Landtagswahl 2024: So kämpft Faina Dombrowski für ein gutes Ergebnis der Grünen

Kandidatin für den Landtag: Faina Dombrowski bewirbt sich für Bündnis 90/Die Grünen um das Direktmandat im Wahlkreis 31.
Dirk NierhausDie Umfragewerte für Bündnis 90/Die Grünen sind deutschlandweit so schlecht wie lange nicht mehr. Es gab schon bessere Zeitpunkte, um für die Partei ein politisches Amt anzustreben. Das ist Faina Dombrowski bewusst. Trotzdem hat sich die 46-jährige Frau aus Neuenhagen bei Berlin als Landtagskandidatin zur Verfügung gestellt. Sie ist die Direktkandidatin im Wahlkreis 31.
„Ich bin Realistin und weiß natürlich, dass meine Chancen eher gering sind“, sagt Dombrowski. Nicht nur die Umfragewerte ihrer Partei seien gerade nicht so toll. Es handele sich noch dazu um einen „schwierigen, SPD-gesetzten Wahlkreis“ mit starken Kandidaten. „Ich trete unter anderem gegen Ex-Minister Jörg Vogelsänger an, der den Wahlkreis vor fünf Jahren für die SPD gewonnen hat.“ Auch die „dieser Tage sehr starke AfD“ schicke einen Bewerber ins Rennen um das Direktmandat.
Faina Dombrowski: Erfolg der Partei vor eigenen Ambitionen
Trotzdem geht Dombrowski optimistisch in den Wahlkampf. Es gehe ihr nicht nur um einen Job im Landtag. Vielmehr wolle sie die Bündnisgrünen unterstützen, ein gutes Ergebnis zu erzielen. „Auch wenn es nicht für das Direktmandat reichen sollte, kann ich mit meiner Kandidatur dazu beitragen, das Zweitstimmenergebnis meiner Partei zu verbessern.“ Sie sei in der Region gut vernetzt – sei es über die Foodsharing-Gruppe, die Flüchtlingshilfe oder das von ihr mit ins Leben gerufene Bündnis „Neuenhagen ist bunt“. Im Gespräch mit den Menschen werde sie „grüne Themen“ setzen.
Dazu gehört ihr zufolge die „Bewahrung der Natur für unsere Kinder und Kindeskinder“. Besonders am Herzen liegen der in Berlin-Buch geborenen und in Prenzlauer Berg aufgewachsenen Frau aber Themen wie Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und bürgerschaftliches Engagement. Wichtig ist ihr auch eine gute Integration von Geflüchteten.
„Wir können es uns als Gesellschaft nicht leisten, daran zu scheitern.“ Dazu ist sie eine überzeugte Europäerin. Vielen Menschen sei gar nicht klar, warum Europa so wichtig sei. Dabei sei in Brandenburg mit EU-Geldern schon viel erreicht worden. „Es geht noch mehr“, meint Dombrowski, die sich auch für mehr grenzüberschreitende europäische Zusammenarbeit einsetzt.
Landtagswahl 2024 - Kandidatinnen und Kandidaten im Wahlkreis 31
Zum Wahlkreis 31 gehören Hoppegarten, Neuenhagen bei Berlin, Erkner, Schöneiche und Woltersdorf. Neben Faina Dombrowski (Bündnis 90/Die Grünen) bewerben sich Jörg Vogelsänger (SPD), André Schaller (CDU), Fritz Viertel (Linke), Rainer Galla (AfD), Rico Obenauf (BVB/Freie Wähler) und Laura Jasmin Iden (FDP) für das Direktmandat. Gewählt wird am 22. September.
Faina Dombrowski ist seit 2019 Mitglied der Bündnisgrünen
Im Wahlkampf erhofft sich Dombrowski „mehr Miteinander und weniger Gegeneinander“. Viele Menschen seien von den Streitereien in der Politik genervt. Das habe sie in zahlreichen Gesprächen, auch mit Jugendlichen, gelernt. Es sei der Eindruck entstanden, es gebe nur Auseinandersetzungen und gehe nicht vorwärts. „Da kommt schon mal das Gefühl auf, es brauche jemanden, der auf den Tisch haut.“ Das sei nicht die Lösung. Vielmehr sei eine „undogmatische und sachorientierte Arbeit, sehr wohl mit eigener parteispezifischer Handschrift“, das Gebot der Stunde.
Politisch interessiert und engagiert ist Dombrowski schon lange. Sie war unter anderem in der Bürgerinitiative gegen Fluglärm in Neuenhagen aktiv. Zu den Bündnisgrünen ist sie erst 2019 gestoßen, als sie die Partei als sachkundige Einwohnerin im Kultur- und Sozialausschuss vertrat. Seitdem übernimmt sie zunehmend Verantwortung: 2022 stieg sie zur Ortsverbandsvorsitzenden auf, bei der Kommunalwahl im Juni erzielte sie das beste Ergebnis aller Kandidaten ihrer Partei und zog in die neue Gemeindevertretung von Neuenhagen ein. Nun also die Kandidatur für den Landtag.
Keine Absicherung über Liste für Faina Dombrowski
Dass sie es über die Landesliste der Bündnisgrünen schafft, wenn sie das Direktmandat verfehlt, ist angesichts der Umfragewerte ihrer Partei sehr unwahrscheinlich. Sie steht auf Platz 21. Wohl zu weit hinten, um in den Landtag einzuziehen. Ins Nichts stürzt Dombrowski indes nicht, wenn sie es nicht nach Potsdam schafft. Sie ist seit mehreren Jahren Büroleiterin des Europaabgeordneten Sergey Lagodinsky (Bündnis 90/Die Grünen) und könnte diesen Job behalten. Der Eberswalder hat sein Mandat im EU-Parlament gerade verteidigt.
Dombrowski lebt seit 2003 in Neuenhagen, ist seit 20 Jahren verheiratet und Mutter von zwei Kindern. Ihr Sohn ist bereits erwachsen, ihre Tochter zwölf Jahre alt. Sie hat einen Bachelor in Betriebswirtschaftslehre und einen Master in Wirtschaftspsychologie. Zunächst parallel zum Studium arbeitete die Neuenhagenerin in Berlin viele Jahre für die Tageszeitungen „Tagesspiegel“ und „Welt“ im Bereich Anzeigen und Medienberatung.
Was muss in Brandenburg angepackt werden?
Am 22. September 2024 wird in Brandenburg der neue Landtag gewählt.
Wir möchten von Ihnen wissen, was die Landesregierung und Opposition anpacken sollen.
Was macht Brandenburg lebenswert? Was müsste sich ändern bei Arbeit, Wohnen, Umwelt, Sicherheit, Einwanderung und medizinische Versorgung?
Stellen Sie den Kandidaten und künftigen Landtagsabgeordneten Ihre eigene Frage. Wir nehmen die häufigsten Vorschläge und Fragen und lassen Politikerinnen und Politiker darauf antworten.
Als Dankeschön für Ihre Teilnahme können Sie mit etwas Glück ein Samsung Tablet A9 mit einem Digital-Jahresabo gewinnen oder einen von 10 Tankgutscheinen im Wert von je 50 Euro.


