Hund in Eisenhüttenstadt: Labrador-Trio im Tierheim – Trauma nach einem schlimmen Erlebnis

Haben ihren eigenen Schlafplatz: Boleck (links) und Pinsel im Tierheim Eisenhüttenstadt. Während Boleck auf seinem Platz bleibt, sucht Pinsel beim Hereintreten eines Fremden Schutz hinter seinem Schlafplatz. Auf dem Bild fehlt ihr Bruder „Professor“.
Hagen BernardFür manche Hunde ist das Tierheim der letzte Anlaufpunkt. So scheint es auch den reinrassigen siebenjährigen Labrador-Rüden Boleck und Pinsel zu ergehen. Vor knapp sieben Jahren kamen die beiden schwarzen Geschwister aus Bulgarien in das Tierheim an der Oderlandstraße nach Eisenhüttenstadt. Zwar habe sich laut Pfleger Roland Zahn hin und wieder ein Interessent gezeigt – letztlich sind es ja auch recht hübsche Tiere – doch bislang sei keine Adoption zustande gekommen.
Das Handicap dieser Hunde: gegenüber Fremden sind sie ängstlich. So auch dieses Mal: Während Boleck noch in seiner Box bleibt und ein Foto aus etwa zweieinhalb Metern Entfernung gewährt, scheint seinem Gefährten Pinsel diese Distanz zu gering zu sein. Er steigt rückwärts aus seiner Box und drückt sich an die Wand. Dennoch lassen beide Hunde alles über sich ergehen und verzichten völlig auf aggressive Gebärden.
Hund in Eisenhüttenstadt: Trio sucht passenden Halter
Das wiederum gibt Adoptanten Hoffnung. Allerdings wäre es für mögliche Halter ein Mehraufwand, um die Tiere an sich zu gewöhnen. Sicherlich wäre es schön, wenn diese beiden Angsthunde zusammen mit ihrem Bruder „Professor“ vermittelt würden. Denn zeit ihres Lebens sind sie zusammen. Dabei lassen die Geschwister durchaus auch andere Hunde an sich heran. So lebte jahrelang „Ares“ mit „Professor“ zusammen und kommt derzeit auf engstem Raum auch die helle „Bibby“ mit „Boleck“ und „Pinsel“ gut aus.
Roland Zahn kann sich sehr gut vorstellen, dass die drei Labrador-Geschwister ihrem Halter viel Freude bereiten würden. Sie sind wachsam, gelehrig und gesund. Allerdings haben alle drei sich bislang erfolgreich dagegen gewehrt, an der Leine zu gehen. Davor haben die Rüden Angst.
Doch aufpassen auf Haus und Hof – das könnte das Trio allemal. Und dass sie sich auch an neue Menschen gewöhnen, zeigt ihr vertrauensvoller Umgang mit verschiedenen Tierheim-Mitarbeitern. Vor allem Leckerli nehmen sie ihnen gern aus der Hand.
Tierheim Eisenhüttenstadt: Nächster Transport aus Bulgarien
Mit wesentlich geringerer Aufenthaltszeit im Tierheim rechnen die Mitarbeiter bei den ankommenden Vierbeinern am 19. Mai. Für den Pfingstsonntag hat sich erneut ein Hundetransport aus Bulgarien angesagt, vier oder sechs Hunde sollen es sein. Für sie hätten sich bereits Interessenten angekündigt.
Natürlich sind die Tierheim-Mitarbeiter um Leiterin Ute Valentin voller Optimismus, dass nicht wie damals beim Labrador-Transport ein Angsthund dabei ist. Denn im Fall der Labrador-Rüden soll es erst während der Fahrt nach Deutschland zu den Vorfällen gekommen sein, die ihre Ängstlichkeit nach sich gezogen hatten.

