Special Olympics World Games 2023: Fackellauf in Fürstenwalde – olympisches Feuer auf Straßen und Wiesen
„Are you ready?“ Bist Du bereit? Das fragen die Sänger von Madcon in ihrem Song. Es ist das offizielle Lied für die Special Olympics World Games 2023. Am Mittwoch (14. Juni) klingt der Titel über die Bullenwiese an der Spree in Fürstenwalde. Hunderte Kinder, Frauen und Männer stehen davor, klatschen und tanzen die gleiche Choreografie. Fürstenwalde ist in Olympia-Stimmung. Am Morgen ist die olympische Flamme direkt aus Athen gekommen und in der Spreestadt eingetroffen.
Kurz nach 9 Uhr hat sich der Tross von 100 internationalen Athletinnen und Athleten der Special Olympics World Games in Begleitung von zahlreichen Fürstenwaldern auf der Festwiese der Samariteranstalten in Bewegung gesetzt. Die „Flame of Hope“ wandert von Hand zu Hand – sie wird von verschiedenen Menschen durch die Stadt getragen. Es ist ein bewegender Augenblick für die Mitwirkenden. Am Straßenrand stehen Hunderte Menschen, klatschen, jubeln und schwenken Luftballons.

Das olympische Feuer ist am 14. Juni pünktlich zum Start der Special Olympics World Games 2023 in Fürstenwalde angekommen. Athletinnen und Athleten, aber auch Bürgermeister Matthias Rudolph (Mitte) berühren die Fackel.
Bettina WinklerAuch zwei junge Menschen aus Fürstenwalde wurden damit überrascht, dass sie die olympische Fackel halten dürfen: Jasmin Henze aus den format-Werkstätten für behinderte Menschen und Luca Hauptmann aus den Samariteranstalten. Während das Feuer durch die Stadt getragen wird, sind die Beiden in der ersten Reihe mit dabei. Sie laufen unmittelbar neben Leichtathlet Brett Laza und dem internationalen Polizisten Scott Waite, die die große Fackel tragen. Jasmin Henze, die von den Mitarbeitern der Montageabteilung für die ehrenvolle Aufgabe ausgesucht wurde, ist sehr ergriffen, stolz und glücklich.

Eine besondere Ehre: Das olympische Feuer geht in Fürstenwalde von Hand zu Hand und wird durch die Stadt getragen. Jasmin Henze (format-Werkstätten Fürstenwalde), Leichtathlet Brett Laza, Polizist Scott Waite und Luca Hauptmann (Samariteranstalten Fürstenwalde, von links) halten die Fackel.
Bettina WinklerFeuerwehr, Polizei und 19 Mitarbeiter des Ordnungsamtes sichern die Strecke ab. Alles läuft reibungslos. Auch wenn für den Fackellauf die Spreebrücke und einige Straßen gesperrt werden mussten. An der Strecke selbst gibt es so gut wie keinen Stau. Auf einer Umfahrung hingegen schon. Das liegt daran, dass seit Mittwochmorgen auch die Hegelstraße (L35) für Bauarbeiten dicht ist. Wer aus Richtung Hangelsberg kommt und in den Stadtteil nach Nord will, muss sich an diesem Morgen am Bahnhof entlang in die Johann-Sebastian-Bach-Straße schlängeln. 15 Minuten, berichten Autofahrer, hätten sie dort gestanden.
Brücke 9.37 Uhr wieder frei
Der Vorfreude auf die Special Olympics tut das keinen Abbruch. Auf der Spreebrücke herrscht beim Fackellauf super Stimmung. Nicht nur die Athleten, sondern auch 120 Menschen aus den Samariteranstalten begleiten das Feuer. Hunderte laufen jubelnd dem Tross hinterher. Mit dabei sind Schüler von Spreeoberschule und Goßmann-Grundschule, Drachenboot–Sportler der BSG Pneumant und Kinder der die Kita Arche.
„Das ist ein einmaliges Ereignis, das ich nicht verpassen wollte“, sagt Birgit Müller. Wie viele Zuschauer fotografiert die 58-Jährige die bewegenden Momente. Nach diesem Olympia-Auftakt in ihrer Heimatstadt werde sie die Spiele verfolgen und auf alle Fälle die Eröffnungsveranstaltung am 17. Juni im Berliner Olympiastadion im Fernsehen anschauen. Bereits um 9.37 ist die Brücke wieder für den Verkehr freigegeben.

Auf der Spreebrücke in Fürstenwalde: Sportler begleiten das olympische Feuer auf seinem Weg ins Zentrum.
Bettina WinklerWährend der Tross sich seinen Weg durch die Stadt bahnt, kürzen die meisten Zuschauer ab – und gehen direkt zur Bullenwiese, um den Start des Triathlons nicht zu verpassen. „Es ist großartig, wie viele Menschen mit dabei sind“, sagt Matthias Rudolph, der Bürgermeister von Fürstenwalde. Es sei ein ganz besonderes Ereignis für die Stadt, das es so nie wieder geben werde. Er dankte den Teilnehmern und Organisatoren. „Die Fürstenwalder Geschichte ist um einen Höhepunkt reicher“, sagt der Bürgermeister.

Triathlon: Beim Schwimmwettkampf in der Spree haben die Teilnehmer 220 Meter zurückgelegt. Der Ausstieg ist über einen Schwimmsteg erfolgt.
Bettina WinklerPünktlich um 10 Uhr beginnt auf der Bullenwiese der inklusive Triathlon. Knapp 100 Teilnehmer haben sich dafür oder für den Duathlon, wo das Schwimmen durch eine weitere Laufrunde ersetzt wird, angemeldet.
Triathlon startet pünktlich mit Schwimmen in der Spree
Wer auf das Schwimmen im Fluss nicht verzichtet, begibt sich an der alten „Flussbadestelle“ ins Wasser. Von dort gilt es, gut 120 Meter in Richtung Große Tränke zu schwimmen und hinter einer gelben Boje wieder zum Ausgangspunkt zurückzukehren. Insgesamt legen die Teilnehmer also 250 Meter im Wasser zurück. Weil das Schwimmen in einem fließenden Gewässer nicht ganz ungefährlich ist, gab es im Vorfeld Sorge, ob dies auch beeinträchtigten Menschen zugetraut werden sollte. Doch alles geht gut – kurz vor elf Uhr ist der letzte Athlet wieder am sicheren Ufer.

DLRG Oder-Spree sichert mit 19 Rettungsschwimmern den Triathlon in Fürstenwalde ab. Im Einsatz sind auch fünf Rettungsborde, um im Notfall schnell einzugreifen.
Bettina Winkler19 Rettungsschwimmer von der DLRG Oder-Spree haben den Schwimm-Wettkampf abgesichert. Auffällig dabei sind fünf bereitliegende Rettungsborde. „Damit können wir im Notfall schneller zu den Schwimmern gelangen“, erklärt der technische Einsatzleiter Jens Krause. Vor Ort sind auch zwei Rettungsboote.

Kleine Golfer auf der Bullenwiese: Daniel Pepper vom Minigolf-Verband Berlin-Brandenburg (links) zeigt Jungen und Mädchen der Lebenshilfe-Kita Sputnik, wie man Minigolf spielt.
Bettina WinklerGegen Mittag gibt es dann den großen Flashmob auf der Bullenwiese. Lucy (16) und Laura (15) von der Rahnschule sind auf aufblasbaren Hühnern gekommen, um zu klatschen und zu tanzen. Ein Stückchen sind sie beim Fackellauf mitgelaufen. „Das erweckt Fürstenwalde so’n bisschen, das ist ein gutes Zeichen“, sagt Lucy zum Begleitprogramm der Special Olympics. Und Linda (32), die bei den format-Werkstätten arbeitet, ist nach dem Tanzen ganz ergriffen. „Ich habe mir extra viel Mühe gegeben“, sagt sie. Lea Boggasch von den United Dancers hatte zuvor mit behinderten Menschen und Betreuern die Choreografie einstudiert.

Die Siegerin des Triathlons heißt Flora Ponndorf. In 51,06 Minuten ist sie 250 Meter geschwommen, 11,2 Kilometer geradelt und 2,5 Kilometer gelaufen.
Manja WildeUnd während die Special Olympics erst starten, stehen die Sieger des Fürstenwalder Triathlons schon fest. Flora Ponndorf war mit 51,06 Minuten für 250 Meter schwimmen, 11,2 Kilometer radeln und 2,5 Kilometer laufen die schnellste Frau. Bei den Männern siegte Sebastian Redlich mit 37,31 Minuten. Erik Neumann vom Organisationsteam und Helke Wannewitz vom Triathlon-Verein nahmen die Ehrung vor.
Die Eröffnung der Spiele findet am Sonnabend, 17. Juni, im Berliner Olympiastadion statt. Die Türen dort öffnen sich um 18 Uhr. Der Start der Veranstaltung ist für 20.15 Uhr angekündigt. Stand Mittwoch (14. Juni) gibt es noch einige Tickets. Ermäßigt kosten diese 9 Euro, regulär 14 Euro. Wobei die Ermäßigung beispielsweise auch für Familien mit zwei Kindern gilt – auch in diesem Fall zahlt jede Person nur 9 Euro. Außerdem gibt es für 35 Euro ein Ticket, das Eintritt zur Eröffnungsfeier und zu allen Wettkämpfen gewährt.
Einige der Wettkämpfe finden auch in Brandenburg statt, nämlich in Bad Saarow. Das sind vom 19. bis 21. Juni die Ausscheide in der Disziplin Golf. Finale und Siegerehrung sind am 22. Juni.




