Wahl 2024 in Ahrensfelde
: Zahlreiche Rücktritte ‒ Gemeindeparlament wird runderneuert

Sechs der 22 aktuellen Gemeindevertreter von Ahrensfelde treten im Juni 2024 nicht erneut zur Kommunalwahl an. Das Gesicht des Gremiums wird sich also massiv verändern.
Von
Conradin Walenciak
Ahrensfelde
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Das Rathaus Ahrensfelde: Auch über den Umgang mit den dortigen Mitarbeitern wollen die Gemeindevertreter nachdenken.

Sitz des Bürgermeisters und Tagungsort der aktuellen und zukünftigen Gemeindevertreter: das Rathaus Ahrensfelde.

Sergej Scheibe

Knapp 12.000 Menschen sind am 9. Juni dazu aufgerufen, bei den Kommunalwahlen eine neue Gemeindevertretung für Ahrensfelde zu wählen. Diese wird sich im Anschluss dann tatsächlich runderneuert präsentieren: Denn sechs der 22 aktuellen Gemeindevertreter verzichten in diesem Jahr auf eine Kandidatur, räumen also ihre Sitze. Ebenfalls im Vorfeld der Wahl steht bereits fest, dass eine Partei Einbußen bei der Anzahl ihrer Mandate wird in Kauf nehmen müssen. Warum das so ist und wer sich alles Hoffnungen auf einen Einzug ins Gemeindeparlament macht ‒ ein Überblick.

Als Gewinner aus den Kommunalwahlen 2019 ging in Ahrensfelde die CDU hervor. Die Christdemokraten, denen auch Bürgermeister Wilfried Gehrke angehört, konnten 3797 Stimmen auf sich vereinen und sich dadurch vier Plätze in der Gemeindevertretung sichern ‒ so viele, wie keine andere Partei. Das Ergebnis mindestens verteidigen wollen unter anderem die aktuellen Gremiumsmitglieder Beate Hübner, Frank Meuschke, Heike Laqua und Sven Salzmann. Sie treten ‒ gemeinsam mit acht weiteren Frauen und Männern ‒ erneut für die CDU zur Wahl an.

Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU)

Die Kandidaten: Beate Hübner, Frank Meuschke, Heike Laqua, Sven Salzmann, Christina Sakawitsch, Bernhard Kaepernick, Maik Anker, Christoph Saremba, Sebastian Tögel, Florian Meyer, Christian Schacke

Ergebnis Kommunalwahl 2019: 3797 Stimmen (17,0 Prozent)

Wahl 2024 in Ahrensfelde: Nur zwei Kandidaten treten für Die Linke an

Knapp an der 3000-Stimmen-Marke schrammte vor fünf Jahren die Partei Die Linke vorbei. Die erreichten 13,2 Prozent genügten trotzdem für drei Sitze. Diese Anzahl lässt sich für die Linken im Juni jedoch definitiv nicht verteidigen. Denn die Partei hat lediglich zwei Kandidaten auf ihrer Wahlliste stehen: Christina Emmrich, die bereits seit 2014 Mitglied des Gremiums ist, und Helge Peter Sattler. Die aktuellen Gemeindevertreter André Herzog und Dr. Burckhard Ackermann treten nicht wieder zur Wahl an. Daraus ergibt sich, dass, falls Die Linke im Juni mehr als zwei Sitze zugesprochen bekommen sollte, diese in den kommenden fünf Jahren unbesetzt bleiben würden.

Die Linke

Die Kandidaten: Christina Emmrich, Helge Peter Sattler

Ergebnis Kommunalwahl 2019: 2948 Stimmen (13,2 Prozent)

Im Gegensatz zur Linken wollen bei der AfD alle drei aktuellen Gemeindevertreter ihre Sitze auch nach der anstehenden Wahl besetzen: Marco Länger, der außerdem Vorsitzender des AfD-Kreisverbands Barnim ist, seine Frau Inka Länger und Carsten Andexel. Traten vor fünf Jahren nur diese drei für die Partei an, die vom Verfassungsschutz als rechtsextremer Verdachtsfall eingestuft wird, fanden sich für die anstehenden Wahlen noch neun weitere Frauen und Männer.

Alternative für Deutschland (AfD)

Die Kandidaten: Marco Länger, Inka Länger, Carsten Andexel, René Quirmbach, Heiko Schmidt, Uwe Rüter, Mathias Funder, Frank Bieski, Renato Nitsch, Gert Bandke, Inta Nitsch, Maik Germann

Ergebnis Kommunalwahl 2019: 3072 Stimmen (13,7 Prozent)

Wahl 2024 in Ahrensfelde: Zwangsläufige Veränderung in der SPD-Fraktion

Bei der SPD wird es wie bei den Linken zu einer zwangsläufigen Veränderung in der Besetzung geben: Denn nach fünfjähriger Amtszeit als Gemeindevertreter und doppelt so langer Mitgliedschaft im Ortsbeirat Blumberg verabschiedet sich Matthias Krehling aus der Kommunalpolitik. Seine beiden Fraktionskollegen Jörg Dreger und Siegfried Berger hoffen dagegen auf einen erneuten Einzug ins Gemeindeparlament. Für beide wäre es die dritte Legislaturperiode.

Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)

Die Kandidaten: Caroline Anker, Jörg Dreger, Siegfried Berger, Bernhard Wollermann, Torsten Eberhard Jeran, Dominik Möckel, Henning Machoi, Frank Przyborowski

Ergebnis Kommunalwahl 2019: 2845 Stimmen (12,7 Prozent)

Mit zwölf Kandidaten haben BVB/Freie Wähler gemeinsam mit der AfD die zweitlängste Wahlvorschlagsliste. Listenplatz 1 hat sich Evelyn Freitag gesichert, die schon vor fünf Jahren einen der zwei Sitze für damals noch Die Unabhängigen/BVB/Freie Wähler zugesprochen bekam. Mit ihr wurde Wolfgang Unger in die Gemeindevertretung gewählt, der jedoch Anfang 2020 von Patrick Seiler ersetzt wurde. Dieser tritt nun wiederum im Juni nicht mehr zur Wahl an.

BVB/Freie Wähler

Die Kandidaten: Evelyn Freitag, Uwe Metzner, Steffen Luft, Kerstin Klein, Dr. Helmut Pöltelt, Bernhard Ziemer, Nadine Schreiber, Marita Luise Frieda Wünsche, Ilona Ziemer, Klaus Hermann Heinrich Hilpert, Michael Wünsche, Julius Metzner

Ergebnis Kommunalwahl 2019: 2409 Stimmen (10,8 Prozent)

Auch bei den Grünen verzichten fünfzig Prozent der aktuellen Gemeindevertreter auf eine erneute Kandidatur: Während Jana Schenderlein weitermachen will, verabschiedet sich Frank Schulze aus dem Gremium. Stattdessen hoffen unter anderem Janko Brett und Yannes Janert, die beide schon als Demo-Organisatoren in Ahrensfelde in Erscheinung traten, auf die Gunst der Wählerinnen und Wähler.

Bündnis 90/Die Grünen

Die Kandidaten: Jana Schenderlein, Janko Brett, Caroline Hadlich, Winfried Wolf, Yannes Janert, Kerstin Irina Butenhoff

Ergebnis Kommunalwahl 2019: 1806 Stimmen (8,1 Prozent)

Ahrensfelder Wählergemeischaft mit längster Kandidaten-Liste

Die Ahrensfelder Wählergemeinschaft ‒ vor fünf Jahren noch als „Freie Wählergemeinschaft" auf dem Wahlzettel ‒ hat sich den Titel „längste Kandidatenliste" gesichert. 13 Männer und Frauen treten für die AWG an, darunter die aktuellen Gemeindevertreter Peter Stock und Oda Formazin. Den seit 1997 in der Kommunalpolitik aktiven Klaus Joachim findet man dagegen nicht mehr auf dem Wahlzettel. Vor fünf Jahren erhielt die AWG mit 3363 die zweitmeisten Stimmen.

Ahrensfelder Wählergemeinschaft (AWG)

Die Kandidaten: Peter Stock, Josephine Karger, Christina Harwardt, Steffen Og, Oda Formazin, Angelika Klitzsch, Heike Semmler, Stephan Bulicke, Hendrik Drasdo, Bernd Allerdissen, Jörg Niemann, Uwe Lachmann, Silvia Wolf

Ergebnis Kommunalwahl 2019: 3363 Stimmen (15,0 Prozent)

Knapp halb so viele Kreuzchen konnten die Kandidaten des Bürgervereins Eiche vor fünf Jahren auf sich vereinen. Die 1644 Stimmen reichten für zwei Sitze, die von Christian Kusch und Kathrin Tietz besetzt wurden. Diese beiden wollen ihre ehrenamtliche Tätigkeit auch über den Juni hinaus fortsetzen, stehen auf den Listenplätzen 1 und 2. Mit ihnen hoffen drei weitere BVE-Vertreter auf den Einzug ins Gemeindeparlament.

Bürgerverein Eiche e.V. (BVE)

Die Kandidaten: Christian Kusch, Kathrin Tietz, Axel Janisch, Annika Freda, Toralf Schley

Ergebnis Kommunalwahl 2019: 1644 Stimmen (7,3 Prozent)

„Bürger für Ahrensfelde" treten erstmals zur Wahl an

Erstmals auf dem Wahlzettel tauchen die „Bürger für Ahrensfelde" auf. Die Wählergemeinschaft ging aus der Bürgerinitiative „Lebenswerte Gemeinde Ahrensfelde" hervor, deren Mitglieder sich nun auch in der Gemeindevertretung engagieren wollen. Angeführt werden die BfA von Simone Ulrich, die bereits als Sachkundige Einwohnerin im Ausschuss für Bildung und Kultur im Barnimer Kreistag kommunalpolitische Erfahrung sammelte.

Bürger für Ahrensfelde (BfA)

Die Kandidaten: Simone Ulrich, Sven Richter, Hartmut Eberhard, Martin Moreike, Dirk Burneleit, Romy Mögel, Alexandra Adler, Dirk Herzog, Andreas Walter, Martin Ulrich, Beate Oertel

Nachhall - Das Barnim-Echo der Woche
Freitag um 16.30 Uhr
Was bewegt den Barnim? Was bewegt sich zwischen Bernau und Eberswalde? Im Nachhall des Barnim-Echos greifen wir jeden Freitag die wichtigsten Themen der Woche auf und setzen Akzente für die kommende Woche.