Agesichts der Bilder, die ihn aus den stark vom Hochwasser betroffenen Gebieten in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz erreicht haben, fehlen Thomas Bielicke fast die Worte. Der Gemeindewehrführer der Panketaler Feuerwehr hat so etwas – wie viele andere auch – noch nie gesehen. „In etwa so muss es nach dem Krieg ausgesehen haben“, sagt er. Was die Natur für eine Gewalt hat, werde vielen in diesen Tagen wieder aufs schmerzlichste bewusst. „Ich habe den Eindruck, als räche sich die Natur an uns für unsere Taten. Der Klimawandel ist eine große Gefahr für uns alle.“

Seit der Wende partnerschaftlich verbunden

Die Panketaler Feuerwehr verbindet eine besondere Partnerschaft mit einer Feuerwehr vor Ort. „Die Wache in Zepernick ist freundschaftlich verbunden mit den Kameraden und Kameradinnen in Liblar, einem Ortsteil von Erftstadt“, erklärt Bielicke. Die Beziehung geht auf die Zeit nach der Wende zurück, als Zepernick und Liblar Partnergemeinden wurden. Erftstadt liegt mitten im Hochwassergebiet, wurde von den Wassermassen geradezu überrollt. „Das Elend der Menschen vor Ort ist sicherlich unbeschreiblich“, so der Panketaler Feuerwehrchef. „Unsere Gedanken sind bei den Opfern und ihren Angehörigen.“
In den vergangenen Tagen hatte Bielicke immer wieder Kontakt mit Einsatzkräften vor Ort, hat viele erschreckende Szenarien geschildert bekommen. „Die Menschen in Erftstadt wurden von der Flutwelle komplett überrascht. Ein Kamerad berichtete mir von einer Situation auf einer befahrenen Autobahn: Das Wasser rauschte über die Fahrbahn, riss dabei Autos mit sich. Einige Lkw-Fahrer sprangen aus ihren Führerhäuschen und schwammen ans Ufer, um sich zu retten. Das muss furchtbar gewesen sein.“

Feuerwehr ist gegen Wassermassen machtlos

Gegen die puren Wassermassen ist man als Feuerwehr erst einmal machtlos, sagt Thomas Bielicke. „Die Einsatzkräfte befinden sich derzeit ausschließlich im Rettungsmodus. Es geht darum, zu gucken, wo noch Menschen gerettet werden können.“ Erst wenn das Wasser weggespült wurde, könne man sich an die Aufräumarbeiten machen. Dann müssen zum Beispiel Keller ausgepumpt und geräumt sowie Straßen wieder befahrbar gemacht werden. „Bei diesen Arbeiten werden wahrscheinlich auch noch Todesopfer geborgen werden“, glaubt der Panketaler.

Panketal

Wie viele seiner Kameraden ist Bielicke nicht gewillt, das Chaos nur aus der Ferne zu beobachten. „Der erste Schritt war, ein Spendenkonto einzurichten und die Panketaler zur finanziellen Unterstützung aufzurufen.“ So könne vielleicht zumindest ein Bruchteil des Leids gelindert werden. Außerdem hat der Feuerwehrchef den Einsatzkräften in Erftstadt seine Unterstützung angeboten. „Das sind unsere Freunde. Und unter Freunden hilft man sich. Das gehört sich so. Da sind uns auch die 600 Kilometer Fahrtweg nicht zu viel.“

Verwaltung Panketal hat grünes Licht gegeben

Von der Verwaltung hat sich Bielicke dafür schon grünes Licht geben lassen, nun wartet er auf den Bescheid der zuständigen Einsatzleitung in Nordrhein-Westfalen. „Wir haben schon vor einigen Jahren vorsorglich eine Schmutzwasserpumpe für die Gemeinde Panketal angeschafft. Die Technik ist also vorhanden, jetzt warten wir nur noch auf das ‚Go’.“ Grund für den Kauf der Pumpe war der Klimawandel, sagt der Feuerwehrchef. „Dieser wird uns in den kommenden Jahren wahrscheinlich ebenfalls Probleme bereiten.“
Die Freundschaft mit der Feuerwache in Liblar besteht nicht nur auf dem Papier in Form eines Partnerschaftsvertrags, betont Bielicke. „Die Kameraden aus Nordrhein-Westfalen besuchen uns jedes Jahr zum Weihnachtsumzug. Wir fahren dann immer an Karneval zur Herrensitzung nach Erftstadt.“ Bei solchen Treffen entstünden Freundschaften. „Deshalb ist es uns ein großes Bedürfnis, unseren Freunden direkt vor Ort zu helfen.“
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