Heimkehrer: Zehdenicker Paar in den USA von Corona-Krise eingeholt

Erinnerung an glücklichere Tage: Neun Monate lang arbeitete das Zehdenicker Paar bei Walt Disney in Florida. Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland kämpfen sie gegen viele Probleme an.
privatDort arbeiteten sie neun Monate lang als Repräsentanten Deutschlands beim Internationalen Programm von Walt Disney World im Freizeitpark Orlando (Florida). Ihren Aufenthalt in den USA mussten sie wegen der Corona-Krise abbrechen. „Wir haben dort Deutschland repräsentiert und werden dafür nun bestraft“, beklagt sich Christopher Wolfram.
Wegen Corona vorzeitig zurück nach Deutschland
„Nach der Ankunft in Deutschland am 30. März meldeten wir uns beim Arbeitsamt und der Krankenkasse“, beschreibt er den Anfang ihrer Odyssee. Bei der Krankenkasse habe es zunächst geheißen, dass sie solange nicht versichert seien, bis das Arbeitsamt grünes Licht gegeben habe. Ihnen sei deshalb empfohlen worden, sich zunächst freiwillig zu versichern. „Wie denn ohne Einkommen und die Aussicht auf eine schnelle Arbeitsaufnahme? Wir konnten keinen Arzt aufsuchen, obwohl wir zur Risikogruppe zählen. Unser Gesundheitssystem ist weder flexibel noch in der Lage, schnell eine Lösung herbeizuführen“, beklagt sich Wolfram, in dieser schwierige Lage, ohne Krankenversicherung auskommen zu müssen.
„Warum wird ein Unterschied in der Bevölkerung gemacht? Gibt es irgend eine Person oder Institution in diesem Land beziehungsweise Landkreis, die eine schnelle, konstruktive Lösung parat hat?“ Anfragen diesbezüglich an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) „sind schon wegen Nichtannahme gescheitert“, so Wolfram. „Es ist traurig, ein Bürger der Bundesrepublik Deutschland zu sein, der nur Leistungen erbringen kann, aber kein Recht hat, Leistungen zu erhalten“, beklagte der junge Mann seine verzweifelte Lage.
Auch gut eine Woche nach der Arbeitslosenmeldung habe sich noch nichts Entscheidendes getan. „Nach mehreren Nachfragen teilte uns das Arbeitsamt mit, dass man aktuell auf die Bescheide gut ein paar Wochen warten müsste und man sich bis dahin freiwillig versichern muss. Es gibt nur die Lösung einer freiwilligen Krankenversicherung, die, sofern man keine Rücklagen hat, nur mit einem Kredit zu zahlen ist“, so Wolfram. Zwischenzeitig habe seine Frau immerhin einen vorläufigen Bescheid von der Agentur für Arbeit erhalten. „Aber auch auf Nachfrage bei der Krankenkasse habe man damit aktuell noch kein Anrecht auf eine gesetzliche Krankenversicherung.“ Denn, so die Begründung, die Krankenkasse warte auf die Anmeldung vom Amt, um dann erst alles zu prüfen.
Verzweiflung macht sich bereit wegen Corona
Nach mehr als einer Woche in Deutschland macht sich bei dem Paar Verzweiflung breit. „Aufgrund meiner Diabetes zähle ich zur Risikogruppe. Eigentlich benötige ich auch Medikamente, was einen Arztbesuch notwendig machen würde.“ Diese Dinge stünden aktuell wegen der noch fehlenden Krankenversicherung hinten an. „Nach wie vor hoffe ich auf das Gute in diesem Land. Und dass ich doch noch krankenversichert werde.“ Der Arbeitsmarkt sieht aktuell sehr schwierig aus, was die Aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung erschwere. Die Agentur für Arbeit Neuruuppin wies auf Nachfrage darauf hin, dass sich das Paar parallel auch beim Jobcenter melden könne, um den Anspruch auf Arbeitslosengeld II alternativ prüfen zu lassen. „Fundierte Informationen zur Krankenversicherung sind mir nicht möglich“, teilte Diana Buschmann, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt, von der Agentur für Arbeit mit.
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