Hund in Fürstenwalde: Stella vermisst Rex — jung, sportlich und unzertrennlich

Tierheim in Fürstenwalde: Stella vermisst Rex. Und sie sucht jemanden, der sie laufen lässt, mit ihr schmust und sie herausfordert. Am liebsten mit Lieblings-Hund Rex.
Angela BollZwei Wilde, ein Gedanke: Stella und Rex wollen spielen. Und zwar am liebsten zusammen. Die beiden deutschen Schäferhunde jagen am Zaun des Tierheims in Fürstenwalde entlang, jeder in seinem Gehege und bellen sich ihre Sehnsucht zu. Weil sie läufig und er nicht kastriert ist, leben sie im Tierheim aktuell nebeneinander statt miteinander.
Doch so sehr Tierheim-Chefin Christine Matzke das Liebesspiel ans Herz geht: „Da müssen die beiden jetzt durch!“ Denn erst sollen sich die Hormone wieder beruhigen. Dann dürfen sie auch wieder zusammen sein.
Stella und Rex kamen vor knapp drei Wochen gemeinsam ins Tierheim Fürstenwalde. Ihr Besitzer musste sie aufgrund einer behördlichen Anordnung abgeben. Nähere Angaben zu den Hintergründen hat Matzke nicht. Zwei Jahre seien sie alt. Ob es Geschwister sind? „Das wissen wir nicht“, bedauert Matzke.
Jedenfalls —so viel stehe fest — sind sie weder kastriert noch geimpft. Und genau das ist das Problem. Denn weil Stella gerade läufig ist, heißt das: Rex muss draußen bleiben! Gemein, findet das Rex, so gemein.

Platt vom Toben: Rex liebt es, auf dem riesigen Gelände des Tierheims herumzurennen. Er hat Sehnsucht nach seiner Kameradin Stella.
Angela BollUmso mehr freut sich Stella, dass sie nach dem Sehnsuchtstänzchen mit Rex Besuch im Gehege bekommt. Vergnügt hüpft sie herum, bellt nicht, bleibt unaufdringlich und genießt es, gestreichelt zu werden. Auf das Kommando von Christine Matzke setzt sie sich und bleibt am Platz. Beeindruckend. Das funktioniere allerdings nicht immer, winkt die Tierheimleiterin ab, möchte an der Stelle die noch notwendige Erziehung beider Hunde nicht verschweigen.
Tierheim Fürstenwalde: Hundehalter mit Erfahrung gesucht
Stella höre besser, sagt sie, aber beide Hunde bräuchten jemanden, der sich regelmäßig Zeit für sie nimmt. Auch beispielsweise um das Gehen an der Leine zu trainieren. Am besten jemanden, der sich mit der Rasse auskennt und in jedem Fall jemand, der bereits Erfahrung mit Hunden hat. Beide — Stella und Rex — wirken sehr zutraulich und menschenlieb. Sie wollen beachtet werden, sind nicht für ein Einsiedlerleben gemacht.
Matzke wünscht sich für das sportliche Schäferhund-Duo einen Platz mit viel Auslauf: „Am besten ein Haus mit großem Garten oder ein Bauernhof.“ Beide bräuchten außerdem dringend eine „intellektuelle Herausforderung“, eine Aufgabe. Schäferhunde seien hervorragende Schutzhunde, regt Matzke an — und Stella und Rex bestens dafür geeignet.
Über die Herkunft der Hunde hat das Tierheim keine weiteren Informationen. Unter einer Trennung würden die beiden sicher leiden, davon ist Matzke überzeugt und hofft deshalb, die Schäferhunde gemeinsam in eine Familie vermitteln zu können. Offenbar, so glaubt sie, hätten die beiden ihr bisheriges Leben immer Seite an Seite verbracht. Der ehemalige Besitzer habe berichtet, dass Stella auch schon einmal trächtig war.
Hund in Fürstenwalde: Lieber keine kleinen Kinder
Da sowohl Stella als auch Rex selbst noch sehr verspielt sind und das Gegenüber oft vor lauter Freude sehr stürmisch begrüßen, rät Matzke davon ab, die beiden Hunde dort zu halten, wo kleine Kinder leben. Bei Teenies und Erwachsenen habe sie dagegen überhaupt keine Bedenken. Stella und Rex würden sich im Tierheim nur von ihrer guten Seite zeigen und weder schnappen noch beißen. Im Gegenteil. „Sie sind eher anhänglich und verschmust“, findet Matzke.

Schäferhündin Stella sucht ein neues Zuhause, aber sie möchte ihren Freund Rex mitnehmen. Weil sie läufig und er nicht kastriert ist, leben sie im Tierheim aktuell nebeneinander statt miteinander.
Angela BollSchäferhund in Fürstenwalde: Gierig nach Futter und Auslauf
Wer sich das Schäferhund-Duo aufs heimische Gelände holt, darf sich über Leben im Haus freuen. Stella und Rex lieben ihr junges Leben, sie sind gierig nach Futter und wollen die Umgebung entdecken. Faul herumliegen, das geht nur, wenn sie zuvor wild miteinander getobt haben. Gut wäre, so glaubt Matzke, wenn die beiden einer guten Führungsperson begegnen, die ihnen Liebe und Zuwendung schenkt, aber Struktur gibt und Regeln beibringt.

Rex spielt bei Kommandos gern den Unbeeindruckten: Das dürfte noch besser werden, findet Tierheim-Chefin Christine Matzke.
Angela BollWährend Rex im Gras liegt und einen leichten Anflug plötzlicher Müdigkeit aufweist, will Stella weiter beschäftigt werden. Ball holen, Stock holen, Seil holen— egal — Hauptsache, sie darf was tun und wird danach auch ordentlich gelobt. Das gefällt der Hündin. Und plötzlich ruft Rex wieder. Das schrille Bellen des Rüden kennt Stella und rast los. Nächste Runde Jagen am Zaun. So schön kann ein Hundeleben sein!


