Wahl 2024 in Gransee: Wer wird Bürgermeister? Das müssen Wähler zur Stichwahl wissen

Am Sonntag, 30. Juni, wird in Gransee ein neuer ehrenamtlicher Bürgermeister gewählt: Zwischen Andreas Hirztel (CDU) und Wolfgang Schwericke (SPD) müssen sich die Wählerinnen und Wähler entscheiden. (Symbolfoto)
Julian Stratenschulte/dpa4725 Wahlberechtigte in Gransee sind dazu aufgerufen, einen neuen Bürgermeister zu wählen. Nachdem bei der Hauptwahl keiner der vier Kandidatinnen und Kandidaten die erforderliche Mehrheit erhalten hatte, kommt es zur Stichwahl zwischen den beiden Bewerber mit den meisten Stimmen. Andreas Hirtzel (CDU) und Wolfgang Schwericke (SPD) bewerben sich um das Ehrenamt.
Andreas Hirtzel hatte am 9. Juni zwar mit 1164 Stimmen (41 Prozent) klar die Nase klar vorn, doch er verfehlte die absolute Mehrheit. Herausforderer Wolfgang Schwericke (31,9 Prozent) landete mit 904 Stimmen auf Platz zwei. Bei der Stichwahl am Sonntag, 30. Juni 2024, beginnt das Wettrennen um die meisten Stimmen von vorn. Und das macht dem Wahlleiter Andreas Much Sorgen. Das Interesse an der Stichwahl sei gering.
Bei Stichwahl in Gransee gilt ein Quorum von 15 Prozent
Das zeige sich am schlechten Rücklauf der verschickten Unterlagen für die Briefwahl. Von den bislang 1000 versandten Unterlagen kamen bislang weniger als die Hälfte zurück. Eine zu geringe Wahlbeteiligung könnte am Ende zu einem Problem werden. Denn es gilt ein Quorum. Dieses ist erfüllt, wenn der Gewinner die Stimmen von mindestens 15 Prozent der Wahlberechtigten erhält. 709 Stimmen entsprechen dem Quorum.
Der Aufwand für die Stichwahl ist enorm: Mehr als 70 Wahlhelferinnen und Wahlhelfer werden am 30. Juni im Einsatz sein. Die Wahllokale haben wie immer von 8 bis 18 Uhr geöffnet: drei in der Kernstadt Gransee, sieben in den Ortsteilen. Außerdem gibt es wieder zwei Briefwahllokale.
Relativ schnell wird Klarheit herrschen, wer die Stichwahl gewonnen hat: Bis spätestens 20 Uhr sollten alle Stimmen ausgezählt sein, gibt sich der Wahlleiter optimistisch.
Was nach einem Scheitern der Wahl in Gransee droht
Sollte die Wahlbeteiligung zu gering sein und das Quorum verfehlt werden, sei alles wieder offen. Dann werde zunächst die Stelle des ehrenamtlichen Bürgermeisters öffentlich ausgeschrieben, so Andreas Much. Dann hat jeder wieder die Chance, seinen Hut in den Ring zu werfen. Auch die beiden Wahlverlierer vom 9. Juni: Jerome Zander (Die Linke) und die Einzelbewerberin Marina Hillebrand. Letztlich obliege es den Stadtverordneten, einen neuen Bürgermeister zu wählen.
Das dürfte nicht im Sinne der direkten Demokratie sein. Deshalb setzt der Wahlleiter darauf, dass es bei der Stichwahl ein gültiges Ergebnis geben wird und nach Schließung der Wahllokale feststeht, wer die Nachfolge von Mario Gruschinske (SPD) antreten wird. Der Amtsinhaber hatte nach zwei Wahlperioden nicht mehr für dieses Amt kandidiert, wird aber weiterhin Stadtverordneter sein.
Das gilt auch für die beiden Bürgermeisterkandidaten: Sowohl Hirtzel als auch Schwericke werden im Ergebnis der Kommunalwahl vom 9. Juni der neuen Stadtverordnetenversammlung angehören, für die sie separat kandidiert hatten.
Andreas Hirtzel ist selbstständiger IT-Unternehmer
Wer steht am 30. Juni zur Wahl? Der IT–Spezialist Andreas Hirtzel engagiert sich seit 2014 in Gransee kommunalpolitisch. Er hatte bislang den Vorsitz des Finanz–, Sozial– und Kulturausschuss der Stadt Gransee inne. „Ich möchte in und für Gransee Dinge möglich machen, für uns, für die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt sowie für die Ortsteile und keine Sprüche klopfen: Das ist meine Vorstellung von einem gesellschaftlichen Miteinander, von einer Weiterentwicklung mit Augenmaß“, hatte er vor der Wahl betont.

Will Nachfolger von Amtsinhaber Mario Gruschinske (SPD) werden: Andreas Hirtzel (CDU).
Andreas HirtzelHirtzel wurde 1971 geboren und ist in Gransee aufgewachsen. In der Ackerbürgerstadt lebt er mit seiner Partnerin Katy. „Ich habe hier den Kindergarten und die Schule besucht. In der DDR hatte ich eine Ausbildung zum Elektronikfacharbeiter im VEB ,Karl Liebknecht‘ in Stahnsdorf erfolgreich abgeschlossen.“
Nach der Wende arbeitete er erst in einem Berliner Autohaus, „bis ich dann in den väterlichen Betrieb gewechselt bin“. Dort war er bis 1999 tätig, machte sich anschließend mit einem Partner in der IT–Branche selbstständig und führt mit ihm gemeinsam die Geschäfte einer GmbH, „die sich mit der Entwicklung von Software für die digitale Archivierung im behördlichen Umfeld befasst“.
Wolfgang Schwericke ist sportlich vielseitig engagiert
Auf ein bewegendes Arbeitsleben kann auch Wolfgang Schwericke – der eigentlich schon Rentner ist, aber noch seine Aufgaben in der Amtsverwaltung Gransee als Fachbereichsleiter für Ordnung und Bildung wahrnimmt, bis sein Nachfolger eingearbeitet ist – zurückblicken. Der Granseer ist vor allem für seine großen sportlichen Ambitionen bekannt. Er ist leidenschaftlicher Ultra– und Marathonläufer und war der Ideengeber für den Laufpark Stechlin.

Hofft auf den seinen Sieg bei der Bürgermeisterwahl: Wolfgang Schwericke (SPD).
Martin RiskenSchwericke bringt neben seiner Erfahrung aus der Arbeit in der Amtsverwaltung Gransee auch politische Erfahrung mit ein: Von 2008 bis 2014 war er ehrenamtlicher Bürgermeister von Lindow. Doch Gransee sei sein wahres Zuhause. „Hier bin ich verwurzelt, hier verbringe ich meine Freizeit.“ Er ist Mitglied im Verein Laufpark Stechlin, beim SV Lindow-Gransee und beim SV Eintracht Gransee engagiert, wo er einen Lauftreff leitet.
Trotz seiner vielfältigen Engagements sieht er sich für das Bürgermeisteramt gut gewappnet. „Ich fühle mit immer noch topfit“, sagte er bei seiner Vorstellung. Er habe künftig „Zeit ohne Ende“, um sich um die Belange der Stadt Gransee intensiv zu kümmern.
Schwericke, Vater von zwei erwachsenen Söhnen, ist gelernter Binnenschiffer. Als Matrose war er auf Elbe, Haff und Bodden unterwegs. Er absolvierte dann noch eine Lehre zum Zimmermann und entschied sich nach der Wende für eine Laufbahn in der Kommunalverwaltung, nachdem er ein duales Studium zum Verwaltungsfachwirt absolviert hatte.


