Rückblickend auf das Jahr 2019 kann ich nur feststellen, sind alle vom Kabarett ,,Die Oderhähne‘‘ angekündigten, öffentlichen Termine auch eingehalten worden. Plan erfüllt, Deckel drauf.
Aber, was war das für ein Jahr!? Zuallererst war es ja ein Jahr, welches von Frauen bestimmt wurde. Andrea Nahles, wurde trotz ihres sirenenhaften Gesanges im Bundestag von ihrer eigenen Partei aus dem Amt gemobbt. Damit war sie die Nummer sieben der SPD-Vorsitzenden, die während Merkels Kanzlerschaft verbraten wurde.
Aber jetzt wollen Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans das SPD-Projekt ,,Selbstzerstörung‘‘ aufhalten. Hoffentlich sind sie nicht die Nummer 8 und 9 während der Ära Merkel.
Seit dem 16. Juli hat die EU-Kommission eine neue Vorsitzende, Ursula von der Leyen, und Annegret Kramp-Karrenbauer wurde neue Verteidigungsministerin. Kurz zusammengefasst: Von der Flinten-Uschi zur Granaten-Gretel. Aber das ist in komplexen Hierarchien so üblich, da wird jeder bis zur Unfähigkeit befördert.
Das Time-Magazine kürt jährlich die Persönlichkeit, die die Welt am meisten beeinflusst hat und das war Greta Thunberg. Und zurecht. Sie hat es geschafft, vor allem die sogenannten politikverdrossenen Jugendlichen für die Politik wieder zu interessieren, sie zu mobilisieren, von der Politik eine umwelterhaltende Klimapolitik einzufordern. Und was macht die Politik? Sie lässt den Klimagipfel in Madrid zur Nullnummer verröcheln. Stattdessen kommt so ein populistischer Kleinkram heraus, wie das Verbot von Silvesterfeuerwerken in 98 Städten. Frankfurt hat sich dem nicht angeschlossen, da mit Ostwind zu rechnen ist, und der Słubicer Feinstaub über dem Marktplatz ohnehin nicht zu verhindern sein wird.
Das Outing des Jahres wurde am 7. April von meiner geliebten Heimatzeitung veröffentlicht. Sie schrieb: Die Leiterin der Friedensschule Adrienne Spohn bekennt: ,,Ohne MOZ gehe ich nicht in die Schule.‘‘ Bei den zuweilen vielen Schreibfehlern verwendet sie diese hoffentlich nicht im Deutschunterricht.
Wette in der Scharrnstraße
In Frankfurt geht es mit dem Bauen – an manchen Stellen – durchaus voran. In der Großen Scharrnstraße will es an einer Ecke allerdings noch nicht so recht gelingen. Dort saniert die Wohnbaugenossenschaft seit geraumer Zeit ein Haus. Anwohner beobachten dort ab und zu wie zu DDR-Zeiten Feierabendbrigaden, die in einem regen Erfahrungsaustausch stehen.  Erste Wetten sollen zwischen Wohnbau-Chefin Michaela Schmitz-Schlär und BER-Flugkapitän Engelbert Lütke Daldrup laufen: Wer hat eher fertig – der Flughafen BER oder das Wohnbau-Haus in der Großen Scharrnstraße? Das wird 2020 zwar eng, aber die Michaela will es dem Engelbert so richtig zeigen.
2019 war auch ein Jahr, wo Justitia die Waage aus der Hand gefallen ist. Renate Künast klagte gegen Beschimpfungen im Internet wie: ,,Stück Scheiße, Drecksschlampe, zu wenig gefickt‘‘ usw. Das Gericht wies die Klage ab mit der Begründung: ,,Das sei eine zulässige Sachkritik und nicht, um sie herabzusetzen.‘‘ Mittlerweile verkommen die sozialen Netzwerke dazu, dass jeder Gehirnamputierte anonym seinen geistigen Müll loswerden kann und die Justiz leistet dem auch noch Beistand. Beispiel 2: Eine Rentnerin machte sich auf, um Nazischmierereien zu übersprayen. Sie wurde wegen Sachbeschädigung zu einer Geldstrafe von 1600 Euro verurteilt. Ja, Zivilcourage muss man sich in Deutschland auch leisten können.
Meine Sympathie hat Carola Rackete, die mit der Sea-Watch 3 das Leben von über 50 Flüchtlingen im Mittelmeer rettete. Dafür ging sie erst einmal in den Knast, mit der Begründung des italienischen Innenministers, er könne es "nicht dulden, dass an der italienischen Küste der ganze Müll abgeladen wird".
Merkel-Double macht weiter
Natürlich gibt es auch erfreuliches zu berichten. Heidi Klum hat ins Tokio Hotel eingeheiratet, und seitdem leider auch einen Virus in sich drin. Also gute Besserung Heidi. Und die schönste Nachricht der ,,Oderhähne‘‘: Seit 13 Jahren spielt Margit Meller, seit 25 Jahren dabei, in allen Programmen des Frankfurter Kabaretts das Merkel-Double. Nun hat sie ihre Hüftoperation gut überstanden. Das Publikum darf sich auf ein weiteres Jahr Meller-Merkel freuen. Margit Meller und alle "Oderhähne" wünschen allen Lesern der MOZ ein schmerzfreies 2020.