Gewalt in Beziehungen: Frauen rufen nach Femizid in Erkner zu Mahnwache auf

Femizide in Brandenburg: Gewalttaten, bei denen zwei Frauen und ein Mann zu Tode kamen erschütterten Erkner und Umgebung. Auch in anderen Kommunen kam es zu Frauenmorden. Hier: Gedenken an eine Schülerin und einen Erzieher in Gosen-Neu Zittau.
Britta Pedersen/dpa- Mahnwache in Erkner: Am 24. September um 17 Uhr auf dem Kirchvorplatz.
- Anlass sind mehrere Femizide in Erkner, Gosen-Neu Zittau und Hohen Neuendorf.
- Zwei Frauen und ein Helfer wurden getötet, mutmaßlich durch Ex-Partner oder Partner.
- Bündnis aus Oder-Spree gedenkt der Opfer und fordert Schutz vor Gewalt.
- Frauenhäuser und ein Netzwerk gegen Femizide halten Redebeiträge.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
In den vergangenen Wochen schienen die Orte Erkner, Gosen-Neu Zittau, Woltersdorf und Schöneiche wie von einem unsichtbaren Schleier der Trauer überzogen. Am 27.8. waren auf einem Schulhof in Gosen-Neu Zittau eine 18-jährige Schülerin und ein 30-jähriger Erzieher, der ihr zur Seite stand, getötet worden. Wenige Tage später fiel eine 24-jährige Frau in Erkner einer Gewalttat zum Opfer und starb. In beiden Fällen sind mutmaßlich Männer die Täter, die vorher offenbar in einer Beziehung bzw. beendeten Beziehung zu den Frauen standen.
Die Vorfälle, die unzählige Menschen in der Region schockiert und fassungslos zurückließen, sind offenbar keine Einzelfälle. Nicht in Brandenburg und nicht weltweit. Darauf weist jetzt auch ein zivilgesellschaftliches Bündnis aus dem Landkreis Oder-Spree hin.
Das Bündnis, das von den Frauenhäusern in Fürstenwalde und Eisenhüttenstadt unterstützt wird, lädt am Donnerstag, 24. September, um 17 Uhr zu einer Mahnwache auf den Kirchvorplatz ein. Die Beteiligten wollen dort aller Opfer von Femiziden gedenken und ein deutliches Zeichen gegen Gewalt an Frauen setzen.
Mahnwache Erkner: „Alle verdienen Schutz“
Die kurz zurückliegenden Brandenburger Femizide in Erkner, Gosen-Neu Zittau und Hohen Neuendorf offenbarten laut Initiatorinnen der Mahnwache ein Muster: Männer töten Frauen, mit denen sie eine intime Beziehung haben oder hatten. Ein großer Teil der Femizide stünde am Ende einer langen Geschichte von Gewalt. Häufig gebe es Anzeichen und Versuche der Betroffenen, Hilfe zu erhalten. Dabei sei der Schutz ungleich verteilt. Menschen, die arm sind, eine Migrationsgeschichte haben oder in staatlichen Einrichtungen leben, haben zusätzliche Hürden, Zugang zu Schutz und Unterstützung zu erhalten.
„Wir sind Menschen aus Erkner und der Region. Einige von uns kannten die Betroffenen oder Menschen aus ihrem Umfeld. Andere haben selbst Gewalt erlebt“, schreibt Mara, eine Mit-Organisatorin der Mahnwache. Ihren vollen Namen möchte sie lieber nicht nennen, er ist der Redaktion bekannt. Dass die schlimmen Vorfälle in der eigenen Region geschehen seien, an Orten, an denen Leute leben, arbeiten, zur Schule gehen und ihre Kinder in den Kindergarten bringen, verstärke das Gefühl der Betroffenheit.

Zwei Tote um Erkner: "Keine Mehr" ist ein weltweiter Slogan gegen Femizide. Ähnlich rufen jetzt Frauen im Landkreis Oder-Spree zu einer Mahnwache in Erkner auf. (Symbolfoto von einer Kundgebung)
Moritz Frankenberg/dpa„Morde sind nur die Spitze des Eisbergs“, betont Mara. Vielmehr würden Kontrolle, Beleidigung, Gewalt und Missbrauch täglich an vielen Orten geschehen. Frauen überall seien betroffen. „Egal wer, alle verdienen Schutz und ein würdevolles Leben!“, so Mara.
Frauenhäuser unterstützen Mahnwache in Erkner
Bei der Mahnwache in Erkner werde es Raum für Trauer und Gedenken geben, wie es in der Einladung zum Ablauf heißt. Außerdem werden thematische Redebeiträge auf das gesellschaftliche Problem der Gewalt an Frauen hinweisen. Es werden unter anderem Vertreterinnen von den Frauenhäusern Fürstenwalde und Eisenhüttenstadt sowie vom Netzwerk gegen Femizide sprechen.

