Kaum ist die traurige Geschichte von den ausgesetzten Welpen an der Hangelsberger Chaussee glücklich ausgegangen, muss sich das Tierheim in Fürstenwalde um einen verletzten Welpen Sorgen machen. Kurz nach Mitternacht (9. Mai) hat die Feuerwehr einen kleinen verletzten Hund in die Tierstation gebracht. Chefin Christine Matzke wurde durch den Notfall aus dem Schlaf gerissen. „Das kommt öfter vor. Wir sind rund um die Uhr im Einsatz“, sagt sie.
Anwohner der Fischerstraße in Fürstenwalde haben mitten in der Nacht einen verängstigten Welpen zwischen parkenden Autos entdeckt und die Feuerwehr alarmiert. Diese sei mit ihrem Tierrettungswagen angerückt. „Eine Pfote hing verdächtig runter. Es war offensichtlich, dass der Welpe große Schmerzen hatte“, sagt Christine Matzke. Sie habe dem verletzten Tier erst einmal Schmerzmittel verabreicht.
Am Morgen war ein Tierarzt erreichbar und konnte den rund fünf Monate alten Welpen untersuchen. Ein Röntgenbild bestätigte die Verdachtsdiagnose: ein komplizierter Bruch am rechten Bein. Da sich die Knochen verschoben hatten, musste der Tierarzt operieren und den Bruch mit einer Platte fixieren.
Verletzung durch Gewalteinwirkung: Die gerettete Hündin hat am rechten Bein einen komplizierten Bruch erlitten.
Verletzung durch Gewalteinwirkung: Die gerettete Hündin hat am rechten Bein einen komplizierten Bruch erlitten.
© Foto: Bettina Winkler
Der medizinische Fachbegriff heißt: Platten-Osteosynthese. Die Operation habe zwei Stunden gedauert. Alles sei komplikationslos gelaufen. In dem Zuge habe der Patient noch einen Identifikationschip bekommen. Der Bruch sei vermutlich die Folge von äußerer Gewalteinwirkung.

Mit Halskrause ins Tierheim

Seit Donnerstag (11. Mai) ist die junge Hündin Evi-Lina – so wurde sie vom Arztteam genannt – im Tierheim untergebracht. Sie trägt eine Halskrause, damit sie nicht an der Operationsnaht leckt und muss Medikamente nehmen. Am 19. Mai sollen die Fäden gezogen werden, am 30. Mai werde noch einmal geröntgt. Ist die Hündin ohne Beschwerden, müsse die Platte nicht entfernt werden. Das Tierheim rechnet für die medizinische Versorgung mit rund 1.000 Euro Kosten. „Diese sind für uns als gemeinnütziger Verein, schwer zu stemmen. Wir benötigen dringend Geldspenden“, sagt Christine Matzke.

Fachleute vermuten gefährliche Hunderasse

Die Hündin nimmt ihre Verletzung gelassen. Sie ist außergewöhnlich ruhig. „Es macht den Anschein, dass sie gelernt hat, mehrere Stunden still im Körbchen zu liegen“, vermutet die Chefin. Eine Vermittlung könne schwierig werden.
Fachleute vermuten, dass Evi-Lina ein Mix aus American Pitbull Terrier und Staffordshire Terrier sein könnte. Das seien als gefährlich eingestufte Hunderassen, die in Brandenburg nicht vermittelt werden dürfen. Das würde im schlimmsten Fall bedeuten, dass sie lebenslang im Tierheim bleiben muss. Um das zu klären, wird ein amtlich bestellter Rassegutachter eingeschaltet.
Das Spendenkonto des gemeinnützigen Vereins Kommunikationszentrum Mensch-Tier (Träger des Tierheims) ist DE97 1705 5050 1000 3686 68. Weitere Informationen unter Telefon 03361 2862.