Niederneuendorfer Allee: Neue Idee für marode Straße von Berlin-Spandau nach Hennigsdorf

Die Niederneuendorfer Allee zwischen Spandau und Hennigsdorf. Aktuell wird eine Idee diskutiert, die Pendler hart treffen könnte.
Jens Büttner/dpaDie Niederneuendorfer Allee verbindet Spandau mit Hennigsdorf. Einige Bauprojekte in Berlin-Spandau deuten darauf hin, dass die jetzt schon stark befahrene Straße zukünftig noch mehr beansprucht wird.
Für viel Verkehr ist die Allee jedoch zu schmal. Sie ist zudem sanierungsbedürftig. Daher steht nun eine sogenannte „Ringlösung“ zur Debatte. Das könnte für einige ein Umweg bedeuten.
Bei einer Baustellentour Ende Juni plauderte Baustadtrat Thorsten Schatz (CDU) über die aktuellen Bauprojekte in Spandau. Neben den Informationen, wo zukünftig neuer Wohnraum im Bezirk entstehen wird, sprach Schatz auch über die Entwicklung bezüglich der Verkehrslösungen innerhalb des Berliner Randbezirks.
BVG plant höhere Taktung in Hakenfelde
Eine Idee für die Niederneuendorfer Allee äußerte er dabei auch. Der Verkehr, der aus Spandau herausfährt, soll weiterhin über die Streitstraße und Niederneuendorfer Allee fahren können.
Für die Fahrt von Hennigsdorf nach Spandau soll jedoch eine sogenannte „Ringstraße“ herangezogen werden, die um den Spandauer Ortsteil Neustadt herumführt.
Der Hintergrund dafür sei unter anderem, dass die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) aufgrund des durch den Wohnungsbau in Hakenfelde entstehenden steigenden Fahrgastaufkommens eine höhere Taktung der Buslinie plant, heißt es aus dem Büro des Baustadtrats.
Über die Niederneuendorfer Allee verkehren die Linien 136 und die X36, wobei letztere gemeinsamen mit der Oberhavel Verkehrsgesellschaft (OVG) betrieben wird.
Wie die Straßenplanung im Detail aussehen soll, stehe noch nicht fest. „Es gibt inzwischen ein grundsätzliches Verständnis zwischen Senat, BVG und Bezirk, wie der Busverkehr im Spandauer Norden gemeinsam beschleunigt werden kann“, teilt das Bezirksamt mit. Dazu sei in einer gemeinsamen früheren Abstimmungsphase die Lösung von Schatz in Erwägung gezogen worden.
Bis es zur Umsetzung kommen kann, wird noch etwas Zeit vergehen. Zunächst müssen die grundsätzlichen Überlegungen jetzt mit Gutachten und Verkehrsmodellierungen hinterlegt werden. Dann folgt noch eine Beteiligung der politischen Gremien und der Öffentlichkeit, heißt es aus dem Büro des Baustadtrats.
Niederneuendorfer Allee – Sperrung bringt Verkehrsprobleme
Die genaue Idee hinter dieser Lösung – ob dies beispielsweise einen Straßenneubau, eine Streckensperrung für Autos, eine Umgehungsstraße oder ähnliches bedeutet – bleibt also vorerst ein Geheimnis zwischen Bezirk, Senat und BVG.
Sehr wahrscheinlich ist, dass Pendler und Pendlerinnen mit dem Auto morgens zur Arbeit und in der Rushhour zurück nach Hause zukünftig mehr Zeit einplanen sollten.
Einen Vorgeschmack, wie es ist, wenn die Niederneuendorfer Allee nicht mehr befahren werden darf, haben Autofahrer und Autofahrerinnen erst im April 2024 erhalten. Die Straße ist so marode, dass sie über mehrere Tage wegen eines Havarie-Einsatzes überraschend gesperrt werden musste.
Die Bauarbeiten wurden so kurzfristig entschieden, dass die Baustelle nur einen Tag vor dem Flicken der Straße angekündigt werden konnte. „Eine sofortige Maßnahme zur Gefahrenabwehr war nötig“, rechtfertigt Baustadtrat Thorsten Schatz (CDU) die Bauarbeiten gegenüber der Bezirksverordneten Versammlung Ende April 2024.
Die zuständige Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt kann dazu auf Nachfrage aktuell noch keine genaueren Auskünfte geben.
Neben pendelnden Spandauerinnen und Spandauern würde eine Schließung der Straße für den Autoverkehr auch zahlreiche Menschen in Hennigsdorf betreffen. Die Stadtverwaltung Hennigsdorf konnte sich bisher noch nicht zum Sachstand äußern, da die zuständige Kollegin erst Anfang August wieder im Rathaus sein wird.


