Hund in Fürstenwalde
: Listenhund Luna bekommt ein Zuhause – Happy End?

Trotz Liste in Brandenburg und Kampfhund-Label findet die kleine Hündin Luna ein neues Zuhause. Wer die zukünftige Halterin ist und wie es dazu kam.
Von
Nicole Buhlau
Fürstenwalde
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Hündin Luna aus dem Tierheim in Fürstenwalde, Berkenbrücker Chaussee, findet aufgrund ihrer Rasse kein Zuhause in Brandenburg. Doch jetzt gibt es ein Happy End. Mit ihrer neuen Besitzerin Ines Thoms (rechts) und der Auszubildenden des Tierheims, steht sie im Schnee, kurz vor der Fahrt in ihr neues Zuhause.

Nicole Buhlau

Ganz aufgeregt tappst die einjährige Hündin durch den tiefen Januarschnee im Tierheim in Fürstenwalde an der Berkenbrücker Chaussee. Heute ist ein besonderer Tag für sie. Es war nicht ganz klar, wann und wohin Luna vermittelt werden kann, doch seit Weihnachten steht fest, die Vierbeinerin bekommt ein neues Zuhause.

Die Hündin Luna hatte keinen guten Start ins Leben. Als Welpe, die Tierärzte schätzten sie auf fünf Monate, wurde sie im Mai letzten Jahres von der Feuerwehr aufgesammelt. Anwohner hatten sie verängstigt in der Fischerstraße gefunden, offensichtlich verletzt. Nach einer nervenaufreibenden Nacht und einer Operation am rechten Vorderlauf, kam sie in das Tierheim in der Leitung von Christine Matzke.

Dass das noch nicht genug Komplikationen für Luna darstellte, brachte das Gutachten eines Rassegutachters zum Vorschein. Die junge Hündin wird den Rassen American Staffordshire Terrier und Staffordshire Bull Terrier zugeordnet. Sie steht also auf der Liste der besonders gefährlichen Kampfhunde und darf in Brandenburg nicht gehalten werden.

Ein Weihnachts-Wunder für Hund Luna

Eine Vermittlung ist also nur begrenzt möglich. An Weihnachten dann jedoch die gute Nachricht – eine Interessentin hat sich gefunden. Liebe auf den ersten Blick soll es gewesen sein, schildert Ines Thoms, die zukünftige Halterin der Hündin, die erste Begegnung mit Luna. Ein Zufall brachte die ursprüngliche Fürstenwalderin mit ihrer neuen Gefährtin zusammen.

An Weihnachten habe Ines Thoms ihre Familie besucht und erfuhr dann von dem Tag der offenen Tür des Tierheims. Sofort habe sie sich entschlossen, dort Spenden für die Tiere abzugeben, wie Thoms erzählt. Im Heim angekommen, sei sie auf den Hund Luna gestoßen. „Unsere Chemie hat einfach sofort gestimmt und ich wusste zu dem Zeitpunkt auch nicht, dass es eine Liste für gefährliche Hunde gibt“, sagt Thoms.

Gesetzeslage in Schleswig-Holstein und Niedersachsen

In Schleswig-Holstein existiert seit 2016 keine Rasseliste mehr. Bis zu dem Zeitpunkt gab es das Gesetz zur Vorbeugung und Abwehr der von Hunden ausgehenden Gefahren – GefHG. Zum 1. Januar 2016 wurde dieses Gesetz dann reformiert und heißt nun Gesetz über das Halten von Hunden – HundeG.

Hunde, die in diesem Bundesland gehalten werden, werden nur noch als gefährlich eingestuft, sollten sie zum Beispiel durch Beißattacken auffällig geworden seien, Menschen oder Tiere verletzt haben oder unkontrolliert Tieren hinterherhetzen, sie reißen.

In Niedersachsen ist die Lage ähnlich. Hier gibt es ebenfalls keine Rasseliste mehr. Für Listenhunde muss lediglich ein Sachkundenachweis mitgeführt werden – der wie ein Hundeführerschein zu betrachten ist, um gefährliche Situationen zu erkennen und möglichen Gefahren rechtzeitig vorzubeugen.

Diese Bundesländer verzichten auf Rasselisten

● Niedersachsen

● Schleswig-Holstein

● Thüringen

● Berlin

● Mecklenburg-Vorpommern

Neue Halterin stellte ihr Arbeit für die Vierbeinerin um

Da sie in Schleswig-Holstein lebe und in Niedersachsen als Geschäftsführerin eines Unternehmens arbeite, habe für sie sofort festgestanden, dass sie Luna mit nach Hause nehmen wird. Immer dabei, Schwägerin und seelische Unterstützung Monique Urbanik. Sie sei bei der ersten Begegnung dabei gewesen und leistet auch am Abholtag ihren Beistand.

„Ich habe sofort meine ganze Arbeit umgelegt, um Luna richtig kennenzulernen“, erzählt Thoms. Die ersten drei Wochen habe sie die Zeit genutzt, um sich mit der Vierbeinerin anzunähern und auch, damit sich beide aneinander gewöhnen können. „Aber die richtige Beziehung fängt ja erst jetzt in unserem gemeinsamen Zuhause an“, äußert die Geschäftsführerin. Auch an das Ordnungsamt und andere Stellen habe sich Ines Thoms gewandt, um sich über jegliche Vorkehrungen, die Luna betreffen, zu informieren, berichtet sie.

Endlich auf dem Weg ins zukünftige Zuhause

Thoms sei es wichtig, dass die Hündin „24/7“ mit einbezogen wird. „Ich werde Luna auch als Bürohund integrieren, damit ich sie nicht Zuhause allein lassen muss“, sagt sie. Ines Thoms freut sich, der jungen Hündin ein Zuhause schenken zu können, denn sie habe schon seit der Kindheit immer Hunde im Haus gehabt, beteuert sie.

Vergangenen Freitag wurde nur noch der Vertrag im Tierheim mit Christine Matzke unterzeichnet. Die kleine Luna konnte sich dann gleich im Anschluss mit ihrer neuen Besitzerin auf den Weg nach Hause machen.