„Die vielen fröhlichen Gesicher sind ein schöner Lohn für uns“, sagt Catrin Rivera Carlson. Drei Tage lang hat Eisenhüttenstadt gefeiert. Drei tolle Tage, die von der Berliner Veranstaltungsagentur Artecom organisiert worden waren. Und die Eisenhüttenstädter und ihre Gäste haben gern gefeiert, haben ihr Stadtfest genossen, haben sich wohlgefühlt – das war zu jeder Tageszeit auf dem Festgelände zu hören und zu spüren.
Natürlich hat niemand die Menschen gezählt, die auf der Lindenallee, der Beeskower Straße und der Werkstraße unterwegs waren – aber es waren viele, sehr viele. Von mehr als 100.000 Festgästen an allen drei Tagen sprechen die Veranstalter am Sonntagabend – da ist das Abschlusskonzert mit Alexander Knappe noch gar nicht über die (Haupt-)Bühne gegangen. Und die abschließende Party im Festzelt „Goldener Löwe“ steht da noch bevor.
Beliebtes Ziel vor allem am Abend: Das Riesenrad ist auch beim Stadtfest 2022 in Eisenhüttenstadt eine der Hauptattraktionen.
Beliebtes Ziel vor allem am Abend: Das Riesenrad ist auch beim Stadtfest 2022 in Eisenhüttenstadt eine der Hauptattraktionen.
© Foto: Janet Neiser

Feuerwehr-Umzug wird vermisst

Schade sei nur gewesen, dass das Konzert von Michael Schulte wegen des Unwetters am Sonnabend nach nur drei Liedern hatte abgebrochen werden müssen, bedauert Catrin Rivera Carlson von der Agentur Artecom. Aber zum Glück habe der Starkregen keine Auswirkungen auf den Festsonntag gehabt, keine Schäden hinterlassen. So dass das fröhliche Treiben am sonnigen Sonntag weitergehen konnte.
Allerdings: Das Stadtfest ist diesmal etwas kleiner ausgefallen als gewohnt, und damit sind nicht nur die kürzere Festmeile, die fehlende Lindenbühne und das Zusammenlegen von „Hütte-Treff“ und „Goldener Löwe“ gemeint. Auch so mancher beliebte Programmpunkt wurde vermisst, wie Besucher berichten. An erster Stelle wird mehrfach der große Umzug mit der Feuerwehr, Snowy und dem EKO-Traditionsspielmannszug am Freitagabend genannt. „Ich habe diesen Umzug sehr vermisst“, sagt zum Beispiel Karl-Heinz Götz. „Der Umzug war immer der erste große Höhepunkt beim Fest, auch für unsere Kinder und Enkel.“
Frisch geschminkt im Kettenflieger: Leónidas (4) und Elli (4) haben sich im Kinderland verschönern lassen und freuen sich jetzt auf eine Karussellfahrt.
Frisch geschminkt im Kettenflieger: Leónidas (4) und Elli (4) haben sich im Kinderland verschönern lassen und freuen sich jetzt auf eine Karussellfahrt.
© Foto: Frank Groneberg

Feiern bis tief in die Nacht

Auch Dagmar Pietzsch erklärt, den Umzug vermisst zu haben. Das Fest gefalle ihr aber trotzdem „sehr gut. Nach den langen zwei Jahren endlich wieder feiern zu können, ohne Maske, ohne alles – das ist einfach schön.“ Freitagabend sei sie mit zwei Bekannten bei Silly gewesen. Und danach seien sie weitergezogen zum „Goldenen Löwen“: „Das war superschön, vor allem die Musik. Wir haben laut mitgesungen und waren erst um 1.30 Uhr wieder zu Hause“, verrät sie und lacht.

Lindenbühne fehlt manchen Gästen

Auch Karl-Heinz Götz lobt die musikalischen Angebote. „Meine Frau und ich waren bei Silly – das war super“, erzählt der 69-Jährige, „und wir standen in der fünften Reihe.“ Sein Musikgeschmack sei breitgefächert – und gerade deshalb vermisse er die Lindenbühne, denn: „Dort gab es immer viel gute Musik im kleineren Format.“ Fürs nächste Jahr wünsche er sich die Rückkehr der Lindenbühne und des Umzugs am Freitag.
So mancher Besucher musste beim Blick auf die Preise an den Imbiss- und Getränkeständen erst mal schlucken. 4 Euro für die einfache Bratwurst, 4 Euro für 0,4 Liter Bier und ein Steak ab 6 Euro – das sind im Vergleich zu früheren Festen kräftige Preissprünge. Setzt man sich da ein Gesamtlimit? „Es sind nur drei Tage, und da gucke ich nicht so aufs Geld“, sagt etwa Dagmar Pietzsch, „das gönne ich mir einfach, das muss sein.“
Eisenhüttenstadts größter Buddelkasten: Im Kinderland in der Lindenallee haben nicht nur die jüngsten Festbesucher ihren Spaß.
Eisenhüttenstadts größter Buddelkasten: Im Kinderland in der Lindenallee haben nicht nur die jüngsten Festbesucher ihren Spaß.
© Foto: Frank Groneberg

Vorfreude auf Lasershow

Als Schülerin sieht Frida Jakowski aus Wiesenau das ein bisschen anders. „Ich gucke da schon“, erzählt die 15-Jährige am Nachmittag, „habe bis jetzt 20 Euro ausgegeben für Essen und Getränke.“ Der Abend mit der Lasershow liegt da aber noch vor ihr und ihrem Freund Norman Dietze aus Frankfurt (Oder). Norman hatte sich ein Limit von 50 Euro gesetzt, sicherheitshalber aber etwas mehr Geld eingesteckt – „vielleicht will ich ja auch mal was spendieren“, so der 18-Jährige.
Festgewimmel: In der Lindenallee schlendern die Menschen meist dicht an dicht zwischen den Ständen und Fahrgeschäften.
Festgewimmel: In der Lindenallee schlendern die Menschen meist dicht an dicht zwischen den Ständen und Fahrgeschäften.
© Foto: Janet Neiser

Lob für das Kinderland

Er sei Stammgast beim Stadtfest in Eisenhüttenstadt, sagt er. „Zum ,Bunten Hering‘ in Frankfurt konnte ich diesmal nicht gehen, aber das Stadtfest hier finde ich sowieso viel schöner.“ Warum? „Hier gibt es mehr Stände, viel mehr Fahrgeschäfte und das Programm ist besser.“ Vor allem die Lasershows gefielen ihm sehr. „Und es gibt hier viel mehr Möglichkeiten, sich hinzusetzen.“
Dass es auf dem Stadtfest Tische und Sitzbänke in wirklich großer Zahl und übers gesamte Festgelände verteilt gibt, das wird von vielen Gästen gelobt. Und die Bierzeltgarnituren sind auch immer gut belegt. Ebenfalls großes Lob gibt es immer wieder für das Kinderland mit seinem riesigen Sandkasten und den Mitmach-Angeboten. Und was erwarten die Besucher für das kommende Jahr? „Das Stadtfest muss auf jeden Fall erhalten bleiben!“, betont Karl-Heinz Götz. Und spricht damit sicher vielen Menschen aus dem Herzen.