ArcelorMittal Eisenhüttenstadt: Hund schützt Hochofen und zwei Inder rocken Hütte

Ein gutes Team: Brita Schkrutt und Hovawart-Hündin Birla vom Wilhelmshof durchstreiften im Jahr 2015 für den Werkschutz das Gelände von ArcelorMittal Eisenhüttenstadt – bei Wind und Wetter.
Janet Neiser- 2015 bewacht Hovawart-Hündin Birla mit Brita Schkrutt das Gelände von ArcelorMittal Eisenhüttenstadt.
- Hochofen I wird nach drei Jahren Stillstand im Februar 2015 wieder in Betrieb genommen.
- ArcelorMittal investiert 88 Millionen Euro in deutsche Standorte, davon 34 Millionen in Eisenhüttenstadt.
- Inder Shiv Nyati und Suchita Modi arbeiten seit 2010 bzw. 2012 bei ArcelorMittal in Eisenhüttenstadt.
- ArcelorMittal kritisiert EU-Klimapolitik wegen hoher Zusatzkosten durch Emissionsrechtehandel.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Ohne den Werkschutz wäre ArcelorMittal Eisenhüttenstadt (AMEH) in so mancher Situation gnadenlos verloren. Fremde sollen vom Werksgelände ferngehalten, Diebstähle oder andere Straftaten vermieden werden. AMEH hat in der Vergangenheit aber nicht nur auf Alarmanlagen und uniformierte Zweibeiner gesetzt, sondern hat noch eine Geheimwaffe auf vier Beinen.
Im Jahr 2015 gibt Werkschützerin Brita Schkrutt Einblicke in ihre Arbeit. Mit Hovawart-Hündin Birla vom Wilhelmshof hat sie bereits etliche Kontrollgänge übers Werksgelände gemacht. Egal, ob es regnet, schneit oder stürmt, die beiden laufen, laufen und laufen.
Brita Schkrutt ist zu diesem Zeitpunkt eine von drei Diensthundeführern. Sobald sich ein Fremder zu sehr nähert, bellt ihre Partnerin und baut sich schützend vor Brita Schkrutt auf. Die zwei haben sogar schon Diebstahl verhindert. Sie fanden ein Versteck mit Kupferkabeln, die sehr wahrscheinlich irgendwann aus dem Werk geschmuggelt worden wären.
Hochofen I wird 2015 in Eisenhüttenstadt angeblasen
Und natürlich freut sich Brita Schkrutt auch über gute Nachrichten: Ende Februar 2015 wird der Hochofen I angeblasen – nach gut drei Jahren Stillstand. Endlich produziert ArcelorMittal Eisenhüttenstadt wieder mit zwei Hochöfen Roheisen. Das Herz schlägt wieder im Doppeltakt.
Hintergrund der Wiederinbetriebnahme des „Einsers“ ist eine verstärkte Nachfrage nach Brammen. Diese werden im nächsten metallurgischen Schritt, im Stahlwerk des Unternehmens gegossen. Das Wiederanblasen erfolgte zudem, um die Auswirkungen von Produktionsausfällen in den vergangenen Wochen abzufedern und die Brammen-Produktion in Europa während mehrerer geplanter Reparatur-Stillstände von Hochöfen in den Jahren 2015 und 2016 zu sichern.

Februar 2015: Der Hochofen I von ArcelorMittal Eisenhüttenstadt ist wieder angeblasen worden und produziert Roheisen. Damit sind wieder zwei Hochöfen am Standort heiß.
Gerrit FreitagIm Frühjahr 2015 ist es offiziell: ArcelorMittal investiert dieses Jahr 88 Millionen Euro am Standort Deutschland. Mit mehr als sieben Millionen Tonnen stammen etwa 20 Prozent der europäischen Rohstahlproduktion des Konzerns aus den vier deutschen Werken in Bremen, Duisburg, Eisenhüttenstadt und Hamburg.
Wohin die 88 Millionen unter anderem fließen? Rund zehn Millionen Euro werden in Bremen in den Umbau der beiden Stränge im Stahlwerk investiert. Nach Eisenhüttenstadt gehen rund 34 Millionen Euro: für eine Leistungssteigerung der Kohlenstaubeinblasanlage am Hochofen 5A, die Vorbereitung von Reparaturen am selben Hochofen und die Installation eines neuen Hallenkrans im Warmwalzwerk.
Zwei Inder in Eisenhüttenstadt
Das klingt alles gut, so gut, dass sich sogar zwei Inder bei ArcelorMittal Eisenhüttenstadt richtig wohlfühlen. Shiv Nyati und seine Frau Suchita Modi kommen aus dem gleichen indischen Bundesstaat wie der Stahl-Milliardär Lakshmi Mittal. Sie sind zu diesem Zeitpunkt die einzigen zwei Inder, die bei dem Stahlkonzern in der ostdeutschen Provinz arbeiten und in der Stahlstadt leben, und zwar in einem typischen Plattenbau.
Im Jahr 2010 verschlug es den Metallurgie-Ingenieur nach Eisenhüttenstadt. Sein Arbeitgeber hat ihn geschickt. Er soll sich um den Export von Produkten kümmern. Um überhaupt im europäischen Ausland tätig werden zu können, brauchte Shiv Nyati die Blaue Karte, die hoch qualifizierten Fachkräften aus Nicht-EU-Staaten als Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis dient. Genau wie seine Frau Suchita Modi, die 2012 nach Eisenhüttenstadt kam und als Software-Ingenieurin bei ArcelorMittal arbeitet.

Shiv Nyati und seine Frau Suchita Modi arbeiten für ArcelorMittal und wohnen in Eisenhüttenstadt Stahlstadt ist für zwei Inder Heimat Fachkräfte aus Indien: Der ArcelorMittal-Konzern schickte Shiv Nyati im Jahr 2010 nach Eisenhüttenstadt.
Gerrit FreitagKritik an der EU-Politik
Die beiden bekommen natürlich auch mit, dass die Klimapolitik die Stahlerzeuger immer mehr unter Druck setzt. Im Juli kritisiert ArcelorMittal einmal mehr die Politik der Europäischen Union und plädiert für faire Wettbewerbsbedingungen für die Stahlindustrie in Deutschland und in Europa. Ein Vorschlag der EU-Kommission zum Emissionsrechtehandel würde riesige Zusatzkosten für die Stahlindustrie in der EU bedeuten, die Wettbewerber außerhalb der EU nicht haben. Bei einem Zertifikatepreis von 30 Euro pro Tonne CO2 kämen untragbare Belastungen von jährlich bis zu einer Milliarde Euro in der Zeit von 2021 bis 2030 (nächste Handelsperiode für Zertifikate) auf die deutsche Stahlindustrie zu. „Das gefährdet in extremer Weise die Zukunft der Stahlindustrie und damit tausende Arbeitsplätze“, kommentiert Frank Schulz, der Deutschland-Chef von ArcelorMittal.
Aber immerhin: Der Konzern schreibt im zweiten Quartal trotz des hohen Preisdrucks wieder schwarze Zahlen geschrieben. Und im August erklärt Pierre Jacobs, Chef von ArcelorMittal Eisenhüttenstadt, dass sich gesunkene Rohstoffpreise positiv auf die Bilanz auswirken.
Das neue Jahrtausend bei ArcelorMittal Eisenhüttenstadt – ein historischer Adventskalender
Das neue Jahrtausend zählt 24 Jahre, genauso viele Türen hat ein Adventskalender. Aus diesem Grund öffnen wir bis 24. Dezember jeden Tag das Fenster in ein altes Jahr, und zwar mit Blick auf ArcelorMittal Eisenhüttenstadt.
Hier geht es zu den bereits erschienenen Beiträgen:
- 2001 – Die Stahlwelt wird durchgeruckelt und EKO ist mittendrin
- 2002 – Rassismus als Grund für Kündigung
- 2003 – Massiver Stellenabbau und ZUG geplant
- 2004 – Boom in der Stahlbranche und ein Brand
- 2005 – Lohnverzicht und Millionen für Schulden-Stadt
- 2006 – Milliardär fliegt ein nach Mega-Fusion
- 2007 – Warum 2007 für EKO-Stahl-Mitarbeiter ein Fest war
- 2008 – Erst Formel 1, dann großer Absturz
- 2009 – Mit Kurzarbeit und Fitness durch die Krise
- 2010 – Preisschock – Rohstoffe enorm teuer
- 2011 – Warum eine Glocke den Stahlwerk-Namen trägt
- 2012 – Auto der Zukunft mit neuer Stahl-Sorte
- 2013 – Erfolgreiches Stahl-Jahr und ein Trauerfall
- 2014 – Strompreis bedroht Industrie – Stahl-Chef warnt
- 2015 – Hund schützt Hochofen und zwei Inder rocken Hütte
- 2016 – Ohne Stahl ist alles doof – Groß-Demo in Brüssel
- 2017 – Rekord am Hochofen und eine Auszeichnung
- 2018 – Heißer Tag für Botschafter aus Ukraine
- 2019 – Das kleine Gent in einem Boot mit Bremen
- 2020 – Eine ganz neue Krise – Bahn sorgt 2020 für Good News
- 2021 – Scharfe Kontrollen am Tor und klare Ansage
- 2022 – Schwerer Unfall am Hochofen und große Sorgen
- 2023 – Millionen-Investitionen in LED und Wasserstoff
- 2024 – Wichtige Botschaft von Mittal zum Finale im Jahr 2024







