OB-Wahl 2025 in Frankfurt (Oder)
: Désirée Schrade will Oberbürgermeisterin werden

Die CDU Frankfurt (Oder) hat sich entschieden und geht mit Désirée Schrade als Kandidatin in die Oberbürgermeisterwahl. Unterstützt wird sie auch von René Wilke.
Von
Thomas Gutke
Frankfurt (Oder)
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Bei der MOZ haben sich die Wahlk?mpfer  getroffen.

Die CDU will mit Désirée Schrade in die OB-Wahl in Frankfurt (Oder) gehen.

René Matschkowiak
  • Désirée Schrade ist CDU-Kandidatin für die OB-Wahl 2025 in Frankfurt (Oder).
  • René Wilke unterstützt Schrade nach seinem Rücktritt als Oberbürgermeister.
  • CDU-Kreisvorstand wählte Schrade einstimmig in einer Sondersitzung.
  • Schrade plant Gespräche mit Vertretern anderer Parteien.
  • René Wilke wird heute als Innenminister Brandenburgs vereidigt.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die erste Kandidatin für die vorgezogene Oberbürgermeisterwahl in Frankfurt (Oder) steht fest. Die CDU sprach sich einstimmig dafür aus, die Kreisvorsitzende Désirée Schrade (38) ins Rennen zu schicken. Darüber informierte die Partei am Donnerstagmorgen (22.5.).

Erst am Montag hatte René Wilke nach sieben Jahren seinen Rückzug vom Amt als Oberbürgermeister und den Wechsel nach Potsdam bekanntgegeben. Heute soll er im Landtag als neuer Innenminister des Landes Brandenburg vereidigt werden.

Désirée Schrade wird auch von René Wilke unterstützt

In einer mitgliederoffenen Sondersitzung diskutierte nun der Kreisvorstand der CDU über das weitere Vorgehen. „Nach intensiver Diskussion über die aktuelle Lage sprach sich der Kreisvorstand einstimmig dafür aus, der Mitgliederversammlung der CDU Frankfurt (Oder) Désirée Schrade als Kandidatin für das Amt der Oberbürgermeisterin vorzuschlagen“, heißt es in der Pressemitteilung des Kreisverbandes. Am Vortag hatte sich bereits der scheidende OB René Wilke öffentlich für Désirée Schrade als künftige Oberbürgermeisterin ausgesprochen.

„Ich danke allen Mitgliedern, die an der Sondersitzung teilgenommen und mir ihr Vertrauen ausgesprochen haben. In den vergangenen Tagen haben mich zahlreiche Rückmeldungen aus Politik, Zivilgesellschaft und Wirtschaft erreicht, die mich – neben der Unterstützung durch René Wilke – ermutigt haben, in dieser herausfordernden Zeit Verantwortung für unsere Stadt zu übernehmen“, wird die CDU-Kreisvorsitzende Désirée Schrade in der Mitteilung zitiert.

Désirée Schrade war im Februar 2025 Bundestagskandidatin

Désirée Schrade ist Anwältin für Familienrecht und Strafrecht, dazu seit 2024 ehrenamtliche Stadtverordnetenvorsitzende und Kreisvorsitzende der CDU. Aufgewachsen ist die in Luckenwalde geborene Désirée Schrade in Paaren im Glien im Havelland. Im Rahmen ihres Jura-Studiums in Potsdam kam sie 2014 für ihr Referendariat nach Frankfurt (Oder), wo sie bei der Staatsanwaltschaft ihren heutigen Mann kennenlernte. Sie blieb in der Oderstadt und gründete eine Kanzlei. In der Öffentlichkeit stand sie 2022 und 2023 als Strafverteidigerin im Fratelli-Prozess.

Bei den Kommunalwahlen im Juni 2024 ließ sich sie erstmals als Kandidatin aufstellen und wurde mit 830 Stimmen in die Stadtverordnetenversammlung gewählt – wo sie direkt den Vorsitz übernahm. Im Februar 2025 kandidierte Désirée Schrade für die CDU Frankfurt (Oder) und Oder-Spree als Direktkandidatin im Bundestagswahlkreis 63 – unterlag jedoch wie auch SPD-Kandidat Mathias Papendieck gegen AfD-Mann Rainer Galla deutlich. Sie wohnt mit ihrer Familie inzwischen in Müllrose, ihren Lebensmittelpunkt aber hat sie aufgrund ihrer Kanzlei weiter in Frankfurt (Oder).

Mit dem Wechsel von René Wilke wurden die Karten neu gemischt

Anfang des Jahres hatte sich Désirée Schrade noch dagegen entschieden, als Oberbürgermeisterin zu kandidieren und dies unter anderem mit der Anwaltslizenz begründet, die sie im Falle einer Wahl abgeben müsste. Eine noch größere Rolle dürfte damals allerdings gespielt haben, dass zu dem Zeitpunkt noch alles auf eine erneute Kandidatur von René Wilke hinauslief, der als Favorit in die nächste OB-Wahl gegangen wäre.

Im Februar ging die CDU daher auf den parteilosen René Wilke zu, um ihn als Kandidaten aufzustellen. Auch die SPD versammelte sich hinter dem bisherigen Amtsinhaber. Mit dem Wechsel von René Wilke ins Innenministerium aber werden die Karten jetzt neu gemischt.

CDU Frankfurt (Oder) will Gespräche mit anderen Parteien führen

Auch CDU-Bürgermeister Claus Junghanns, der jetzt die Amtsgeschäfte im Rathaus weiterführt, stand kurzzeitig als möglicher Kandidat zur Debatte. Doch nachdem sich im Laufe der Woche auch René Wilke öffentlich für Désirée Schrade als nächste Oberbürgermeisterin – und damit gegen Claus Junghanns – ausgesprochen hatte, war das parteiinterne Rennen gelaufen. Jetzt votierte der Kreisvorstand, dem auch Claus Junghanns als Beisitzer angehört, einstimmig für Désirée Schrade.

In den kommenden Wochen werde sie Gespräche mit Vertretern anderer Parteien führen, heißt es in der Pressemitteilung. Dazu dürfte zunächst vor allem die Frankfurter SPD gehören, die sich am kommenden Montag zu einer Sondersitzung trifft.

Grüne reagieren skeptisch auf Vorstoß der CDU Frankfurt (Oder)

Die Grünen – die 2018 zusammen mit den Linken die Kandidatur von René Wilke mit unterstützt hatten – reagierten zurückhaltend auf Désirée Schrade. Nach dem Rückzug von René Wilke gelte es, eine Persönlichkeit zu finden, „die die begonnenen Projekte fortführt und gemeinsam mit der Bevölkerung die Zukunft unserer Stadt gestalten kann“, heißt es in einer Pressemitteilung.

„Angesichts der Polarisierung in unserer Gesellschaft halten wir es für sinnvoll, für die die OB-Wahl nach einer Person im demokratischen Spektrum zu suchen, die in weiten Teilen der Stadtbevölkerung Vertrauen genießt und über Parteigrenzen hinweg integrierend wirken kann. Ob dafür eine parteigebundene Kandidatin die beste Wahl ist, halten wir für fraglich“, erklärt Grünen-Sprecher Oliver Kossack.

Natürlich wünschten sich „alle möglichst schnell Klarheit über die Nachfolge, aber es besteht kein Grund, jetzt überstürzt zu handeln. Bis zur vorgezogenen Neuwahl sind es noch mehrere Monate. Wir sollten uns deshalb jetzt die nötige Zeit nehmen, um die beste Person für unsere Stadt zu finden“, so Oliver Kossack weiter.

Co-Sprecherin Ola Schäfer ergänzt, dass die Menschen in Frankfurt (Oder) einen offenen und fairen demokratischen Prozess verdienten, „in dem Konzepte, Inhalte und Visionen für die Zukunft der Stadt im Mittelpunkt stehen“.

Die AfD in Frankfurt (Oder) hat noch keinen Kandidaten präsentiert. Als Favorit gilt der Vorsitzende des Stadtverbandes und Landtagsabgeordnete Wilko Möller.