Landtagswahlen: AfD-Doppelsieg in Frankfurt
Auch bei den Zweitstimmen setzte sich in Frankfurt die AfD durch. 24,5 Prozent stimmten für die Partei. Vor fünf Jahren hatte die AfD 19,7 Prozent geholt. Die SPD war am Abend mit 23,3 Prozent zweitstärkste Kraft und verlor gegenüber 2014 1,4 Prozent. Die Linke brach dagegen regelrecht ein. Von 24,9 Prozent ging es runter auf nur noch 17,5 Prozent (-7,4). Die Frankfurter CDU reihte sich mit 14,9 Prozent in das insgesamt schwache Abschneiden der Christdemokraten auf Landesebene ein. Bündnis 90/Die Grünen steigerten sich auf 9,0 Prozent (+4,7). Auch die FDP gewann ebenso und erreichte 3,8 Prozent (+2,7). Die Wahlbeteiligung lag bei 55,7 Prozent.
Wilko Möller feierte den Wahlsieg in Wuppis Tränke in Rosengarten. Seine Laune war bestens. „Ich bedanke mich bei allen Wählern. Schön, dass sie mir trotz aller Angriffe aus den Reihen der anderen Parteien das Vertrauen geschenkt haben.“ Seinen geschlagenen Konkurrenten von den Linken, Wolfgang Neumann, kritisierte er scharf. Vor allem in Bezug auf die letzte Stadtverordnetenversammlung, als Grünen-Mitglied Marcus Winter die AfD als Rassisten bezeichnete. „Es war ein großer Fehler von Neumann als Stadtverordnetenvorsteher, diesen Auftritt zuzulassen. Damit hat er das Neutralitätsgebot verletzt“. Als Mitglied des Landtags wolle er sich nun unter anderem um das Thema innere Sicherheit kümmern. „Ich habe mit Andreas Kalbitz schon gesprochen und mich für den Innenausschuss angeboten“.
Neumann zeigte sich enttäuscht über sein eigenes Ergebnis und das Gesamtergebnis der Linken. „Es hätte eine demokratische Möglichkeit gegeben, einen AfD-Direktkandidaten zu verhindern. Doch diese Kräfte haben nicht zueinander gefunden“, bedauerte er. Oberbürgermeister René Wilke betonte: „Ich nehme das Ergebnis mit Respekt zur Kenntnis.“ Frankfurt werde nun zwei Landtagsabgeordnete haben, „eine, die sich bisher durch gestaltende Arbeit hervorgetan hat und der andere nicht. Ich erwartete, dass Herr Möller nun Stadtinteressen über Partei-Interessen stellt.“ Bei Sahra Damus überwog die Freude über das Landtagsmandat. Bestürzt zeigte sie sich, dass „mit Wilko Möller ein Vertreter einer menschenverachtenden Partei das Direktmandat gewonnen hat“. Als Wahlgewinner fühlte sich Dietrich Hanschel (SPD): Mit 19,2 Prozent lag er weit auch über seinen eigenen Erwartungen, wie er meinte. Hanschel glaubt, dass seine Bodenständigkeit und die Verwurzelung in der evangelischen Kirchengemeinde ausgestrahlt haben.








