Saisonstart
: Der Corona-Krise davonradeln - die Zweiradbranche boomt

Radfahrer mussten zumindest in Brandenburg nicht erst auf die Lockerungen warten - sie durften schon immer losradeln.
Von
Manja Wilde,
Bettina Winkler
Fürstenwalde
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  • Geschichte am Wegesrand: Auf dem Oderbruchbahn-Radweg sind Sabine und Harald unterwegs. In Hasenfelde stoppen die Berliner, um an der Infotafel mehr über die anliegenden Dörfer zu erfahren.

    Geschichte am Wegesrand: Auf dem Oderbruchbahn-Radweg sind Sabine und Harald unterwegs. In Hasenfelde stoppen die Berliner, um an der Infotafel mehr über die anliegenden Dörfer zu erfahren.

    Bettina Winkler
  • Von Berlin nach Fürstenwalde und zurück: Petra und Mirko. Mit attraktiven Routen locken die Tourismusvereine und Kommunen viele Besucher in die Region.

    Von Berlin nach Fürstenwalde und zurück: Petra und Mirko. Mit attraktiven Routen locken die Tourismusvereine und Kommunen viele Besucher in die Region.

    Bettina Winkler
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Überall sind Radler derzeit anzutreffen. „Wir sind hier das Radweg-Drehkreuz“, freut sich Antje Oegel vom Fürstenwalder Tourismusverein. Gut ausgebaute Wege führen in alle Richtungen. Das Interesse an schönen Touren ist groß, die Broschüren sind längst vergriffen, Nachschub naht. „Ich denke, dass wir mit unserer neuen Broschüre im Juni durchstarten können“, sagt Antje Oegel. Fünf Touren stehen fest.

Abstecher zur Milchquelle

Eine soll auf den Spuren der alten Oderbruchbahn entlangführen. Vom Fürstenwalder Bahnhof und den Kreisel in Nord über Buchholz wird sie die Radler leiten. "Das ist ein richtig toller Radweg“, freut sich Oegel. Das Gut in Neuendorf, den Kräuterhof, das Schloss Steinhöfel, den Park und das Alte Amtshaus können die Ausflügler ansteuern. Wer mag, kann einen Abstecher zur Milchquelle nach Buchholz machen. 26 Kilometer ist der Rundkurs lang.

Sabine und Harald hatten sich diese Strecke am Freitag vorgenommen. Tafeln am Wege erzählten den Berlinen die Geschichten der Dörfer am Rande. Den weiten Blick, die Ruhe und das Vogelzwitschern genießen sie bei ihren regelmäßigen Touren.

„Die Fahrradbranche boomt“, weiß Mario Schostag. Der 51-Jährige betreibt in Fürstenwalde das Geschäft Die Fahrrad Füchse – und hat mehr als sonst zu tun. Als er wegen der Corona-Auflagen schließen musste, holte er defekte Räder von seinen Kunden ab und brachte sie repariert zurück. „Bis Wendisch Rietz, Bad Saarow und Hangelsberg waren wir unterwegs.“ Zum Radeln mit seiner Frau hat der Fürstenwalder dennoch Zeit. „Letztens sind wir nach Buckow gefahren, eine sehr schöne Tour, rund 65 Kilometer lang.“ Auch nach Storkow, über Lebbin und auf der anderen Seite des Scharmützelsees zurück, lasse es sich gut fahren. Nun hofft Schostag, dass Pfingsten die Hotels wieder öffnen, denn dann soll es nach Perleberg gehen. „Mit 17 Mann.“

Einräder auf der Straße

Auch die Radwanderabteilung des Ketschendorfer Radtouren Clubs (KTC) muss derzeit auf große Touren verzichten. „Diesen Sonntag wollten sie eigentlich zum BER fahren“, sagt die Vorsitzende, Irina Retzlaff. "Bis jetzt waren sie nur paarweise oder in Familie unterwegs“, ergänzt sie. Schöne Naturfotos, gepostet mit der Frage: „Wo bin ich?“, ließen die anderen dann teilhaben. Auch die Kunstradfahrerinnen können derzeit nicht in die Halle. „Ich habe die Einräder an die Eltern ausgeteilt, dass auf der Straße geübt werden kann“, berichtet sie.

Wohin radeln sie am liebsten?

Brigitte König (67) aus Fürstenwalde: „Ich bin fast täglich mit dem Rad nach Trebus unterwegs, weil ich dort seit fast 40 Jahren einen Bungalow habe. Ich bin alleinstehend und man muss sich ja ein bisschen beschäftigen. Heute habe ich mir vom Wegesrand ein paar Blumen für die Terrasse mitgenommen.“

Michael Borchert  (41) aus Fürstenwalde: „Ich fahre bei schönem Wetter mit dem Fahrrad zur Arbeit. Da wird das Auto geschont und ich habe Bewegung. Meine Frau und die beiden Kinder sind öfter in der Freizeit mit dem Rad  unterwegs. Sie lieben die Strecke entlang der Spree.“

Lea Schneider  (21) aus Heinersdorf: „Ich fahre relativ selten Rad. Wenn ich es tue, dann am liebsten um den Heinersdorfer See. Das ist eine leichte Strecke mit rund fünf Kilometern. Radfahren ist entspannend. Ich habe meine Ruhe und kann die Natur genießen. Im Sommer springe ich zur Abkühlung ins Wasser. „

Corona-Blog: Coronavirus und die Folgen für Brandenburg und Berlin