Protest in Eberswalde
: Spontane Demonstration gegen AfD-Bürgerbüro

Viele Menschen kamen zur Einweihung des AfD-Bürgerbüros in Eberswalde. Viele allerdings nicht, um der Feier beizuwohnen.
Von
Markus Pettelkau
Eberswalde
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Demonstration in Eberswalde: Knapp 160 Menschen kamen zusammen, um der AfD ihre Ablehnung zu zeigen. Die Partei eröffnete ein Bürgerbüro in der Grabowstraße.

Markus Pettelkau

Knapp 160 Teilnehmer haben am Dienstagabend (27.6) gegen die Eröffnung eines AfD-Bürgerbüros in Eberswalde protestiert. Die Kundgebung wurde direkt gegenüber der Einweihungsfeier in der Grabowstraße abgehalten. Das Bündnis „Unteilbar“ hatte über die sozialen Medien zum Protest aufgerufen. „Das Ganze soll nicht ohne uns vonstattengehen. Wir werden demonstrieren und der AfD zeigen, dass Eberswalde kein ruhiges Hinterland ist“, hieß es in dem Aufruf.

„Die AfD ist keine Partei wie jede andere und darf sich in unserer Gesellschaft nicht normalisieren. Das Ganze wurde übrigens nicht von uns organisiert, sondern spontan von einem Netzwerk engagierter Menschen aus Eberswalde und Umgebung, die sich dazu spontan in sozialen Medien verabredet haben. Wir haben gerne geholfen, wo wir konnten und würden sagen, dass der AfD die Eröffnung ordentlich vermiest worden ist“, heißt es weiter. Nach Angaben der Polizei verlief der Abend friedlich.

Umstrittene Abgeordnete

Die AfD ist im Raum Eberswalde mit zwei Abgeordneten im Bundestag vertreten - René Springer und Hannes Gnauck. Beiden wird die Nähe zu Rechtsextremen vorgeworfen. Insbesondere Gnauck ist derzeit im Blickfeld. Der umstrittene 32-Jährige sorgte bereits während des Wahlkampfs zum Bundestag bundesweit für Schlagzeilen. Im Juni 2021 wurde bekannt, dass der Militärische Abschirmdienst ihn aufgrund fehlender Verfassungstreue als Extremist eingeordnet hat. Aufgrund des laufenden Verfahrens wurde Gnauck vom Dienst freigestellt.

Über die Landesliste schaffte er den Einzug in den Bundestag und wurde von seiner Partei als Vertreter in den Verteidigungsausschuss entsandt. Dort regt sich seit Wochen immer mehr Widerstand gegen den Prenzlauer. Mehrere Mitglieder des Ausschusses versuchen Gnaucks Ausschluss zu erzwingen, aufgrund seiner Mitgliedschaft und seiner Führungsrolle in der „Jungen Alternative“ (JA). Die Jugendorganisation der AfD war vom Verfassungsschutz als rechtsextremistisch eingestuft worden.