Demo in Frankfurt (Oder)
: Warum mit Laternen vor dem Bolfrashaus protestiert wird

Die Partei Die Linke aus Frankfurt (Oder) möchte mit einer anderen Art Demonstration vor dem Bolfrashaus auf kürzliche Ereignisse aufmerksam machen – was man mitbringen muss.
Von
Nicole Buhlau
Frankfurt (Oder)
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Nach einem Laternen-Umzug am Donnerstag (10.11.2011) in Hamburg haben Kinder ihre bunten Laternen auf eine Leine gehängt und feiern mit ihren Eltern auf einem Spielplatz mit Feuerstelle. Foto: Christian Charisius dpa/lno ++ +++ dpa-Bildfunk +++

Eine Halloween-Feier mal anders. Die Linke ruft zu einer Demo in Frankfurt (Oder) auf. Worum geht es?

dpa/Christian Charisius
  • Die Linke veranstaltet am 30. Oktober um 18 Uhr eine Demo vor dem Bolfrashaus in Frankfurt (Oder).
  • Motto: „Das Stadtbild gestalten – böse Geister verjagen“ mit Laternen, Kerzen und bunten Lichtern.
  • Anlass ist die Kritik an Bundeskanzler Friedrich Merz’ Aussagen zu Geflüchteten und Migration.
  • Parallel lädt die AfD zu einem „Bürgerdialog“ im Bolfrashaus ein, was die Linke scharf kritisiert.
  • Ziel der Demo: Zeichen gegen Ausgrenzung und für Vielfalt und Solidarität setzen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Das Stadtbild-Zitat von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) geht auch nicht spurlos an Frankfurt (Oder) vorbei. Zumindest nicht an der Partei Die Linke. Unter dem Motto „Das Stadtbild gestalten – böse Geister verjagen“ ruft sie am Tag vor Halloween zu einer friedlichen Zusammenkunft vor dem Bolfrashaus auf. Laternen, Kerzen, bunte Lichter. Warum sie sich vor diesem Gebäude zusammenfinden wollen? Kein Zufall.

Zur Erklärung: In der vergangenen Woche hatte Bundeskanzler Friedrich Merz mit einer Aussage über das „Stadtbild“ deutscher Städte für Empörung gesorgt. Er sprach davon, dass Deutschland „noch dieses Problem“ habe.

Damit gemeint habe er die Geflüchteten sowie Menschen mit Migrationsgeschichte, die hier längst leben und arbeiten, ordnet die Frankfurter Linke ein. „Solche Aussagen grenzen Menschen aus, die längst selbstverständlich Teil unserer Gesellschaft sind“, sagt Chris Sellmann, einer der Organisierenden der geplanten Kundgebung, die am 30. Oktober, 18 Uhr, stattfindet. Kritik an den Worten wies Merz zurück, bekräftigte sie sogar und verknüpfte sie mit weiteren abwertenden Stereotypen.

Laternen, Lichter, Plakate für buntes Stadtbild in Frankfurt (Oder)

Für viele in Frankfurt war das ein Schlag ins Gesicht. („Solche Aussagen grenzen Menschen aus, die längst selbstverständlich Teil unserer Gesellschaft sind“, sagt Chris Sellmann, einer der Organisierenden der geplanten Kundgebung.) Man wolle deshalb ein sichtbares Zeichen setzen – „gegen rechte Hetze, gegen Ausgrenzung und für ein solidarisches Miteinander“.

Während draußen die Lichter leuchten sollen, wird drinnen im Bolfrashaus ein anderes Publikum erwartet. Die AfD-Landtagsabgeordneten Wilko Möller und Daniela Oeynhausen laden zusammen zu einem sogenannten „Bürgerdialog“ ein. Viel verrät die Partei darüber nicht – lediglich ein unkommentierter Facebook-Beitrag kündigt das Treffen an. Erfahrungsgemäß, so die Linke, gehe es bei solchen Dialogen weniger um Austausch, sondern eher um die Verbreitung der immer gleichen Parolen.

Anja Kreisel, Kreisvorsitzende der Frankfurter Linken, findet deutliche Worte: „Wer Vielfalt als Problem markiert, offenbart nur die eigene Einfalt. Wenn Rassismus zur Regierungsrhetorik wird und die AfD Applaus spendet, dann ist es an uns, Haltung zu zeigen.“ Für sie ist klar: „Frankfurt braucht keine Angstmacherei – sondern Mut, Klarheit und Zusammenhalt.“

Dass sich unter den Teilnehmenden nicht nur Parteimitglieder finden werden, ist wahrscheinlich. Die Linke lädt ausdrücklich alle „Initiativen, Vereine, Kirchengemeinden und engagierten Menschen“ ein, sich zu beteiligen. Außerdem sei „das Mitbringen von Laternen, Kerzen oder anderen bunten Lichtern sowie Plakaten gern gesehen“, heißt es von der Partei.