MS Goldberg: Wann das jüdische Kulturschiff Eisenhüttenstadt und Schwedt ansteuert

Die „MS Goldberg“ tourt im September wieder durch Brandenburg: Anlegen wird das jüdische Kulturschiff in Potsdam, Eisenhüttenstadt (Foto) und Schwedt.
Janet Neiser- Das jüdische Kulturschiff MS Goldberg tourt 2026 durch Brandenburg: Potsdam, Eisenhüttenstadt, Schwedt.
- Die Reihenfolge wurde geändert, Finale vom 17. bis 20. September in Schwedt – Tickets teils schon reserviert.
- Stationen: 3.–6. September Potsdam, 9.–13. September Eisenhüttenstadt, danach Schwedt und zurück nach Berlin.
- Erstmals Eintritt von 10 Euro je Veranstaltung, Kinder bis 14 Jahren in Begleitung frei.
- Nach antisemitischen Beschimpfungen in Berlin erstattete die Crew Anzeige, die Polizei ermittelt wegen Volksverhetzung.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Das jüdische Kulturschiff „MS Goldberg“ tourt im vierten Jahr in Folge durch Brandenburg. Drei Stationen wird es 2026 geben: Potsdam, Eisenhüttenstadt und Schwedt.
Kurzfristig hatten sich in der Reihenfolge allerdings noch Änderungen ergeben. In Eisenhüttenstadt sollte zunächst „der schöne Abschluss“ stattfinden, wie Michaela Schramm vom Kulturschiff sagt. Doch dann stellte sich überraschend heraus, dass die Liegestelle am Bollwerk in Schwedt zum geplanten Zeitpunkt doch nicht frei sein würde. Man musste umdisponieren, Eisenhüttenstadt vorziehen und neue Flyer drucken.
Nun findet das Finale der 2026er-Tour also vom 17. bis 20. September in der Uckermark statt. Zuvor hatten Interessierte allerdings schon Tickets für die zunächst anvisierten, früheren Termine in Schwedt reserviert, informiert Michaela Schramm. Da man nicht jeden Einzelnen kontaktieren kann, hoffen die Verantwortlichen jetzt, dass die potenziellen Besucher rechtzeitig von der Änderung erfahren und auch zu den neuen Zeiten vorbeischauen.
Wann die MS Goldberg in Eisenhüttenstadt anlegen wird
Nach dem Auftakt vom 3. bis 6. September in Potsdam schippert die Goldberg nach Eisenhüttenstadt, wo sie vom 9. bis 13. September am Bollwerk im Ortsteil Fürstenberg anlegen wird. Dann geht es weiter nach Schwedt und schließlich zurück in den Heimathafen nach Berlin.
Erneut werden den Besuchern auf der schwimmenden Bühne für jüdische Kultur und Geschichte Live-Musik, Literatur und Filme geboten. Ziel des Trägervereins „Discover Jewish Europe“ ist es, mit jüdischer Kunst und Kultur gegen Antisemitismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit zu wirken, ohne dabei den Zeigefinger zu heben.

Das Jüdische Kulturschiff „MS Goldberg“ aus Berlin, hier bei einer früheren Schleusung durch die Zwillingsschachtschleuse in Eisenhüttenstadt, bringt wieder Musik und Film nach Brandenburg.
Silvia SchulzDas Programm soll unterhalten, aber auch bilden, aufklären und zum gemeinsamen Nachdenken sowie zum Diskutieren anregen. Das Publikum wird auf eine Entdeckungsreise eingeladen, über die es sich in der Pause auf dem Deck des 67 Meter langen und 8,20 Meter breiten Schiffs gern austauschen kann – bei einem kühlen Getränk vom Schiffstresen.
Finanziell gefördert wird die Tour vom Land Brandenburg, wofür die Schiffsmannschaft um Peter Sauerbaum, den Vorsitzenden von Discover Jewish Europe, nach eigenen Angaben sehr dankbar ist. Allerdings hat die Crew diesmal einen gewaltigen Eigenanteil aufzubringen, da die Fördermittel nicht ausreichen. Aus diesem Grund müssen die Besucher erstmals für ihre Tickets zahlen. 10 Euro kostet der Eintritt pro Veranstaltung, Kinder bis 14 Jahre in Begleitung eines Erwachsenen haben weiterhin freien Eintritt. „Wir hoffen auf Verständnis und dass trotzdem viele Besucher zu uns kommen“, sagt Michaela Schramm, die sich ganz besonders auf Eisenhüttenstadt freut, wo das Interesse in den vergangenen Jahren sehr gut gewesen war.
Interessantes Programm auf dem Schiff
Das „Familienkino“ ist komplett neu im Programm: „Krieg der Knöpfe“ wird sowohl in Potsdam als auch in Eisenhüttenstadt und Schwedt gezeigt. Der französische Spielfilm aus dem Jahr 2011 basiert auf dem gleichnamigen Roman von Louis Pergaud aus dem Jahr 1912 und ist bereits ab 6 Jahren und für alle Generationen geeignet.
Es wird aber auch die Billy-Wilder-Retro „Eins, Zwei, Drei“ zu sehen sein. Man erfährt Spannendes über die Geschichte des Berliner Ruderclubs „Welle-Poseidon“. Und natürlich bereichern leise und lautere Töne toller Musiker das Programm auf der „MS Goldberg“.
Die Verantwortlichen des Schiffs haben nach einer Veranstaltung in Berlin Ende Juli übrigens Strafanzeige erstattet. Nach Beschimpfungen gegenüber Gästen und Beschäftigten der MS Goldberg ermittelt die Polizei nun wegen Volksverhetzung. Was war passiert? Laut der Anzeige, die der Redaktion vorliegt, soll ein Mann, der mit seinem Boot auf dem Wannsee unterwegs war, vor der MS Goldberg hin- und hergefahren sein und Passagiere sowie Crew-Mitglieder massiv antisemitisch beschimpft haben. Auch per E-Mail und auf Facebook haben antisemitische Beleidigungen demnach Team-Mitglieder erreicht.
Als er über den Angriff informierte, erklärte Peter Sauerbaum: „Wir werden uns natürlich durch solche Angriffe nicht einschüchtern lassen. Unsere Arbeit, mit Kunst und Kultur jüdisches Leben und Wirken in Geschichte und Gegenwart zu präsentieren, werden wir fortsetzen, ein Forum der Begegnung für den Diskurs der abrahamitischen Religionen zu sein, Vorurteile zu überwinden, Klischees zu brechen, dem rabbinischen Prinzip der Heilung der Welt zu folgen, um damit gegen Antisemitismus, Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Homophobie zu wirken.“
Tickets sind an der Abendkasse erhältlich. Bar und Abendkasse öffnen eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn. Reservierungen per Mail an ms@goldberg-kulturschiff.de oder telefonisch unter 0155 65615590. Reservierte Tickets sollen bis 18.30 Uhr am Veranstaltungstag abgeholt werden.
Programm der MS Goldberg
EISENHÜTTENSTADT, Bollwerk 4
09.09., 19 Uhr – „Love Is Here To Stay“, die George & Ira Gershwin Story
10.09., 19 Uhr – „Wunder, Wind und Waldemar“. (Fast) alles von und über Zarah Leanders Liedtexter Bruno Balz
11.09., 19 Uhr – Jako Trio: „Everything In Between“
12.09., 19 Uhr – „Wasser, Wellen, Widerstand.“ Wie ein Berliner Ruderclub den Nazis trotzte
13.09., 15 Uhr – Familienkino: „Krieg der Knöpfe“
13.09., 19 Uhr – Billy-Wilder-Retro: „Eins, Zwei, Drei“
SCHWEDT, Bollwerk
17.09., 19 Uhr – Levin & Rodriguez: „Lieder über die Liebe“
18.09., 19 Uhr – „Wasser, Wellen, Widerstand.“ Wie ein Berliner Ruderclub den Nazis trotzte
19.09., 19 Uhr – Rosenthal & Friends: „Klezmer meets Gospel“
20.09., 16.30 Uhr – Familienkino: „Krieg der Knöpfe“
20.09., 19.30 Uhr – Billy-Wilder-Retro: „Eins, Zwei, Drei“


