten Kontakt zu seiner neuen Familie aufbauen kann.
Chip und Impfungen hat er bereits. Seine Größe mag auf den ersten Blick abschreckend wirken, aber mit seinem liebevollen, gutmütigen und zuverlässigen Charakter macht er vieles wieder wett. Seine treuen Augen sind der Spiegel seines Wesens. Savage sucht dringend eine erfahrene Familie mit viel Platz, denn am liebsten ist er draußen.

Kangal-Rüde Savage aus dem Tierheim Fürstenwalde gibt seiner Pflegerin die Pfote.
Susanne HübscherEiskalt in Bad Saarow ausgesetzt
Vor zwei Jahren wurde Savage am idyllischen Scharmützelsee gefunden. Was für Besucher nach Erholung klingt, wird für den Rüden zum traurigsten Ort der Welt. Sein letzter Besitzer hatte ihn im Kurort ausgesetzt und seinem Schicksal überlassen.
Wie kann ein Mensch so etwas tun? Die Gründe für seine Aussetzung sind unbekannt. Allein und ohne Familie irrte er durch Bad Saarow, bis er ins Tierheim Fürstenwalde gebracht wurde. Dort fand er liebevolle Pfleger. Seit vielen Monaten lebt er jetzt im Tierheim. Diese Zwischenlösung darf gerne von einem neuen und liebevollen Zuhause abgelöste werden.
Großes Paket mit Blickfanggarantie
Der Kangal stammt ursprünglich aus der Türkei und wurde als Hirtenhund gezüchtet. Mit einer durchschnittlichen Größe von 70 bis 80 Zentimetern ist der Kangal ein garantierter Blickfang. Er kann 40 bis 60 Kilogramm wiegen. Der Charakter der Rasse wird als ruhig, wachsam, beschützend, selbstständig und intelligent, mit einem kleinen Hang zur Dominanz beschrieben. Kangals sind pflegeleicht – gelegentliches Bürsten reicht aus.
Bei der Zucht des Kangals stand das Aussehen nicht im Vordergrund, auch wenn Savage den Hundeblick perfektioniert hat. Zwölf bis 15 Jahre alt kann er werden.
Der stärkste Hund mit sanftem Kern
Der Kangal ist ein sehr beliebter Hütehund. Er kann es mit großen Gegnern wie Bären und Wölfen aufnehmen. Seine Beißkraft hat ihm den Titel des stärksten Hundes der Welt eingebracht. Die Stärke seiner Rasse liegt jedoch nicht im Kämpfen, sondern im Beschützen. An sich ist der Kangal weder aggressiv noch gefährlich, jedoch braucht er wegen seiner Neigung zu starkem Dominanzverhalten und seinem Beschützerinstinkt einen starken Führer mit viel Hundeerfahrung. Auch Savage ist in erster Linie ein Hirtenhund und aufgrund seiner Dominanz kein klassischer Familienhund. Interessensbekundungen und ein erstes Kennenlernen dürfen gerne mit dem Tierheim abgesprochen werden.
Knapp 400 Tiere dieses Jahr gepflegt
In diesem Jahr fanden 112 Katzen und 77 Hunde aus dem Tierheim in Fürstenwalde ein neues Zuhause. Über 200 Wildtiere, wie mutterlose Vögel und Igel, und Klein- und Heimtiere wurden aufgepäppelt und wieder in die Freiheit entlassen. 12 Meerschweinchen, Kaninchen, Hamster und Vögel fanden ein neues Zuhause.
Geldspenden sind auch gern gesehen
Die Pfleglinge freuen sich auch über Geldspenden. Das Konto des gemeinnützigen Vereins Kommunikationszentrum Mensch- Tier (Träger des Tierheims) ist IBAN: DE97 1705 5050 1000 3686 68 BIC: WELADEDILOS – dabei bitte den Namen und Ortsangabe angeben. Die gemeinnützige Organisation kann auf Wunsch auch eine Spendenbescheinigung ausstellen.
Acht Mitarbeiter des Tierheims sind regelmäßig für die Tiere im Einsatz. Unter der Leitung von Christine Matzke kümmern sich seit der Wende engagierte Menschen um alle großen und kleinen Tiere. Im Jahr 2004 fand das Tierheim in den Häusern an der Beeskower Chaussee in Fürstenwalde ein neues Zuhause.

Kangal-Rüde Savage schaut, ob seine Tierheim-Pflegerin folgt, um im Garten mit dem Schnee zu spielen.
Susanne HübscherGroße Gefährten bleiben länger im Tierheim
Im Tierheim Fürstenwalde kümmern sich die Tierpfleger um wahre Kraftpakete. Sie sind fast alle groß, schwer und nur mit viel Erfahrung zu vermitteln. Glücksfälle gibt es auch in der Beeskower Chaussee, sind aber eher selten. Mehrere Faktoren führen dazu, dass große Hunde eher ausgesetzt oder abgegeben werden.
Für Haltung und Unterhalt müssen die Halter tiefer in die Tasche greifen. Auch Energie-, Futter- und Tierarztkosten stellen Hundehalter vor große Hürden. Das führt leider zu unerwarteten Problemen bei frisch gebackenen Hundeeltern. Auch die Haltung von Großtieren will gelernt sein.
Tierheim ist auf Unterstützung angewiesen
Alle Kosten für Hundehalter treffen auch das Tierheim in Fürstenwalde hart. Doch wie hält sich das Tierheim über Wasser? Für die Aufnahme von Fundtieren zahlen einige Ämter und Gemeinden im Landkreis Oder-Spree Pauschalen an das Tierheim. Dazu gehören Hunde, Katzen und Kleintiere.
Meldet sich kein rechtmäßiger Besitzer, werden die Tiere weitervermittelt. Für Wildtiere erhält das Tierheim keine finanzielle Unterstützung. Die Pflege von Igeln oder mutterlosen Vögeln erfolgt ausschließlich ehrenamtlich durch engagierten Mitarbeitern oder Pflegepaten.
Daher ist das Tierheim dringend auf Spenden in Form von Waschpulver, Katzenstreu, Decken oder Matratzen angewiesen. Auch Futterspenden, wie ein Suppenhuhn, sind willkommen.
Weihnachten im Tierheim Fürstenwalde
Auch am 24. Dezember ist das Engagement der Tierpfleger und Mitarbeiter ungebrochen: Von 10.30 Uhr bis 12 Uhr ist das Tierheim für Besucher und Interessierte geöffnet und lädt zur tierischen Bescherung ein.


